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Die Ruhe vor dem nächsten Lärm
Halbzeit bei der Sanierung des Ita von Toggenburg: 2017 ist der hintere Teil des Altenheims an der Reihe. Bild: Kuball
Sanierung

Die Ruhe vor dem nächsten Lärm

Beim Horber Pflegeheim Ita von Toggenburg ist der erste Bauabschnitt fertig. Mitte Januar beginnt die zweite Bauphase. 2018 soll alles fertig sein.

16.12.2016
  • Dagmar Stepper

Es ist ein gewisses Aufatmen zu verspüren: Im Ita von Toggenburg schweigen gerade die großen Baumaschinen. Zwar wuselt noch der eine oder andere Handwerker durch die Gänge, aber der erste Bauabschnitt, der den vorderen Teil des Gebäudes betrifft, ist gemeistert. „Wir sind sogar ein viertel Jahr früher dran als geplant“, berichtet Stiftungsdirektor Peter Silberzahn. Im Mai 2018 wird das Altenheim 50 Jahre alt. Da wurde es Zeit für eine Sanierung. Doch der Hauptgrund für den Großumbau ist ein anderer: Ab August 2019 müssen für Bewohner von Pflegeheimen Einzelzimmer zur Verfügung stehen. Das ist in der neuen Landesheimbauverordnung festgelegt.

45 Einzelzimmer sind fertig

In Horb wird man das früher schaffen. Bis zur Feier des 50. Jubiläums im Mai 2018 soll der Umbau komplett abgeschlossen sein. Jetzt ist gerade Halbzeit. 45 Einzelzimmer sind fertig, die Bewohner sind umgezogen. Die Gänge sind in fröhlichen Farben gestrichen, die Beleuchtung wird dem Tageslicht angepasst. 18,5 Quadratmeter ist ein Zimmer groß, das ist mehr als die Norm verlangt. Der Linoleumboden ist in Bambusoptik, die Betten sind verstellbar, es gibt TV-, Telefon und einen PC-Anschluss. „Wir denken an die nächsten Generationen, für die der Computer zum Leben dazu gehört“, sagt Silberzahn. Die Fenster sind neu und jedes Zimmer hat auch eine Nasszelle. Diese wurden komplett fertig geliefert. Sie wurden durch die Fensterhöhlen in die Zimmer gehievt. „Das war Millimeterarbeit“, erzählt der Stiftungsdirektor. Außerdem verfügt das Altenheim jetzt über einen zweiten Aufzug, der ein Segen sei.

Größte Investition

Silberzahn und Heimleiter Thomas Müller sind zufrieden über die Baufortschritte. Neun Millionen Euro investiert die Spitalstiftung in das Ita von Toggenburg, damit es für die kommenden 50 Jahre gerüstet ist. Es ist die größte Investition, die die Spitalstiftung jemals getätigt hat. Und es ist keine einfache Aufgabe. „Einen Bestand umzubauen, ist immer schwieriger als ein Neubau“, meint Silberzahn. Müller kann da nur nicken. Alle Kabel wurden neu verlegt, die Abwasser- und Wasserrohre, die Elektrik. Hinzu kamen neue und schärfere Bestimmungen beim Brandschutz und der Erdbebensicherung. „Da haben wir so manchen Schweiß vergossen. Denn immer wieder mussten wir umplanen und umdisponieren“, berichtet Müller.

Doch in den vergangenen Tagen ist Ruhe eingekehrt. So war es auch geplant: Denn die Bewohner sollen die Weihnachtszeit friedlich und leise erleben. In den Gemeinschaftsräumen sitzen sie zusammen. Wer gehen kann, sucht die Gesellschaft. Die Wohngruppen umfassen 15 Leute, sie essen zusammen und unterhalten sich. In den Gemeinschaftsräumen finden auch Angebote statt, wie Singen oder ein Spielnachmittag. Jetzt in der Adventszeit ist der Raum schön dekoriert, in der Ecke steht ein kleiner Weihnachtsbaum. Die Pflegerinnen lachen mit den Bewohnern: „Wir sind wie eine Großfamilie“, sagt eine.

Vom Umzugsstress ist kaum noch die Rede. Dieser war eine logistische Herausforderung. Im Ita von Toggenburg lebten mal 100 Bewohner. Da alle Zimmer komplett saniert werden, mussten auch alle umziehen. Ein Glück, dass die Spitalstiftung mit dem Bischoff Sproll eine zweite Pflegeeinrichtung in Horb hat. Es wurde im Oktober 2014 eingeweiht, und nahm 30 Ita-von-Toggenburg-Bewohner auf. Inzwischen wohnen wieder 45 im Altenheim in der Kernstadt. Wenn alles fertig ist, werden es 60 sein.

Großküche ein Jahr zu

Momentan wappet sich das Team vor dem zweiten Bauabschnitt, mit dem es am 16. Januar losgeht. Dann ist der hintere Teil des Gebäudekomplexes an der Reihe. Es werden nicht nur weitere Zimmer saniert, sondern auch die Großküche. Ein Jahr lang bezieht das Altenheim das Essen von einem Caterer. Daher kann die Spital-Küche im nächsten Jahr auch nicht für die Vesperkirche kochen. Doch das bleibt eine Ausnahme. „In einem Jahr ist die Küche wieder flott“, verspricht Heimleiter Müller.

50-Jahr-Feier in 2018

Der Speisesaal wird umgebaut, auch wenn er eigentlich zu groß ist. Denn gegessen wird hier nicht mehr, außer bei größeren Festen wie Weihnachten oder Fasnet. Daher ist im vorderen Bereich eine Cafeteria geplant. Der Eingangsbereich wird ebenfalls neu gestaltet, aber das zentrale Treppenhaus wird so bleiben, wie es ist. „Es gibt Dinge, die wir belassen wollen“, sagt Silberzahn. Das Treppenhaus erinnert an den Baustil, der 1968 vorherrschte, genauso wie die Dachform, die im Vorfeld für manche Diskussionen gesorgt hatte. Im Horber Gemeinderat wurde sie mit einem Sarg verglichen. „Uns war aber immer klar, dass wir es behalten wollen“, unterstreicht Silberzahn. Aber es gäbe auch keine Diskussionen mehr, und Stadt und Denkmalamt haben längst ihren Segen gegeben.

„2017 wird noch ein ungewöhnliches Jahr“, prophezeit Müller. Doch ist es Silberzahn nicht bange: „Nachdem der erste Bauabschnitt so gut geklappt hat, sind wir zuversichtlich.“

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16.12.2016, 01:00 Uhr

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