Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Gartenstadt Orschel-Hagen wird 50 Jahre alt

Die Wohnbau-Krönung

Jetzt hat sie begonnen die Jubiläumswoche des Reutlinger Stadtteils Orschel-Hagen. Seit gestern ist im Haus der Jubilategemeinde eine Fotoausstellung zur Geschichte der Gartenstadt zu sehen. Zusammengestellt wurde sie vom städtischen Amt für Stadtentwicklung und eröffnet von Baubürgermeisterin Ulrike Hotz und dem Stuttgarter Stadtplanungs-Professor Franz Pesch.

24.06.2011
  • Matthias Stelzer

Reutlingen. Sie mögen ihren Stadtteil die Orschel-Hagener/innen. Das war auch gestern spürbar, als sich das Jubilate-Gemeindehaus zur Eröffnung der Jubiläumswoche und einer Fotoausstellung einem solchen Besucherandrang ausgesetzt sah, dass die Helfer/innen gar nicht mehr nachkamen mit dem Ankarren zusätzlicher Stühle.

Zehn Wandtafeln im Jubilate-Gemeindehaus

Vor 50 Jahren bezogen die ersten Familien die Reutlinger Gartenstadt. Dieses Datum nehmen die Bürgerinitiative „Interessengemeinschaft Einkaufen und Leben in Orschel-Hagen“ (Igeloh) und die Stadtverwaltung zum Anlass, um eine Woche lang zu feiern. Gipfeln wird das umfangreiche Programm in einem Jubiläums-Stadtteilfest am Samstag, 2. Juli.

Zum Auftakt der Festwoche wurde jetzt aber erstmal die Geschichte des auf der grünen Wiese entstanden Quartiers verbildlicht. Zehn mit reichlich Fotos gestaltete Wandtafeln sind während der Festwoche im Jubilate-Gemeindehaus zu sehen. Sie erzählen die Geschichte des Stadtteils vom Gemeinderatsbeschluss 1958 bis zur Fertigstellung des Quartiers Ende der 60er-Jahre.

Bei der Eröffnung am Sonntagmorgen würdigte Ulrike Hotz den Stadtteil als schön und liebenswert. Orschel-Hagen sei eine Besonderheit, mit der Reutlingen die wohnungspolitischen Herausforderungen der Nachkriegszeit konsequent angegangen sei, sagte die Baubürgermeisterin.

Und sie zitierte – nach einem Werbeblock für die Bürgerbeteiligung in Reutlinger Stadtentwicklungsprozessen – Oskar Kalbfell. Der Nachkriegsbürgermeister soll die Gartenstadt als „gewisse Krönung des Wohnungsbaus“ bezeichnet haben. Eine Einschätzung, die der Stuttgarter Architekt und Städtebau-Professor Franz Pesch in der Rückschau stützte.

Der Stuttgarter verbeugte sich verbal vor dem städtebaulichen Vater der Siedlung, dem Darmstädter Professor Max Guther. Als Wettbewerbssieger hat er den Gartenstadt-Gedanken im Norden der Reutlinger Altstadt ausmodelliert. „Es ist eine große Anstrengung aus dem Nichts einen Stadtteil zu gründen“, kommentierte Pesch die damalige Aufgabenstellung.

Und er attestierte Guther, mit der „schmetterlingsförmigen Siedlung“ und der gelungenen sozialen Mischung einen guten Job gemacht zu haben. „Sie haben allen Grund, stolz auf diese Gartenstadt zu sein“, sagte er. Und er machte auch keinen Hehl daraus, dass er eine Verjüngung des Quartiers als zentrale Herausforderung der Zukunft sieht.

Die Mischung als Pfund für die Zukunft

In Orschel-Hagen, das einst knapp 10.000 Einwohner/innen hatte, leben derzeit 6.600 Menschen. Viele von ihnen bezogen einst die eben von der gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft GWG fertiggestellten Neubauten und blieben bis heute.

Man brauche die Verjüngung schon alleine, um die „zentralen Versorgungseinrichtungen“, gemeint war unter anderem die Einkaufszeile am Dresdner Platz, halten zu können, meint der Stadtplaner.

Speziell für die Reutlinger Gartenstadt dürfe man da aber zuversichtlich sein: „Hochhäuser, Mehrfamiliengebäude, Doppelhäuser, Bungalows – wir haben diese deutliche Mischung als Pfund für die Zukunft“, sagte er.

Und er empfahl der Stadtverwaltung, sich bei der geplanten Süderweiterung der Gartenstadt auch weiterhin an den Grundlagen zu orientieren, die Max Guther vorgegeben habe: „Dann bleibt Orschel-Hagen auch weiter ein starkes Stück Reutlingen.“

Die Wohnbau-Krönung
Der Dresdner Platz in den 60er-Jahren. Bild: Stadtverwaltung

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

24.06.2011, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball