Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Die Zeit der Frauen

Die Zeit der Frauen

Spielfilm über vier Inderinnen, die in ihren Ehen unterdrückt werden, aber vom Aufbruch in ein besseres Leben träumen.

Die Zeit der Frauen

Parched
Indien 2016

Regie: Leena Yadav
Mit: Tannishtha Chatterjee, Radhika Apte, Surveen Chawla

117 Min. - ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
28.05.2016
  • Klaus-Peter Eichele

Etwas abseits vom „Best Exotic Marrigold Hotel“ zeigt sich Indien von seiner unschönen Seite. In dem ländlichen Dorf, dem Schauplatz des Spielfilms von Leena Yadav, hat das Patriarchat noch keinen Kratzer abgekriegt. Junge Frauen werden nach Gutdünken der Väter an den Meistbietenden verhökert. Wenn sie dann vom Gatten misshandelt oder vom Schwiegervater missbraucht werden, ist es eben der Wille der Götter. Klagen dagegen weisen die Dorfältesten kaltschnäuzig zurück. Von wenigen Ausnahmen abgesehen sind die Männer in diesem Kosmos Faulenzer, Säufer, Grobiane, Vergewaltiger oder alles zusammen. Beim weiblichen Geschlecht reichen die Träume zunächst nicht viel weiter, als einen etwas weniger wüsten Kerl zu ergattern.

Aus der anfangs breit skizzierten Dorfkulisse treten mit der Zeit vier Frauen in den Vordergrund, die auf unterschiedliche Art – vom reinen Opfer bis zur Komplizin – in das repressive System verstrickt sind. Die einzige, die mit einem gewissen Selbstbewusstsein am Rand steht, ist eine Hure – doch auch sie zahlt einen hohen Preis.

Nach diesem wenig ersprießlichen Problemaufriss lässt die Regisseurin aber auch Hoffnung sprießen. Wenn sie unter sich sind, erschließen sich den Frauen Freiräume bis hin zur sexuellen Erfüllung. Der Keim des Wandels, so viel ist schnell klar, liegt in der Solidarität der Unterdrückten, die sich etwa im gemeinsamen Kampf für eine Sattelitenschüssel, die Verbindung zu einer vielleicht etwas besseren Welt, offenbart.

Weil das aber für einen ans globale Publikum adressierten Film etwas wenig ist, beschleunigt Leena Yadav am Ende mit einer hoch dramatischen und dann märchenhaften Wendung den Prozess der Emanzipation. Auch in Indien ist das Kino eben bigger than life.

Zeigt Indien von seiner frauenverachtenden Seite – aber auch hier ist nicht alle Hoffnung verloren.

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

28.05.2016, 16:12 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.

Kino Suche im Bereich
nach Begriff
Anzeige