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Neues Ziffernblatt in Oberndorf

Die Zeit ist wieder schön

Glocken werden in Kirchtürmen nicht oft ausgewechselt, meist werden sie zur Reparatur herausgenommen und wieder eingehängt. Hin und wieder wird das Geläut ergänzt, jüngst in Weiler, etwas länger zurück im Rottenburger Domturm. Doch wann wird schon mal ein Ziffernblatt erneuert? Am Donnerstag in Oberndorf an der Kirche St. Ursula!

19.10.2012

Oberndorf. Drei Handwerker der Ulm-Biberacher Firma Philipp Hörz – Dieter Nusser, Karl-Heinz Schilling und im Bild Heinz Heinemann – erneuerten zwei der vier Ziffernblätter. Die neuen Teile sehen genauso aus wie die alten, aber sie sind offensichtlich etwas anders kon struiert. Das zeigte ein Blick auf die Südseite des Turms. Dort hing vom Ziffernblatt zuletzt nur noch das große Quadrat; die runde Fläche war rostig und frei von Ziffern, aber die Zeiger waren noch vorhanden.

Mesnerin Rosina Amann erzählte, wie es dazu kam: Im vorigen Spätwinter, als es eines Nachts auf minus 20 Grad fror und am Vormittag die Sonne ungehindert vom Himmel brannte, fiel die runde Scheibe mit Getöse herunter. Vermutlich brach sie unter der Spannung der großen Temperaturdifferenzen auseinander – wie sonst sollten die Zeiger oben geblieben sein? Wo die herabgestürzten Teile sind und ob sie womöglich das Dach beschädigt haben – das wusste die 72-jährige Mesnerin nicht.

Die beiden neuen Ziffernblätter auf der Süd- und auf der Westseite bestehen jeweils nur aus einer lackierten Blechplatte, sind also nicht mehr aufgedoppelt. 175 mal 175 Zentimeter groß sind sie. Dass der 1291 oder 1293 erbaute Kirchturm an allen vier Seiten eine Uhr hat, ist erst seit 50 Jahren so. Damals habe Pfarrer Bruno Bernhard Zieger zwei zusätzliche Uhren einbauen lassen, zumal im Dorf genügend Spenden dafür zusammengekommen waren. Es habe „Schelterei auf dem Feld“ gegeben, erinnert sich Rosina Amann an diese Zeit. Die Bauern haben sich bei der Feldarbeit an der Zeit auf dem Kirchturm orientiert. Deshalb sollte er auch in alle Himmelsrichtungen Auskunft geben.

Ungewöhnlich ist die Platzierung nicht nur der vor 50 Jahren nachträglich montierten Ziffernblätter. Nicht in der Mitte symmetrisch, sondern jeweils nach links versetzt befinden sich die Zeitscheiben und geben dem Turm dadurch einen modernen Zug. Den haben auch die Uhren trotz römischer Ziffern durch schlichte Zeiger. gef / Bild: Sommer

Die Zeit ist wieder schön

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19.10.2012, 12:00 Uhr

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