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Ganz Unten

Die Ufojäger vom Übersberg

Das Sommerloch klafft tief wie selten zuvor. Kein Termin weit und breit, keine Mords-Story und keine Leiche im Keller. Die Entscheidungsträger haben Reutlingen den Rücken gekehrt, das Fußvolk hält die Stellung. Sämtliche sauren Gurken werden in der Reutlinger Presse fünfspaltig ausgemostet.

25.08.2014

Vor Jahresfrist haben wir an dieser Stelle das Ungeheuer vom Breitenbachsee seinen schuppigen Leib aus den Fluten heben lassen. Horden von Touristen säumen seither das Seeufer, um eine Schwanzflosse der sagenumwobenen Gestalt zu erhaschen, die der Legende nach ein entfernter Verwandter des Ungeheuers von Loch Ness ist. Vergeblich, das Untier ist abgetaucht.

Jetzt hat das Ungeheuer vom Breitenbachsee indes Verstärkung bekommen. Ein fiktiver Bronnweiler Blogger behauptet steif und fest, hinter dem Gartenzaun seiner Großmutter ein Rhinozeros gesehen zu haben. Das Foto, das er ins Netz gestellt hat, zeigt freilich nur einen dunklen Schatten über einer Wäschespinne. Der Blogger beschreibt das Untier so plastisch wie Dürers berühmter Holzschnitt von 1515. Doch kann der Mann das Tier auch im Zoo gesehen haben. Wie uns Google verraten hat, brüstet er sich bei Facebook mit einer Dauerkarte der Stuttgarter Wilhelma.

Auch sämtliche Meldungen über einen Gönninger Grizzly müssen wir, bis das Gegenteil bewiesen ist, ins Reich der Fabel verweisen. Ein Jäger erzählte unlängst beim Lateinkurs in der Reutlinger Volkshochschule, wenn wir ihn zwischen zwei absoluten Ablativen richtig verstanden haben, von ungeheuerlichen Bissspuren im Bienenstand und von tiefen Tapsern im Heufeld. Allerdings können wir für die korrekte Übersetzung nicht ganz die Hand ins Feuer legen, weil uns leider einige Vokabeln gefehlt haben.

Kein Foto existiert von dem Ufo, dass am Dienstag über dem Pfullinger Übersberg die Segelflieger in Unruhe versetzt hätte, wenn welche dagewesen wären. Kein Mensch hat dieses Ufo gesehen. Wir auch nicht. Deshalb schreiben wir auch nicht davon. Wohl aber über das Ufo, das am 18. August 2012 gegen 14 Uhr über der Achalm aufgetaucht sein soll. Das Internet ist voll von Bildern davon. Und das Netz irrt bekanntlich niemals. Wenn die Außerirdischen das nächste Mal hier nun auch landen sollten, reden wir gerne mit ihnen. Schließlich war Steven Spielbergs „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“ früher einer unserer Lieblingsfilme. Wir bitten aber um einen Termin im Sommerloch.

Matthias Reichert

Die Ufojäger vom Übersberg
Leider auch kein Ufo, sondern nur das Tragluftdach des Wankheimer Biogas-Speichers. Archivbild: Sommer

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25.08.2014, 12:00 Uhr

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