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Immer mehr Kultserien aus früheren Zeiten wieder im Fernsehen

Die Rückkehr alter Helden

Sie hießen "MacGyver", "Twin Peaks" und "Akte X" und lockten in den 80- und 90er Jahren ein treues Publikum vor die TV-Schirme. Jetzt kommen immer mehr Kultserien früherer Zeiten ins Fernsehen zurück.

16.04.2016
  • MARTIN WEBER

Berlin. Das Leck in einem Schwefelsäuretank verschloss er mit handelsüblicher Schokolade. Zum Überbrücken einer defekten Sicherung verwendete er ganz normales Kaugummipapier. Doch der erfindungsreiche Angus MacGyver hatte noch spektakulärere Tricks auf Lager: So bastelte er aus einem Kerzenständer, einem Mikrofonkabel und einer Gummimatte einen Defibrillator, mit dem er das Leben eines Freundes rettete. Und aus einem Kühlschrank, ein paar alten Lappen und einigen Propangasflaschen konstruierte er einen flugfähigen Heißluftballon.

In den späten 80er und frühen 90er Jahren begeisterte der von Richard Dean Anderson gespielte Nothelfer mit der formschönen Vokuhila-Frisur in der Kultserie "MacGyver" das Publikum, jetzt kommt sie zurück: Der US-Sender CBS hat die Pilotfolge zu einer Neuauflage der Serie in Auftrag gegeben.

"MacGyver" ist nicht die einzige Kultserie längst vergangener Fernsehtage, die ihren Weg zurück auf den Bildschirm findet oder bereits gefunden hat. So zeigte Pro 7 unlängst neue Folgen der in den 90ern populären Mystery-Saga "Akte X" mit Gillian Anderson und David Duchovny als FBI-Agenten Scully und Mulder, die sich ganz gut gehalten haben.

Der gleiche Sender strahlt derzeit die Neuauflage der auf dem Spielfilm "Ein seltsames Paar" basierenden legendären US-Sitcom "Männerwirtschaft" aus, die von 1970 bis 1975 lief und für das Genre Maßstäbe setzte: Die Geschichte vom ewigen Gekabbel zwischen dem schmuddeligen Sportreporter Oscar (Jack Klugman) und seinem pingeligen Mitbewohner Felix (Tony Randall) wurde mit ihrem Wortwitz und ihrer hohen Gag-Dichte zum Vorbild vieler Comedyserien. In der in Anlehnung an das Original "Odd Couple" getauften Neuauflage spielen sich Matthew Perry als schlampiger Oscar und Thomas Lennon in der Rolle des neurotischen Felix die Bälle vielleicht nicht ganz so gekonnt zu wie einst Klugman und Randall, machen ihre Sache aber ganz gut.

In Planung ist außerdem eine Neuauflage der vor einigen Jahren ausgelaufenen Serie "Gilmore Girls"" mit Lauren Graham und Alexis Bledel als liebenswertem Mutter-Tochter-Gespann, der actionhaltigen Gefängnissaga "Prison Break" und der Fantasyserie "Xena - Die Kriegerprinzessin", in der sich in den 90er Jahren muskulöse Recken und leicht geschürzte Kämpferinnen die Schwerter und Streitäxte um die Ohren hauten - dass sich Hauptdarstellerin Lucy Lawless allerdings noch einmal in ihren sexy Brustpanzer wirft, gilt als unwahrscheinlich.

Mit besonderer Spannung aber wird das Comeback von zwei US-Serien erwartet, deren Strahlkraft weit übers Fernsehen hinausreichte: So entsteht derzeit eine neue Staffel der legendären Fernsehserie "Twin Peaks" von Meisterregisseur David Lynch, die vor gut 25 Jahren weltweit für Aufsehen sorgte. Der US- Bezahlsender Showtime will die unheimliche Serie 2017 zurück auf den Bildschirm bringen; in Deutschland wird sie voraussichtlich bei Sky zu sehen sein. Und ebenfalls 2017 belebt der US-Sender CBS die Science-Fiction-Serie "Star Trek" neu, die in Deutschland vor einem halben Jahrhundert als "Raumschiff Enterprise" TV-Geschichte schrieb.

Doch warum setzen immer mehr Sender auf das Comeback alter Kultserien? Die Antwort ist TV-Machern und Experten zufolge ganz einfach: Zum einen müssen längst bekannte Marken nicht zeitraubend eingeführt werden, sondern garantieren bei vielen Zuschauern einen automatischen Einschalt-Reflex.

"Die Menschen wollen mehr von ihren Lieblings-Geschichten und Lieblings-Charakteren sehen", erklärt Vince Gilligan, Schöpfer der vielgepriesenen Serie "Breaking Bad" und ihres Ablegers "Better Call Saul". Zum anderen wollen neben klassischen Fernsehsendern auch Bezahlsender und Streamingportale wie etwa Netflix ihr Programm mit populären Neuauflagen bestücken. So werden die "Gilmore Girls" bei Netflix ihr Comeback feiern, "Star Trek" soll beim hauseigenen Streamingservice von CBS laufen. Die Pilotfolge des reanimierten Science-Fiction-Klassikers, so wollen es die Senderstrategen, soll aber noch im frei empfangbaren Fernsehen ausgestrahlt werden.

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16.04.2016, 06:00 Uhr

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