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Bundesweiter Leistungsvergleich: Glücksgefühle beim BIX-Rating

Die Tübinger Stadtbücherei schnitt äußerst erfolgreich ab

Nicht nur unsere WM-Kicker haben jetzt den vierten Stern. Den hat Tübingens Stadtbücherei schon länger, und vor allem: jetzt wieder. Zum zweiten Mal in Folge holte sie alle vier Sterne beim bundesweiten Leistungsvergleich des Deutschen Bibliotheksverbands, dem BIX.

23.07.2014
  • Wilhelm Triebold

Tübingen. Damit gehört die Stadtbücherei wiederum zu den besten Bibliotheken des Landes. Bundesweit hatten sich 280 Bibliotheken an dem diesjährigen Leistungsvergleich beteiligt, davon 198 öffentliche und 82 wissenschaftliche Büchereien. Der BIX-Index wird seit anderthalb Jahrzehnten ermittelt, er ist damit weltweit eines der ältesten bibliothekarischen Leistungsmessinstrumente.

Vier Kategorien (oder im BIX-Jargon: „Zieldimensionen“) werden zugrunde gelegt: Die Zieldimension Angebote bildet die Ausstattung der Bibliothek ab, ihre zur Verfügung gestellten Ressourcenschule für die Versorgung der Bücherei-Kundschaft, ihre Infrastruktur. In der Zieldimension Nutzung wird danach gefragt, wie die Ressourcen genutzt und die angebotenen Dienstleistungen angenommen wurden. Eine hohe Nutzung lässt darauf schließen, dass Kundenwünsche und -bedürfnisse zumeist richtig eingeschätzt werden.

Die Zieldimension Effizienz verknüpft Angebot und Nutzung, Ausgaben und Leistungen. Im Mittelpunkt stehen die laufenden Ausgaben pro Besuch beziehungsweise pro aktivem Nutzer. In der Zieldimension Entwicklung wird abgefragt, ob in der Bibliothek ausreichende Potenziale für notwendige Veränderungen vorhanden sind; und zwar sowohl beim Personal als auch in der Bestandsentwicklung und in der finanziellen Ausstattung.

Das Ganze wird, anders als in früheren Jahren, mittlerweile nicht mehr als Ranking, sondern als Rating abgebildet. Also nicht auf einer Liste der Besten mit Sieg und Platz. Sondern eben im Vier-Sterne-Verfahren, das wiederum fünf Gruppen (nach Einwohnerzahlen) unterscheidet.

Die Tübinger Stadtbücherei gehört mit rund 100 weiteren Bibliotheken zur Gruppe 4, das sind die Ausleihstellen in Städten zwischen 50 000 und 100 000 Einwohnern. Die Reutlinger Stadtbibliothek gehört demnach zur Gruppe 5, in der sich rund 90 Großstädte wiederfinden. Reutlingen ist in der Region (außer vielleicht noch Herrenberg) die einzige Stadtbücherei, die sich diesmal neben Tübingen am jährlichen BIX-Prüfverfahren beteiligt hat. Allerdings schwächelten die Reutlinger in der Kategorie „Effizienz“, weshalb sie mit dreieinhalb Sternen vorlieb nehmen mussten.

Anders dagegen Tübingen: Als besonders stark erwies sich die hiesige Stadtbücherei in der Kategorie „Nutzung“. Bei dem Indikator „Besuche je Einwohner“ erreicht sie sogar den Spitzenwert unter allen Bibliotheken ihrer Größenklasse. So besuchte im vergangenen Jahr jeder Tübinger die Zentrale oder ihre Filialen durchschnittlich 4,8 Mal im Jahr. Zum Vergleich: Bundesweit sucht jeder Einwohner seine Gemeinde- oder Stadtbibliothek nur knapp zweimal pro Jahr auf.

In Tübingen besitzen 60 Prozent aller Kinder zwischen sechs und 17 Jahren einen Leseausweis der Stadtbücherei. Für sie stellt die Stadtbücherei eine aktuelle, qualitativ hochwertige Medienauswahl bereit. Durch die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten, durch zahlreiche Projekte wie beispielsweise das Lese-Haus und durch viele weitere Angebote werden Kinder dazu ermuntert, die Kulturtechnik Lesen einzuüben und zu festigen. „Die Leseförderung liegt uns besonders am Herzen. Lesen ist eine Grundvoraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben und bleibt auch im Zeitalter der digitalen Medien wichtig“, erklärte die Leiterin der Stadtbücherei, Martina Schuler.

Vor kurzem erst hatte die Stadt angekündigt, zehn Millionen Euro in einen Neubau oder in die Sanierung der Stadtbücherei zu investieren. „Ich bin stolz, dass die Stadtbücherei auch in diesem Jahr wieder zu den Spitzenreitern zählt und beglückwünsche die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu diesem Erfolg“, sagte nun Oberbürgermeister Boris Palmer. „Besonders erfreulich ist, dass die Tübinger das Angebot der Bücherei sehr intensiv nutzen. Das spricht für die hohe Qualität unserer Bibliothek – trotz des beengten Raumes“.

Die Tübinger Stadtbücherei schnitt äußerst erfolgreich ab
Neubau? Ausbau? Umbau? Die Zukunft der Tübinger Stadtbücherei in der Nonnengasse ist noch offen. Die Gegenwart zeugt allerdings von recht hoher Akzeptanz: Annähernd fünf Mal besuchte rein rechnerisch jeder Tübinger die Bibliothek im vergangenen Jahr.Archivbild: Grohe

Der BIX-Bibliotheksindex ist ein bundesweites Leistungsmessungsinstrument für öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit von Bibliotheken anhand bestimmter Kennzahlen zu beschreiben.
Entwickelt wurde der BIX im Jahr 1999 von der Bertelsmann Stiftung und dem Deutschen Bibliotheksverband.
Seit dem Jahr 2005 führt der Deutsche Bibliotheksverband ihn zusammen mit dem Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen innerhalb des Kompetenznetzwerks für Bibliotheken durch.

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23.07.2014, 12:00 Uhr

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