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Ungemütliche Zwischenlösung

Die Sanierung der Kölner Oper zieht sich bis mindestens Mitte 2018, die entlegene Ersatzspielstätte hat ihre Tücken

Die Kölner Oper ist eine millionenteure Dauerbaustelle. In einer Interimsspielstätte richten sich Musiker und Sänger so gut wie möglich ein.

23.11.2015
  • CONSTANZE SCHMIDT, DPA

Köln Daran werden sich die Kölner Opernfreunde gewöhnen müssen: weite Wege, eine Bühne ohne Orchestergraben und die Atmosphäre eines Provisoriums. Das Staatenhaus in Köln-Deutz, in den 1920er Jahren als Messehalle in einer Halbrund-Architektur errichtet, wird nicht nur eine kurze Zwischenlösung für die Kölner Oper werden. Alles spricht im Moment dafür, dass das Staatenhaus mindestens bis Mitte 2018 der Hauptspielort der Kölner Oper sein wird. Eigentlich wollte das Haus mit Hector Berlioz' Künstleroper "Benvenuto Cellini" unter der Leitung des neuen Generalmusikdirektors François-Xavier Roth triumphal in das sanierte Stammhaus am Offenbachplatz einziehen. Dass daraus nichts würde, war im Juli für alle Beteiligten eine böse Überraschung, denn der befristete Mietvertrag der bisherigen Ersatzspielstätte, des Musical Dome am Hauptbahnhof, lief aus und die Rückkehr ins frisch sanierte Stammhaus am Offenbachplatz war fest eingeplant gewesen. Doch die Bauarbeiten konnten nicht rechtzeitig abgeschlossen werden.

Eine Verlängerung des Mietvertrags für den Musical Dome war nicht möglich, so dass sich Intendantin Birgit Meyer nun mit der Tatsache konfrontiert sah, ohne Spielstätte in die längst geplante Spielzeit starten zu müssen. Nach einigem Gezerre entschieden die Verantwortlichen, das Staatenhaus, das inzwischen an einen Musical-Veranstalter verpachtet worden war, wieder zurückzumieten.

Vergangene Woche wurde nun bekannt, dass die Baustelle am Haupthaus am Offenbachplatz in eine erneute Verlängerung geht, weil die städtischen Bühnen den Vertrag mit dem Ingenieurbüro kündigten, das für die Planung der technischen Anlagen zuständig war. Nun wird es eine neue Ausschreibung für die Planung geben.

Womit man nun die nächsten Jahre zu rechnen hat, zeigte die Premiere von "Benvenuto Cellini": Das Staatenhaus bietet große, atmosphärisch reizvolle Räume, die aber alles andere als im Herzen der Stadt liegen - vom Bahnhof Deutz dauert der stramme Fußmarsch nahezu 15 Minuten durch dunkle Straßen und einsame Unterführungen. In den geräumigen Hallen gibt es keinen Schnürboden, Kulissen müssen von der Seite hereingeschoben werden. Auch ein Orchestergraben fehlt, der günstigste Spielort für den Klangkörper muss jeweils erst gefunden werden. Bei "Benvenuto Cellini" ist das Gürzenich-Orchester weit hinter der ebenerdigen Spielfläche platziert, teils verdeckt von Säulen.

Die Regie von Carlus Padrissa, Kopf der einstigen Avantgarde-Truppe "La Fura dels Baus", sucht ihr Heil im großen Spektakel. So sind unablässig sechs Artisten im Einsatz, schweben durch den Raum, laufen Säulen herauf und malen mit dem Körper auf Projektionsflächen. Ein riesiger Totenschädel, der an Damien Hirsts Diamanten-Kopf erinnert, fährt herein und heraus. Dieser Bildersturm unterhält das Auge, nutzt sich aber über die fast vierstündige Dauer der Urfassung des Werks ab. Grandios aber meistern die Sänger die schwierige Akustik und die Herausforderungen von Berlioz' Gesangspartien.

Die Sanierung der Kölner Oper zieht sich bis mindestens Mitte 2018, die entlegene
Hier im Staatenhaus ist auf absehbare Zeit die Kölner Oper zu finden. Foto: dpa

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23.11.2015, 12:00 Uhr

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