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Fußball

Die XXL-Weltmeisterschaft ist nicht aufzuhalten

Auf die Kritiker aus Deutschland will niemand hören: Die WM wird wohl auf 48 Teams aufgestockt.

10.01.2017
  • DPA

Zürich. Vormittags der Gute-Laune-Kick mit Diego Maradona, am Abend der glamouröse Gala-Auftritt mit Cristiano Ronaldo bei der Weltfußballerwahl: Kurz vor der möglichen historischen Entscheidung für die heftig umstrittene Mammut-WM mit bis zu 48 Mannschaften amüsierte sich Fifa-Boss Gianni Infantino noch bei Showterminen mit den Fußball-Superstars. Hinter den Kulissen tobt aber schon längst der Machtkampf der Funktionäre aus allen sechs Kontinentalverbänden um die bald neu zu verteilenden acht oder wahrscheinlich sogar 16 WM-Startplätze.

Alle Anzeichen deuten auf das von Infantino entworfene WM-Format mit 48 Teams vom Turnier 2026 hin – damit müssen sich auch die deutschen Gegner des XXL-Turniers um Bundestrainer Joachim Löw und Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge mittlerweile abfinden. Auf dem Tisch liegen auch noch zwei Vorschläge für Turniere mit 40 Teams und die Idee mit einer Vorab-Playoffrunde. Favorit soll aber die Variante mit 16 Dreiergruppen sein, inklusive Elfmeterschießen nach jedem Vorrundenspiel ohne Sieger, einem der größten Eingriffe in die Fußball-Kultur in der 113-jährigen Fifa-Geschichte.

„Alle haben eine klare Meinung. Es ist aber nicht sicher, dass es auch ein Ergebnis geben wird. Wir müssen die Sitzung abwarten“, sagte Uefa-Chef Aleksander Ceferin vor dem mit Spannung erwarteten Treffen des Fifa-Councils am heutigen Dienstag in Zürich. Dabei sprach der Slowene allerdings von den Auseinandersetzungen um die Startplätze und nicht von der Erhöhung als solcher. Diese scheint beschlossene Sache. Die aktuelle WM-Variante mit 32 Mannschaften ist nur noch ein Auslaufmodell für die Turniere 2018 und 2022.

Maradona: Wunderbare Idee

Infantino steht bei seinen Wählern aus Afrika und Asien im Wort, den Zugang zur WM zu erleichtern. Er kommt damit außerhalb Europas gut an. Das Geschacher ist im vollen Gange. Aus Venezuela sickerte durch, dass Nord- und Südamerika künftig gemeinsam eine Qualifikationsrunde spielen, wenn das WM-Kontingent auf 14 statt bislang sieben bis neun Plätze erhöht wird. Europa ist bislang mit 13 WM-Startern Spitzenreiter im Ranking.

Infantino äußerte sich vor der Council-Sitzung nicht mehr. Für ihn sprach aber Maradona – sein Teamkollege beim zum zweiten Mal organisierten Legenden-Kick auf dem Gelände der Fifa-Zentrale. „Es ist eine wunderbare Idee“, sagte der Argentinier. „So haben Länder die Möglichkeit zur Teilnahme, die normalerweise niemals eine WM spielen dürften. So gibt man jeder Nation Hoffnung und die Leidenschaft für Fußball lebt neu auf.“

Nahezu wortgleich hatte auch Infantino seine Idee gegen jede Kritik aus den europäischen Profiligen verteidigt. Auch Löw monierte mehrfach, dass eine größere WM die hohen Belastungen der Profis verschärft und die sportliche Qualität verwässert. „Für den Weltmeister ist es einfach eine Meinung zu haben, wenn es um die WM geht. Was kann ich ihm sagen? Dass er offen sein muss für Erneuerung, für den Fußball, für die Fußball-Entwicklung. Dass nicht alle die Chance haben, sich wie Deutschland jedes Mal zu qualifizieren“, hielt Infantino nach der jüngsten Council-Sitzung dagegen.

Der deutsche Fußball darf jedenfalls nicht mitentscheiden. Wenn die derzeit 33 Council-Mitglieder auf dem Zürichberg beraten, ist Wolfgang Niersbach nicht mehr dabei und sein Nachfolger als DFB-Chef, Reinhard Grindel, noch nicht. Erst im Mai kann der deutsche Fußball-Boss in das Gremium aufrücken. „Alle vier Alternativen haben erhebliche Schwächen, die im Faktenpapier der Fifa auch deutlich aufgezeigt werden“, sagte Grindel. Dass er sich mit einem wird letztlich anfreunden müssen, weiß der DFB-Chef. dpa

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10.01.2017, 06:00 Uhr

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