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Kein Platz im Traumfach? Es gibt auch den anderen Weg

Die Studienberaterin über typische Probleme von Erstsemestern

Wie sich Studentengenerationen verändern, bekommen die Studienberater am besten mit. Was fällt Birgit Grunschel an den Erstsemestern auf?

17.10.2012
  • Ulrike Pfeil

„Die Eltern“, sagt Birgit Grunschel auf Anhieb. Sie erscheinen häufiger als früher mit den Studienanwärtern in der Studienberatung, sie organisieren schon an den Schulen Info-Veranstaltungen über Studium und Hochschule, manche rufen besorgt in der Beratung an: Ob ihre Kinder alles richtig machen?

Die „Kinder“, also die Studierenden, sind in der Tat deutlich jünger als früher: Das achtjährige Gymnasium und die Aufhebung der Wehrpflicht machen sich bemerkbar. Der Panikmache wegen des doppelten Abi-Jahrgangs in diesem Jahr haben sich viele durch ein Auslandsjahr oder einen Freiwilligendienst entzogen. Andere, weiß die Leiterin der Zentralen Studienberatung an der Uni Tübingen, schreiben sich einfach irgendwo ein, wenn es in ihrem Traumfach nicht geklappt hat. Oder wenn sie noch unsicher sind, was es sein soll. Hauptsache, ein Studienplatz.

„Der Fachwechsel ist ein Thema in der Beratung“, sagt Grunschel, die selbst Sozialwissenschaftlerin ist. Sie empfiehlt, ein Warte- oder Entscheidungsjahr an der Uni produktiv zu nutzen. Man könne sich gründlich orientieren, mit anderen Studenten und Fachschaften sprechen, in Veranstaltungen des Studium Professionale seine Fertigkeiten und im Studium Generale seinen Horizont erweitern. Seit der Einführung des Bachelor-/Master-Systems entscheiden sich Studierende schneller zu einem Fachwechsel, meist nach einem Jahr; oft betrifft er nur das Zweitfach. Das findet Grunschel gut, denn: „Je früher man wechselt, desto mehr Kraft bringt man mit.“ Und wenn es gar nicht klappt, bietet vielleicht ein benachbartes Fach den Einstieg: „Wer eigentlich (das Numerus-Clausus-Fach) Umweltnaturwissenschaft studieren möchte, kann auch über Geowissenschaften zum Ziel kommen.“

Verwirrend ist für viele Anfänger das Erstellen des eigenen Studienplans: Wie viele Lehrveranstaltungen passen in eine Studienwoche? Wie lassen sich die Anforderungen von Erst- und Zweitfach zeitlich und räumlich koordinieren? Wie bringt man ein komplettes Modul unter (eine thematische Lehreinheit, die mehrere verzahnte Veranstaltungen beinhalten kann)?

„Einfach ist die Anfangsphase sicher nicht“, gibt Grunschel zu bedenken, „das Dickicht ist sehr groß.“ Ein Beispiel: 91 Seiten hat allein das Modulhandbuch Germanistik, das mit dem aufmunternden Satz beginnt: „Es handelt sich dabei nicht um eine Beschreibung der in jedem Semester wechselnden, aktuellen Veranstaltungen, sondern vielmehr um die strukturellen Vorgaben für die jeweiligen Module.“ Man muss also erst die Studien- und die Prüfungsordnung studieren und das Ganze mit dem aktuellen Semesterangebot auf die Reihe kriegen. „Da ist man schnell bei 300 Seiten“, sagt Grunschel.

„Komplexität rausnehmen“ ist deshalb eine zentrale Aufgabe der Studienberatung, die sie nicht nur in Einzelgesprächen wahrnimmt, sondern vor allem in zentralen Einführungsveranstaltungen. Auch dabei ist Grunschel etwas an den neuen Studenten aufgefallen: „Sie haben mehr Mut, in einem großen Auditorium Fragen zu stellen.“

Eine andere Beratungsaufgabe: Den Studierenden zu vermitteln, dass die sechs Semester, die bis jetzt noch für die meisten Bachelor-Studiengänge angesetzt werden, keine zwingende Vorgabe sind und auch nichts darüber aussagen, ob man anschließend einen Master-Studienplatz bekommt. „Es gibt viele Möglichkeiten und Gründe zur Verlängerung“, betont Grunschel. Wenn nur die Module mitmachen.

Info: Wegen der starken Nachfrage ist die Zentrale Studienberatung in den ersten beiden Semesterwochen von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Danach Terminvereinbarung unter 2 97 25 55 (Wilhelmstraße 11) oder 2 97 77 19 (Hörsaalzentrum Morgenstelle).

Die Studienberaterin über typische Probleme von Erstsemestern
Birgit Grunschel

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17.10.2012, 12:00 Uhr

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