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Wünsch dir was!

Die Zollerburg war am Wochenende Ziel von Sternenanbetern

Immer im August, wenn die Erde seine Bahn kreuzt, bewirft ein Komet sie mit Gas und Staub und Trümmerteilen. Für die Erdenbürger ist der fiese Beschuss aus dem Weltraum aber bloß als kosmisches Feuerwerk am Nachthimmel wahrnehmbar. Die Burg Hohenzollern bot mit zwei „Sternschnuppen-Nächten“ die Kulisse zum Meteoritenschauer-Gucken.

13.08.2012
  • Kathrin Löffler

Hechingen. Sphärisch. Magisch. Mystisch. Romantisch. Chillig. So lässt sich das in den vergangenen Nächten hoch über Hechingen designte Ambiente beschreiben. Nein, Liedgut der „Toten Hosen“ Intonierende waren am Freitag und Samstag in den späten Abendstunden auf der Zollerburg nicht zu vernehmen.

Hommage an die Hosen hat noch gefehlt

Dabei wäre eine Hommage an die Punkrock-Formation zwischen Sommernachtsschwärmereien und neugotischen Burgzinnen gar nicht fehl am Platze gewesen. Zumindest eine rein textliche. Zumindest deren 19 Jahre alten Gassenhauer „Wünsch dir was“ betreffend. Denn Gelegenheit, diesem Imperativ aus Rockstar-Feder Folge zu leisten, bot sich am Wochenende auf Preußens Stammsitz zuhauf.

„Perseiden“ nennt man jene Kometen-Bruchstücke, die stets im Hochsommer so zahlreich über das dunkle Firmament flirren, weil sie aus dem Sternbild des Perseus aufzutauchen scheinen.

Auf dem Zoller machte man sich dieses Spektakel bereits im dritten Jahr zunutze. Roland Beck, zuständig für Public Relations, hat seit Tagen „stündlich“ den Wetterbericht verfolgt. In der Nacht auf Sonntag – prognostizierter Höhepunkt des Meteoritenregens – waren die Voraussetzungen für Himmelsbeobachtungen perfekt: trocken, nicht das geringste Wölkchen. Nach bereits gutem Besuch am Vorabend strömten dann auch „so viele Leute wie noch nie“ zum Nach-den-Sternen-Greifen in preußisch-luftige Höhen.

Geöffnet und bestuhlt war die Bastei, der aussichtsreiche Weg um die Burg. Schwelgende Liebespaare, Familien mit Nachwuchs mit Entdeckerlust und hoffnungsvoll Wünschende flanierten und rasteten und blickten von dort aus nach oben. Konversationen gestalteten sich beispielsweise so: „I hab oine gsäa!“ „Noi, des isch a Flugzeug!“ Pause. „I hab oine gsäa!“ „Des war a Vegele.“ Doch Perseus hielt, was er versprach. Riesige leuchtende Schweife surften nahezu quer über den Himmel, kleinere Schnuppen flitzten hinab, Lichtfetzen huschten am Sternenmeer vorbei. Im Minutentakt.

Programm zur Nackenentspannung

Zur Nackenentspannung weilte man im Burggarten. Gab sich ganz irdischen Pizza- und Schnitzelgenüssen und Magenbrotgelüsten hin. Schlürfte Champagner. Oder Cocktails. Kühlte sich in der doch recht ordentlich frischen Bergbrise vom heißen Sommertag ab. Hörte lila-grün-bläulich changierend illuminierte Bäume rauschen. Chillte im gänzlich dunklen Burghof, wo Farbfädengewirre am Gemäuer erschienen und verschwanden, Blumenranken und Liniengewinde in gelb und rot über das Gestein waberten, und lauschte sphärischem Sound.

Uwe Sessler, Licht- und Tontechniker aus Albstadt, hatte diese Effekte produziert. Magier Rouven Nagel ließ im Grafensaal zwischen Marmorsäulen und Bronzeleuchtern jonglierend Kristallkugeln funkeln und, so schien es, über seine Hände schweben, später im Hof bunte Farb- und Flammenkreisel zucken und flackern.

Und Goethes, Herders oder etwa des alten Romantikers Eichendorffs passende lyrische Umrahmung der Szenerie verlas Dagmar Kötting, Sprecherin in Funk und Fernsehen: „Die Luft ging durch die Felder, die Ähren wogten sacht, es rauschten leis die Wälder, so sternklar war die Nacht.“

Die Zollerburg war am Wochenende Ziel von Sternenanbetern
Buntes Treiben auch im Burghof: Mit einer Lichterschau und Sphärenklängen wurde das Publikum auf die beiden „Sternschnuppen-Nächte“ auf der Burg Hohenzollern am Freitag- und Samstagabend eingestimmt.

„Hechingen im Glanze der Hohenzollern“ ist Thema einer Stadtführung am 26. August, zu der das Bürgerbüro alle Interessierten einlädt. Treffpunkt um 15 Uhr bei der St. Luzen-Kirche.

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13.08.2012, 12:00 Uhr

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