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18 örtliche Hells Angels haben eine breite Unterstützerbasis

Die Reutlinger Rocker

Reutlingen. Die im November 1999 gegründeten Hells Angels Reutlingen haben nach Auskunft ihres Präsidenten Ingo Dura derzeit 18 richtige Mitglieder. Dazu kommen etliche Anwärter (in Rockerclubs „Prospects“ und „Hang arounds“ genannt) sowie Unterstützer und Bewunderer des Motorradclubs. „Wir könnten 200 Leute sein, wenn wir wollten“, sagt Dura. Er setzte aber lieber auf „einen guten Filter“.

15.06.2012

Ihr Clubhaus haben die Rocker in der Albstraße 37, dem ehemaligen Gasthaus „Anker“. Anlaufpunkt für die Mitglieder und Bewunderer des Rockerclubs ist außerdem die Musikbar „The Other Place“ an der Ecke Seestraße/Lindachstraße.

Erkennbar verdienen etliche Mitglieder und Anwärter ihr Geld in der Türsteher-Szene. Die Hells Angels sind aber auch in der Tätowier-Branche aktiv und gehen nach Angaben Duras bürgerlichen Berufen nach: „Wir haben Leute aus allen Schichten bei uns – Industriemechaniker, Programmierer oder Daimler-Arbeiter.“

Öffentlich in Erscheinung treten die Rocker auch immer wieder mit Benefiz-Veranstaltungen wie ihrer jährlichen Ausfahrt „Ride with the Angels“. Dabei wird für eine Organisation gegen Kindesmissbrauch gesammelt. Für viel Aufsehen sorgte 2004 der Tod eines 38-jährigen Hells-Angels-Mitglieds.

Der Mann war an Ostern bei einer Party im Reutlinger Clubhaus zusammengebrochen. Ihrem „Bruder Gerd“ gaben die Höllenengel von Reutlingen aus das letzte Geleit. Mehrere hundert Motorräder folgten dem Lincoln-Leichenwagen, mit dem der Tote nach Süßen überführt wurde.

Überdies beschäftigen die Rocker regelmäßig die Justiz. Eine Fülle von Körperverletzungs-Verfahren wurde in den vergangenen Jahren beim Reutlinger Amtsgericht und dem Landgericht Tübingen aufgerufen. Ein viel beachteter Prozess, in dem gegen ein Mitglied des Motorradclubs wegen Vergewaltigung und Zwangsprostitution verhandelt wurde, endete mit einem Freispruch.

Die Reutlinger Polizeidirektion teilte auf TAGBLATT-Anfrage mit, dass derzeit keine konkreten Deliktvorwürfe gegen Mitglieder des Reutlinger Charters vorlägen. Mehr Auskünfte wollte Andrea Kopp von der Polizei-Pressestelle nicht geben. Vor der Hochzeit Duras verfolgt die Polizei die Taktik, dem Motorradclub keine unnötige Publicity zu verschaffen.

Das tut derweil das Landgericht Tübingen, das just für den ersten Tag nach dem Hochzeitswochenende einen Prozess gegen zwei Reutlinger Hells Angels terminiert hat. Sie sollen sich am Montag um 8.30 Uhr wegen gemeinschaftlichen versuchten Totschlags verantworten. Ein Fall, der sich im Jahr 2008, am Tag des EM-Endspiels, zugetragen hat.

Die Reutlinger Rocker
Die Reutlinger Hells Angels luden im vergangenen Jahr bei ihrer Ausfahrt „Ride with the Angels“ auch zum Ritt über die Tübinger Neckarbrücke ein.

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15.06.2012, 12:00 Uhr

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