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Digitalisierung

Die Schulen hinken hinterher

Unternehmerinnen beklagen fehlende Aufgeschlossenheit von Lehrern.

18.01.2017
  • DIETER KELLER

Berlin. Mehr Geld für die Bildung ist noch wichtiger, als Haushaltsspielräume für staatliche Investitionen zu verwenden. Da waren sich die Teilnehmer eines Symposiums des Bundeswirtschaftsministeriums über eine „Innovationsagenda 2025“ einig, auch wenn der Hausherr Sigmar Gabriel (SPD) sehr dafür warb, mit Haushaltsüberschüssen des Bundes nicht nur Schulden zu tilgen, sondern auch für nachhaltige Impulse für Wachstum und Beschäftigung zu sorgen.

„Wir brauchen viel viel mehr Lehrer und digitale Infrastruktur“, ist für Gesche Jost der Hauptknackpunkt. „Die Schulen sind der letzte Hort des Analogen“, klagte die Design-Professorin der Universität der Künste in Berlin, die von der Bundesregierung zur Internetbotschafterin ernannt wurde. Im Vergleich zu anderen EU-Ländern sei da Deutschland abgehängt. Programmieren müsse nicht unbedingt ein Pflichtfach an den Schulen werden. Vielmehr müssten die Schüler in jedem Fach digitale Kompetenzen erwerben. Zudem müssten auch gesellschaftspolitische Fragen und damit die digitale Mündigkeit der Schüler behandelt werden.

Dass Informatik an deutschen Schulen eine zu geringe Rolle spielt, bekommt Anna-Katharina Alex von Outfittery ständig zu spüren: Der Internet-Bekleidungsdienst für Männer findet kaum gut ausgebildete Entwickler. In der IT-Abteilung stammen nur zwei von 20 aus Deutschland. Sie vermisst insbesondere die Aufgeschlossenheit der Lehrer fürs Digitale.

„Wir können alle mitnehmen“, hält Google-Spitzenmanager Kent Walker Skeptikern entgegen, die befürchten, Verlierer des digitalen Wandels zu werden. Die Wirtschaft brauche nicht nur große, sondern auch kleine Firmen.

Was tun mit Verlierern?

Der Ex-Wirtschaftsweise Bert Rürup forderte ein Auffangnetz für Verlierer des digitalen Wandels, schon damit es nicht zu viel Widerstand dagegen gibt. Gabriel dagegen will nicht vorschnell über Verlierer reden, schon weil die Menschen nicht gern so eingestuft werden wollten. Er befürchtet, dass sie sonst zu früh aufgeben. Dieter Keller

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18.01.2017, 06:00 Uhr

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