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Die Suche nach dem Bewegungsgefühl
Sich Abläufe vorzustellen, ist für Severin Freund im Grunde Standard. Foto: Actionpress
Visualisierung gehört für Skisprung-Weltmeister Severin Freund zum Rüstzeug, ist aber auch nicht alles

Die Suche nach dem Bewegungsgefühl

Ohne Visualisierungstechniken läuft für Severin Freund kein Wettkampf ab. Für den Skisprung-Weltmeister und -Olympiasieger gehört diese Mischung mentaler Trainingsformen in seiner Sportart zum Standard.

21.04.2016
  • KLAUS VESTEWIG

Visualisierung vor dem Sprung: Hat da jeder Athlet sein eigenes System?

SEVERIN FREUND: Grundsätzlich glaub ich ja, auch wenn es sich doch ähnelt. Man versucht ja immer vor dem Sprung, die Sachen, die man machen will, so gut es geht herunterzureduzieren. Man versucht, sich für die Visualisierung die wichtigen Teile, also den Absprung oder das, was man gerade umsetzen will, kurz bildlich vorzustellen, damit es dann einfacher funktioniert. Bei mir ist es eigentlich Standard.

Severin, was bringt es für Sie, sich geistig vorzustellen, was der Körper dann gleich tun sollte?

FREUND: Es ist dann einfach leichter, das umzusetzen, weil man sich die Bewegung schon mal vorgestellt hat. Eigentlich nicht nur, wie sie aussieht, sondern auch, wie das Bewegungsgefühl dabei ist, wobei da die Leute unterschiedlich sind, weil jeder für etwas anderes mehr empfänglich ist. Dem einen bringt es mehr, sich vorzustellen, wie es aussieht, dem andern bringt das Bewegungsgefühl mehr. Deswegen ist Visualisierung meistens eine Vermischung von mehreren Formen des mentalen Trainings.

Und wenn man darauf verzichtet?

FREUND: Es ist nicht so, dass dann, wenn man es nicht macht - wegen Stress oder weil keine Zeit da ist -, der Sprung automatisch schlecht wird. Wenn man wirklich in Form ist, ist das mehr oder weniger irgendwann wie ein Replay-Film, der gerade abläuft, mehr braucht s auch gar nicht.

Was ist, wenn eine Veränderung der Technik nötig wird?

FREUND: Man kann es so sagen: Es wird durch Visualisierung leichter, dass das gelingt, wenn man einen Umbruch im Sprung erreichen will. Es ist aber keine Garantie, dass der Sprung automatisch besser wird.

Üben Sie Visualisierungstechniken im Training? Und wie?

FREUND: Im Training will man ja im Endeffekt so nah wie möglich am Wettkampf dran sein, vor allem auch mit den ganzen Ritualen. Insofern ist das im Training kein großer Unterschied, außer in dem Fall, dass du da auch mal was ausprobierst. Zum Beispiel, dass du es rein über das Gefühl machst. Training ist ja mehr oder weniger wie Wettkampf, zumindest sollte es so sein.

Kann man durch Visualisierung selbst dann in seiner Technik besser werden, wenn man zum Beispiel verletzt oder krank im Bett liegt?

FREUND: Rein durch Visualisierung stelle ich mir das schwer vor. Es ist schwierig, dazu sinnvolle Aussagen zu machen - weil in unserer Sportart sehr das Gefühl betont ist und alles extrem individuell zugeht. Also, sich während einer Verletzung allein vor dem geistigen Auge vorzustellen, wie dann etwas auszusehen hat . . . Nun, ich hab noch nicht ausprobiert, wie sich das auswirkt. Vielleicht kann ich mir in dem Fall ein Gefühl zurückholen oder die Bewegung imitieren. Aber sich rein über Visualisierung zu verbessern? Ich weiß nicht, ob das möglich ist.

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21.04.2016, 06:00 Uhr

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