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Haare auf der Brust und dann auch noch schwanger

Die beiden ausverkauften Aufführungen der Theatergruppe des SV Eutingen überzeugten mit Witz und Lokalkolorit

Brusthaare wie der Rauhaardackel ihres Vaters bekam Hilde Breckel alias Corinna Müller im Theaterstück „Ohne Nebenwirkungen“. In den beiden ausverkauften Vorstellungen der Theatergruppe des SV Eutingen am Freitag und Samstag erfuhren die Besucher auch wieso.

09.11.2015
  • Alexandra Feinler

Eutingen. Vor der Premiere des neuen Theaterstücks war nicht nur das bisherige Theater-Team des SV Eutingen angespannt. Besonders die neue Schauspielerin Yasmin Kramer fieberte ihrem ersten Auftritt entgegen. Moderator Michael Köhn begrüßte die Besucher, darunter Theaterfreunde aus Vollmaringen und Gründringen, zur ausverkauften Vorstellung am Freitagabend. „Von dem Dreiakter können die Oberles noch was lernen“, kündigte er das Stück an, das von einer Landarztpraxis wie die der Eutinger Doktoren handelte. Passend dazu das neue Vollholz-Bühnenbild, das Michael Möhrle, Nika Ziebart und Didi Kurbjun gebaut hatten. Angelika Sattler und Elke Kramer zeigten sich für das Bühnenbild verantwortlich. Manuela Teufel, Petra Marquardt und Yvonne Nesch hatten alles bis ins kleinste Detail aufeinander abgestimmt. Für das Styling sorgte Ines Dey. Die Mitarbeiter von Casch, Sound&Light aus Eutingen zogen gleich zu Beginn die Regler hoch: „Jetzt warte ich schon eine Stunde und 43 Minuten“, brüllte Ewald Decker (Jochen Krespach) die Sprechstundenhilfe Gerlinde (Chrissi Heitmann) an. Er meckerte, dass er sich als Kassenpatient gegenüber Privatpatienten wie Frau Bürgermeister benachteiligt fühlte. Doch die Arzthelferin mit ihrem „Ossi-Dialekt“ blieb hart und mit ihr auch der hereinstürmende Dr. med. Hubert Hurlebaus (Raimund Sattler). Gut, dass seine Schwester Hilde Breckel (Corinna Müller) für den Patienten ein Herz hatte. Sie ließ sich auch nicht von der hereinstürmenden Edeltraud, der Frau des Arztes (Sandra Kurbjun) beirren. Ein Wortgefecht der Frauen kommentierte Dr. Hurlebaus mit: „Dohanna goht‘s ja zu wie auf m‘ neue KVT“.

Lokalkolorit nahmen die Schauspieler immer wieder in ihre Texte, aber auch in die Figuren auf. So war die Eutinger Arzthelferin Yvonne in Form von Neuling Yasmin Kramer vertreten. Sie sprang für die langjährige Darstellerin Anissa Meier ein, die eine kleine Rolle als labiles Großmütterchen übernahm. Bei so vielen Lachern hatten es die Souffleusen Christine Pusch und Annette Nesch leicht. Spannung brachte der Pharmazievertreter Herr Bayer (Oliver Kramer) mit seinen illegalen Testmethoden in das Stück von Thomas Deissler. Hilde „testete“ diese Medikamente, die sich noch nicht auf dem Markt befinden, und kassierte ebenso wie ihr Bruder Dr. Hurlebaus viel Geld dafür ein.

Das neue Medikament gegen den „roten Oktober“, Menstruationsbeschwerden, bekam sie dieses Mal zum Testen. Doch die „wilde Hilde“ testete eher Elektriker Ewald Deckers Liebeskünste aus, worauf sie schwanger wurde. Zudem wuchsen ihr unerwünschte Haare auf der Brust. Er beschrieb seine Schwester gegenüber Pharmazievertreter Herr Bayer als „laufender Perserteppich“. Doch anstatt sich um das Problem aktiv zu kümmern, ging er lieber mit „Siegbert von Kreidlerwitz“ und dem neugewonnen Freund Ewald Decker auf Treibjagd. Die schwangere Hilde wusste sich jedoch zu helfen und drohte telefonisch ihrem Bruder als fiktive Bildreporterin Feinler mit einem Eklat. Aufgrund ihres verweichten Bruders Manfred Hurlebaus (Volker Pusch), der um acht Uhr schon zu seinem Elf-Uhr-Termin in der Praxis erscheint, geht ihr Plan nicht auf. Es kommt heraus, dass es sich bei der „Haarpracht“ um das Brusthaartoupet von Manfreds Fasnetskostüm. Schwanger wurde sie, weil sie die Pille und das Medikament vertauscht hatte. Und so blieb sie am Schluss auf den „Folgekosten“ sitzen.

Die beiden ausverkauften Aufführungen der Theatergruppe des SV Eutingen überzeugten mit Witz und
Hilde Breckel alias Corinna Müller (Dritte von links) testete im Theaterstück „Ohne Nebenwirkungen“ unter der Anleitung ihres Bruders Dr. med. Hubert Hurlebaus alias Raimund Sattler noch nicht auf den Markt gekommene Medikamente.Bild: fei

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09.11.2015, 12:00 Uhr

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