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Stichwort · Prostitution

Die Rechtslage

Deutschland und Frankreich reformieren die Gesetze zur Prostitution. Sie gehen unterschiedliche Wege.

07.04.2016
  • DPA

Deutschland: Freier von Zwangsprostituierten sollen künftig zur Verantwortung gezogen werden, ihnen drohen nach dem Gesetzentwurf der Regierung Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren. Damit reagiert die Bundesregierung auf einen zentralen Kritikpunkt an den bisherigen Gesetzen: Mit dem Prostitutionsgesetz wollte die damalige rot-grüne Bundesregierung 2002 die rechtliche und soziale Lage der Prostituierten verbessern. Grundsätzlich zulässig war Prostitution in Deutschland schon vorher. Durch das Gesetz wurde Deutschland zu einem der liberalsten Staaten. Kritiker bemängeln, das Gesetz fördere Zwangsprostitution, die soziale Lage sei nur für einen kleinen Teil der Prostituierten besser geworden.

Frankreich: In Frankreich ist Prostitution selbst zwar nicht illegal, eine echte Legalisierung ist aber kein Thema - im Gegenteil. Das Land folgt vielmehr dem Vorbild Schwedens und Norwegens und verlagert die Strafbarkeit auf die Kunden. Diese sollen künftig für gekauften Sex belangt werden, es drohen Strafen bis zu 1500 Euro, im Wiederholungsfall sogar 3750 Euro. Kommt das Gesetz wie erwartet durch, werden im Gegenzug Prostituierte nicht mehr verfolgt. Bislang können sie für "passiven Kundenfang" belangt werden.

Doch der Gesetzentwurf der Sozialisten war umstritten und sorgte für heftige Debatten: Prostituierten-Organisationen fürchten, das Gewerbe könne damit in die Illegalität abgedrängt werden. Der von der konservativen Opposition dominierte Senat schrieb das Gesetz mehrfach komplett um.

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07.04.2016, 06:00 Uhr

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