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Die Überlebenden

Doku-Regisseur Andres Veiel versucht die Selbstmorde drei seiner Klassenkameraden zu ergründen.

Doku-Regisseur Andres Veiel versucht die Selbstmorde drei seiner Klassenkameraden zu ergründen.

DIE ÜBERLEBENDEN
Dokumentarfilm - Deutschland

Regie: Andres Veiel


- ab 0 Jahren

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23.11.2015

Es zahlt sich eben nie aus, Sex nur als Mittel für materielle Zwecke einzusetzen. Doch Edelmann Boleyn ist so verschuldet, dass er glaubt, allein seine Tochter Anne (berückend macchiavellistisch: Natalie Portman) könne ihm noch einen Weg zu den Pfründen des mächtigen Königs Heinrich VIII. (Eric Bana) ebnen. Der ist zwar (noch) verheiratet, doch schon die junge Anne hat ein zu großes Gespür für Macht, um sich nach dem ersten Schock von einer Karriere als Mätresse abschrecken zu lassen. Leider verläuft die erste Begegnung ungünstig, und der Monarch verliebt sich in Annes warmherzig-natürliche Schwester Mary (Scarlett Johansson).

Wer gewisse Zweifel an der historischen Stimmigkeit der Filmhandlung verspürt, liegt ganz richtig. Denn als Vorlage diente Regisseur Justin Chadwick der Bestseller der Autorin Philippa Gregory. Sie bereichert das bekannt düster-intrigante Hofleben des königlichen Mehrfachehemanns um zusätzliche intime Konstellationen. Das ist als opulenter Kostümfilm durchaus reizvoll anzusehen.

Skrupellose Intrigen bringen Anne schließlich doch an die Seite des Königs. Sie kultiviert die Kunst der Verführung gegenüber einem Mann, dem gewöhnlich alles ganz selbstverständlich zur Verfügung steht. Dass sie sich mit der Macht eine destruktiv-sadistische Sexualität einhandelt, für die beide Partner einander hassen, hat beinahe etwas Tragisches.

Nahezu schwelgerisch gleitet der Film zurück in eine Zeit, in der arrangierte Ehen oder andere Zuführungen von Frauen die finstersten emotionalen Verstrickungen hervorbrachten. Das Kalkül von Autorin Gregory: Die Güte der „anderen“ Schwester Mary soll vor diesem Hintergrund nur umso heller leuchten.

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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