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Platz für neue Träume

Die Tigers haben aufgerüstet – und wollen öfters siegen

Viel Applaus gab es gestern für die Walter Tigers Tübingen beim öffentlichen Training in der Paul-Horn-Arena – die Spieler wollen den Fans in dieser Saison noch viele Anlässe zum Jubeln geben.

29.08.2010
  • Johannes Knuth

Tübingen. Igor Perovic hat zuletzt viele geruhsame Nächte verbracht. Bestens gelaunt trat der Cheftrainer der Tübinger Erstliga-Basketballer vor die rund 150 Zuschauer beim öffentlichen Training, stellte jeden Spieler vor, Applaus brandete auf. Dann kam Neuzugang Chris Oliver an die Reihe. „Wegen ihm haben wir letzte Saison eine Woche nicht geschlafen“, erinnerte sich Perovic an jene Partie im Februar gegen die BG Göttingen, als Oliver mit der Schluss-Sirene zum Göttinger Erfolg traf. „Deswegen ist er jetzt hier“, sagte Perovic. Die Zuschauer lachten, dann bekam auch Perovics Albtraum seinen Applaus.

Anschließend sprach Manager Robert Wintermantel zum Volk. „Sehr stolz“ sei er auf die neue Mannschaft, die Fans dürften sich auf eine „tolle Saison“ freuen. Wintermantel machte diese Versprechungen nicht ohne Grund. Der 39-Jährige hat in der Vorbereitung ja immerhin zwei der besten Akteure der abgelaufenen Spielzeit nach Tübingen gelockt: Den hochbegabten Russen Anatoly Kashirov (ehemals Mitteldeutscher BC) und eben Chris Oliver. „Ich hatte das Gefühl, dass Tübingen sehr gut aufgestellt ist“, sagte Oliver. „Die Spieler reden untereinander, wir scheinen ein gutes Standing zu haben“, ergänzte Wintermantel. Zur Mund-zu-Mund-Propaganda gesellt sich eine Taschengelderhöhung des Hauptsponsors. „Wir haben mehr finanzielle Mittel zur Verfügung, sind aber noch immer in der Konsolidierungsphase“, sagte Wintermantel.

Neben Oliver, Kashirov und dem Serben Radovan Markovic haben die Tübinger zudem ihr Kontingent an deutschen Spielern aufgefüllt. Die Liga hat den Klubs in dieser Saison aufgetragen, mindestens fünf einheimische Spieler auf dem Spielberichtsbogen einzutragen. Wintermantel, bestens vernetzt mit den Trainern des Basketball-Internats Urspringschule, hat diese Hausaufgabe sehr gewissenhaft erfüllt.

Der Einfluss der Deutschen war gestern schon spürbar. Point Guard Nicolai Simon (ehemals Paderborn) dirigierte fleißig und traf aus allen Lagen. Ruben Spoden (ehemals Urspringschule) zeigte, dass er einen bundesligareifen Drei-Punkte-Wurf in seinem Angebot führt. Routinier Johannes Helber überzeugte mit Ruhe und Übersicht. „Diese Spieler wollen hier spielen, und das werden sie“, sagte Trainer Perovic, der das flotte Spiel nach einer Stunde beendete. Kalter Schweiß wehte auf die Tribüne, die Fans klatschten.

Perovic und sein Gefolge wollen sich in dieser Saison noch oft feiern lassen. Zwar ist die Liga stärker geworden, im Ausland macht sich die Wirtschaftskrise bemerkbar. „Trotzdem wollen wir mehr Spiele gewinnen als im letzten Jahr“, sagte Perovic. Seine Anleitung dafür ist einfach: Mehr Auswärtsspiele müsse man gewinnen (die alte Bestmarke steht bei vier), dazu brauche man nur einen ausgeglichenen Kader (den die Tigers nun haben) sowie starke und große Spieler (Neuzugang Kashirov misst 2,15 Meter). Und dann nahm der Cheftrainer tatsächlich das P-Wort in den Mund, das in Tübingen eigentlich auf dem Index steht. „Mein Traum für dieses Jahr sind die Playoffs“, sagte Perovic. Da sein größter Albtraum nun für die Tigers spielt, ist für derartige Träume ja endlich Platz.

Deutscher Nationalspieler muss nur noch unterschreiben

Er ist viel schmächtiger als die meisten seiner Kollegen. Doch das hinderte Junioren-Nationalspieler Akeem Vargas nicht daran, seinen Gegenspielern beim gestrigen Training ein ums andere Mal davonzudribbeln. Noch steht der 20-Jährige bei den Tigers nicht unter Vertrag. Das wird sich allerdings bald ändern. „Es fehlt nur noch die Unterschrift“, sagte Manager Robert Wintermantel gestern. Vargas soll für drei Jahre unterzeichnen. Und anschließend der Bundesliga-Konkurrenz noch oft davondribbeln.

Die Tigers haben aufgerüstet – und wollen öfters siegen
„Wir wollen mehr Spiele gewinnen als im letzten Jahr“ – Tigers-Cheftrainer Igor Perovic begrüßte den Anhang, der es sich mit Bier, Apfelschorle und belegten Brötchen auf der Tribüne gemütlich gemacht hatte. Und bei der anschließenden Trainingseinheit immer wieder applaudierte. Bild: Ulmer

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29.08.2010, 12:00 Uhr

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