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Der Domturm wird renoviert

Die Sanierung wird mindestens ein Jahr lang dauern

Nach einer grundlegenden Renovierung in den sechziger Jahren ist es jetzt wieder soweit: Der Turm des Rottenburger Doms muss innen wie außen saniert werden. Bis das Gerüst auch die Kreuzblume in 60 Metern Höhe erreicht hat, werden noch sechs Wochen vergehen. Die eigentliche Sanierung dauert mindestens ein Jahr.

22.08.2012
  • hete henning

Rottenburg. Sowohl zeitlich als auch finanziell ist die Renovierung des Domturmes im Moment noch gar nicht abzuschätzen. Das liegt daran, dass noch niemand weiß, wie groß die Schäden sind, die Wind und Wetter am Sandstein des viereckigen Turmschaftes und des Turmhelms mit seinen acht Seiten angerichtet haben.

Dass einige der Fugen über den Spitzbögen der Schallöffnungen der Glockenstuben bröckeln und hier und da mal ein Stück Sandstein abgeplatzt ist, ist zwar schon länger bekannt. Wer genau hinguckt, kann auch sehen, dass den Wasserspeiern unterhalb des achteckigen Turmhelm-Umgangs ein paar Gliedmaßen fehlen. Bei der jetzt fälligen Schadensaufnahme, erklärt Architekt Marcus Vollmer vom Architekturbüro Duttlinger, soll aber Stein für Stein abgeklopft werden, um danach zu entscheiden, ob er gefestigt werden kann oder ersetzt werden muss. Danach werde mit dem Landesdenkmalamt ein Sanierungskonzept ausgearbeitet, und erst dann, so Vollmer, „werden die Leistungen ausgeschrieben“.

Der gotische Domturm, mit dessen Bau der Steinmetzmeister Hans Schwarzacher 1486 beauftragt worden war, wurde beim Stadtbrand von 1644 in Mitleidenschaft gezogen und bekam bei der Renovierung von 1961 bis 69 wieder sein ursprüngliches Aussehen. Laut Dompfarrer Harald Kiebler wird er „mindestens Monate“, wahrscheinlicher aber mindestens ein Jahr lang bis zur Spitze eingerüstet und zum Schutz vor herunterfallenden Steinen mit einem grünen oder blauen Netz umhüllt sein.

Kiebler rechnet mit einem „beträchtlichen sechsstelligen Betrag“, der auf die Dompfarrgemeinde zukommt, an dem sich aber zum Beispiel auch die Stadt beteiligen wird. 400 000 Euro seien fürs erste veranschlagt, jedoch, so Kiebler: „Wenn Sie mal so einen Wasserspeier machen lassen – das sind dann die teuren Geschichten.“

Die ebenfalls fällige Innensanierung des Turmhelms, die Kiebler in seine Kostenschätzung schon mit einbezogen hat, ist wesentlich übersichtlicher. So, wie es Architekt Vollmer erklärt, handelt es sich um eine Routinesache: Der Beton zum Schutz des von außen nicht sichtbaren Korsetts aus Bewehrungsstahl, das in den sechziger Jahren als Versteifung in den Turmhelm eingebaut wurde, wird langsam marode und platzt ab. „Die Armierung“, sagt Vollmer, „liegt zum Teil schon frei.“ Der Architekt vergleicht den Stahlbeton im offenen und der Witterung ausgesetzten Domturm mit dem von Brücken. Nach über 40 Jahren sei eine Generalüberholung unumgänglich.

Dompfarrer Kiebler betont, dass die Statik des 60 Meter hohen Turms nicht gefährdet sei. Weder die Glockensanierung vor vier Jahren noch der Durchbruch vom Turm durch die zwei Meter dicke Wand zur Sakramentskapelle vor elf Jahren sei Auslöser für die jetzt anstehenden Arbeiten. „Am Kölner Dom oder am Ulmer Münster ist ständig irgendwo ein Gerüst. Uns trifft‘s nur einmal, aber dann geballt“, sagt Kiebler.

Die Sanierung wird mindestens ein Jahr lang dauern
Der Turmhelm bekam in den sechziger Jahren ein stützendes Skelett aus Stahlbeton verpasst. Weil das offene Maßwerk weder Wind noch Wetter fernhält, muss dieser Stahlbeton nun saniert werden. Bild: Duttlinger Architekten

Die Sanierung wird mindestens ein Jahr lang dauern
Dem Wasserspeier in etwa 30 Metern Höhe fehlt ein Arm. Bild: Henning

Wegen des Gerüsts, das rund um den Turm hochgezogen wird und das seine Basis im Sträßle zwischen Dom und Dompfarramt hat, ist die Schulergasse für die Dauer der Renovierungsarbeiten mit dem Auto nicht von der Marktplatzseite anzufahren. Damit der Tafel-Laden beliefert werden kann, muss laut Dompfarrer Kiebler die Einbahnstraßenregelung aufgehoben werden. Für Fußgänger ergeben sich keine größeren Behinderungen. Die Glocken, sagt Kugler, sollen weiter läuten wie gehabt.

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22.08.2012, 12:00 Uhr

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