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Kommentar

Die Zeiten ändern sich

„The Times They Are A-Changin“: Man könnte tatsächlich die Entscheidung der schwedischen Jury, den Literaturnobelpreis in diesem Jahr an den Musikpoeten Bob Dylan zu vergeben, komplett mit Textzeilen aus diesem einen Lied kommentieren.

14.10.2016
  • MAGDI ABOUL-KHEIR

52 Jahre ist der Song alt, ein Protestsänger und Anführer der Jugendbewegung war Dylan damals. Er fasste den Aufruhr, den Wandel in Worte und Töne, er warnte das Establishment: Die Generation der Eltern solle nicht kritisieren, was sie nicht verstehen könne.

Nun, mit 75, gehört Bob Dylan selbst auf seine Weise längst zum Establishment und mittlerweile zur Großelterngeneration. Der Nobelpreis mutet da an wie ein Adelsschlag für die Rockpop-Welt – ach, Sir Paul McCartney und Sir Elton John gibt's ja schon.

Wer kritisiert, wer nicht versteht, dass nun kein konventioneller Schriftsteller den ehrwürdigen Preis bekommt, sollte doch anerkennen, dass viele von Dylans Zeilen enorme poetische Kraft haben. Er hat damit mehr Menschen erreicht und bewegt als fast alle anderen Lyriker.

Mit Bob Dylan wird ein herausragender Songwriter geehrt. Aber die wahre Aussage dieser Preisvergabe geht darüber hinaus: Ein Text kann auch literarische Qualität besitzen, wenn er nicht zwischen Buchdeckel gepresst oder auf einer Theaterbühne gesprochen wird. Und damit haben die Juroren eine erfreuliche Entscheidung getroffen.

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14.10.2016, 06:00 Uhr

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