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Der Wunderbaum kommt raus

Die Samen der Rizinus-Pflanzen sind stark giftig

Die dekorativen Rizinus-Pflanzen in den Pflanztrögen auf der Mittleren Brücke werden in den nächsten Tagen ausgetauscht. Damit reagieren die Stadtwerke auf die Anrufe besorgter Bürger. Die Samen der Pflanzen sind stark giftig.

17.06.2015
  • ing

Rottenburg. Stadtwerke-Chef Martin Beer sprach gestern gegenüber dem TAGBLATT von einer „komischen Aufregung“, die die Pflanzen mit den dekorativ rot-grün schillernden gefingerten Blättern hervorgerufen hätten. Rizinus, auch Wunderbaum genannt, sei „eine ganz normale Pflanze, die in Deutschland in vielen Grünanlagen angepflanzt wird“. Giftig seien daran nur die Samen. Die jedoch steckten in einer stacheligen, nicht besonders einladend aussehenden Kapsel. Erst wenn die Kapsel aufbreche, fielen die Samen heraus.

Er habe allerdings nicht damit gerechnet, dass die Früchte in Rottenburg zur Reife kämen, so Beer. „Ich dachte, bis dahin sind die Pflanzen niedergemacht durch Vandalismus.“ Abgesehen davon sei geplant gewesen, die Fruchtstände bei den regelmäßigen Pflegearbeiten einfach auszubrechen.

Nach Informationen des TAGBLATTs liefen bei den Stadtwerken und im Rathaus wegen der Rizinus-/Wunderbaum-Pflanzen in den vergangenen Tagen die Telefone heiß. Beer widersprach dem gestern energisch, es handle sich wahrscheinlich um „die übliche Übertreibung“. Die Stadtwerke hätten nur eine E-Mail bekommen, auf dem Rathaus habe es lediglich „ein, zwei Anrufe“ gegeben.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, würden die erst Anfang Juni gepflanzten Rizinus-Pflanzen in den nächsten Tagen ausgetauscht, so Beer. „Wenn wir noch was zum Nachpflanzen bekommen, dann machen wir das, sonst bleiben die Plätze in den Trögen einfach leer.“ Der finanzielle Schaden halte sich in Grenzen. Der Stadtwerke-Chef sprach von einer „Größenordnung von 100 Euro“.

Dass die Pflanzen in Rottenburg so „ein großer Aufreger“ sind, wundert Beer umso mehr, als Rizinus nicht auf der Giftpflanzen-Liste der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung aufgeführt sei. Hier irrt Beer jedoch. Wunderbaum (Ricinus communis) ist sogar als „stark giftig“ aufgeführt. Nach dem Verzehr der etwa einen Zentimeter großen Samen, heißt es dort, „können Erbrechen, Leibschmerzen und Durchfall auftreten, in schweren Fällen auch Nierenentzündung, Nierenversagen, Kreislaufstörungen; Todesfolge möglich“.

Das Rizinusöl, das in den Tropen aus den Samen des Wunderbaums gewonnen wird, ist nicht giftig, da sich das Gift nur in den Schalen befindet. Das Öl wird in der Industrie als Schmiermittel verwendet. In der Medizin wird es unter anderem als starkes Abführmittel eingesetzt; auch in so genannten Wehencocktails für Gebärende ist es enthalten.

Die Samen der Rizinus-Pflanzen sind stark giftig
Dekorativ, aber nicht ganz ungefährlich: Die Samen der großblättrigen Rizinus-Pflanzen (auch Wunderbaum genannt) sind giftig.

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17.06.2015, 12:00 Uhr

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