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Die Stadt stochert nun
selbst im Neckar
Ein Bild, das es in den vergangenen zwei Jahren viel zu oft gab: Die Stocherkähne des Bootsverleihs „Neckarus“ blieben leer am Horber Ufer stehen. Archivbild: Kuball
Freizeit

Die Stadt stochert nun selbst im Neckar

Nachdem sich die Betreiberin der Stocherkahnfahrten aus Horb zurückgezogen hat, übernimmt die Verwaltung das Freizeitangebot – zumindest vorerst. Die erste Fahrt ist für diesen Sonntag, 20. Mai, angedacht.

16.05.2018
  • Maik Wilke

Mit Kollegen gemütlich im etwa sieben Meter langen Holzkahn über den Neckar treiben, den Enten beim Paddeln zuschauen und das Boot dabei hin und wieder durch einen kräftigen Stoß mit dem langen Stab in den Grund des Flusses durchs Wasser nach vorne schieben. Was in Tübingen bestens funktioniert und bei nahezu jedem Touristen bei einem Ausflug in die Universitätsstadt auf der „To-do-Liste“ steht, ist knapp 40 Kilometer stromaufwärts bislang nur eine Randnotiz – noch dazu eine mit trauriger Bilanz. In Horb will anscheinend niemand mit dem Stocherkahn fahren.

Weniger Musikausfahrten, dafür mehr direkte Werbung bei Firmen, das Angebot des „Schwimmenden Klassenzimmers“ oder eine erweitere Stadtführung vom Wasser aus: Der Bootsverleih „Neckarus“, der die Stocherkahnfahrten 2016 nach Horb brachte, hat vieles versucht, um die Bürger der Neckarstadt und deren Besucher auf den Geschmack zu bringen. Ohne Erfolg. Anfang des Jahres hat „Neckarus“-Betreiberin Julia Hopf der Stadtverwaltung mitgeteilt, sich mit den Holzschiffen endgültig aus Horb zurückzuziehen.

Von Beginn an mäßiger Ertrag

Von Beginn an waren die Kähne auf ihren Fahrten über den Fluss meist leer. Die Premierensaison 2016 sei „noch stark ausbaufähig“ gewesen, erklärte Hopf damals gegenüber der SÜDWEST PRESSE. Im vergangenen Herbst zog sie erneut eine ernüchternde Bilanz: Viele Musikausfahrten seien wegen Regen ausgefallen, selbst bei gutem Wetter erschienen nur eine Handvoll Gäste.

Daher entschied sich „Neckarus“ dazu, im Sommer 2017 nur noch einmal im Monat Besucher zu regelmäßigen Ausfahrten an die Anlegestelle am Alten Freibad zu locken. Dennoch hatte Hopf keineswegs davon gesprochen, sich aus Horb zu verabschieden: „Das braucht eben Zeit, bis es wirklich läuft“, erklärte die Jungunternehmerin – auch mit dem Hinweis auf Rottenburg, wo die Römerkähne ebenfalls Startschwierigkeiten überwinden mussten.

Nun, ein Jahr später, bleibt festzuhalten: Hopf ist raus, die Stadt übernimmt. Denn dass die Stocherkähne komplett aus Horb verschwinden, sei nicht im Interesse des Stadtmarketings und der Verwaltung, erklärt Pressesprecher Christian Volk auf Anfrage unserer Zeitung. „Es sollten auch weiterhin Fahrten auf dem Neckar angeboten werden. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, das Angebot vorerst selbst weiterzuführen.“ Doch am liebsten nur vorübergehend – parallel sucht man von Seiten der Stadt nach einem neuen privaten Betreiber. Die bisherige Betreiberin war für die Redaktion nicht zu erreichen.

Reguläre Fahrten werden in diesem Sommer zwei Mal im Monat, jeweils an einem Sonntag angeboten. Start ist am kommenden Wochenende, 20. Mai, ab 14 Uhr. Anschließend sollen die Ausfahrten mit den Konzerten des Musikcocktails am Alten Freibad kombiniert werden, erklärt Volk weiter. „Auch Gruppenfahrten können jederzeit nach vorheriger Terminanfrage gebucht werden.“ Das Stadtmarketing wird sich künftig um die Fahrten kümmern.

Ob am und auf dem Neckar darüber hinaus mehr Trubel herrschen soll, lässt der Pressesprecher offen. „Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass ein privater Betreiber in Zukunft das Angebot ausdehnen könnte.“

Die Horber können sich also weiterhin mit den Nachbarn aus Rottenburg und Tübingen messen – zumindest vorerst. Denn wie lange die Stadt als Betreiber einspringen wird, ist offen. Nach zwei bisher schwachen Ertrags-Jahren muss sich die Nachfrage deutlich steigern, um das Freizeit-Angebot langfristig in der Stadt zu halten.

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16.05.2018, 01:00 Uhr

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