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Bosch informiert die Belegschaft

Die Steinkühler-Pause soll weg

Reutlingen. Die so genannte Steinkühler-Pause für Akkordarbeiter (fünf Minuten pro Arbeitsstunde) sei für Bosch ein erheblicher Wettbewerbsnachteil im globalen Konkurrenzkampf, sagte Andreas Fischer vom Bereichsvorstand Automobilelektronik am Mittwoch.

12.07.2012
  • Thomas de Marco

Reutlingen. „Diese Pause existiert schon zu lange, je schneller sie abgeschafft wird, desto besser. Unsere Arbeitsplätze sind weit entfernt von den ursprünglichen Bedingungen der Pause“, so Fischer. Diese fünf Minuten pro Arbeitsstunde wurden 1973 für Band- und Akkordarbeiter eingeführt und nach IG-Metall-Verhandlungsführer Franz Steinkühler benannt.

„Wir können unsere Wettbewerbsfähigkeit mit dieser Pause nicht sichern – aber mangelnde Wettbewerbsfähigkeit vernichtet Arbeitsplätze“, warnte Fischer. Die Belegschaft sei bei einer Betriebsversammlung informiert und aufgefordert worden, „an den Tisch und zu einer Lösung zu kommen. Wir wollen die Pause abschaffen!“, erklärte Ingrid Peters von der Personalleitung.

Es gebe verschiedene Möglichkeiten zum Einstieg in den Ausstieg, das Ergebnis sei offen. „Es geht nun darum, dass sich die Betriebsräte dazu äußern. Die IG Metall war auch schon im Haus“, sagte Peters. Reutlingen sei einziger Bosch-Standort, der die Pause noch habe. Fischer geht nicht von einem drohenden Arbeitskampf, sondern von einer Einigung aus. Da wird aber noch Überzeugungsarbeit nötig sein.

„Uns wurde kein Konzept zur Umsetzung vorgelegt“, sagte der Bosch-Betriebsratsvorsitzende Daniel Müller nach der Betriebsversammlung dem TAGBLATT. „Unsere Position ist: Die Arbeit wurde nicht einfacher, sondern eher stressiger.“ Auch werde nicht offen und ehrlich mit den Leuten umgegangen, ob die Bezahlung für die Pause einfach wegfalle – oder die fünf Minuten durch Extraschichten kompensiert werden sollen. „Das würde Arbeitsplätze vernichten. Wir brauchen mehr Informationen, bevor wir darüber diskutieren. Aber was hart erstreikt wurde, wird nicht so einfach hergegeben“, sagte Müller. Noch habe der Betriebsrat aber keinen Verhandlungsauftrag.

IG-Metall-Sekretär Ernst Blinzinger sagt: „Grundsätzlich verwehren wir uns nicht den Verhandlungen, denn es geht um Arbeitsplätze. Aber vorher müssen wir die Details wissen.“ Etwa auch, welche alternativen Arbeitsplätzen geschaffen würden, falls durch Streichung der bezahlten Pause welche wegfallen sollten. „Diese Alternativen sind im Tarifvertrag festgelegt.“ Seit 40 Jahren werde immer wieder gegen diese Pause vorgegangen.

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12.07.2012, 12:00 Uhr

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