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Heute wird daheim geguckt

Die deutsch-brasilianische Familie Senna-Ketterl wünscht Brasilien den WM-Sieg

Am liebsten schauen die Nachbarsfamilien Senna-Ketterl und Nascente die WM-Fußballspiele im Artcafé in Waldhäuser-Ost an. Das Spiel Brasilien gegen Deutschland heute Abend aber werden sie zu Hause gucken – weil es so spät beginnt.

08.07.2014
  • Angelika Brieschke

Tübingen. „Ich bin für beide“, sagt Mathias Senna-Ketterl, und meint damit, dass er sowohl Deutschland als auch Brasilien einen Fußball-Sieg heute Abend wünscht. Da das aber schwierig werden könnte, fügt der Zehnjährige, der halb Deutscher und halb Brasilianer ist, schnell hinzu: „Ein klitzekleines mehr für Brasilien.“ Da ist sein Vater Jochen Ketterl schon entschiedener: „Ich habe drei Jahre in Brasilien gelebt. Mein Herz schlägt für Brasilien.“

Alle Anderen, die sich im Wohnzimmer der Familie Senna-Ketterl versammelt haben, haben keine solche Fan-Probleme: Sie sind Brasilianerinnen – Mathias’ Mutter Lucia Senna, Leticia Nascente und ihre Schwester Denise Nascente mit ihren Kindern Maiara und Aleyna. Denise Nascente erzählt, dass sie am liebsten im Artcafé in Waldhäuser-Ost die WM-Spiele anschauen. „Da können wir richtig laut werden“, sagt sie und lacht. „Der Besitzer kennt uns schon.“ Das Artcafé ist ein beliebter Public-Viewing-Treff für Brasilianer.

Heute Abend aber werden die beiden Familien, die seit kurzem in der Alten Weberei wohnen, zu Hause bleiben – wegen der Kinder. Das Spiel beginnt zu spät für die drei Grundschüler, die am nächsten Tag früh in die Schule müssen. „Vielleicht dürfen sie die Nationalhymne noch mit anschauen“, meint Jochen Ketterl. Er und Denise Nascente haben allerdings ihren Kindern versprochen, das Spiel aufzunehmen, damit sie es nachträglich nachschauen können. „Wenn Brasilien verliert, wird‘s gelöscht“, erklärt Ketterl nicht ganz ernst. Die zehnjährige Aleyna protestiert sofort: „Ich will das Spiel auf jeden Fall sehen“, sagt sie.

„Brasilianer leben den Fußball“, erzählt Ketterl, der sich eigentlich gar nicht so sehr für Fußball interessiert. Der Biologe, der für eine Pharmafirma arbeitet, hat seine Frau kennengelernt, als er drei Jahre im brasilianischen Porto Alegre gelebt hat. Für Lucia Senna ist Fan-Sein selbstverständlich. Sie ist eine „Gremista“, also Fan von Gremio, einem der beiden Fußballvereine von Porto Alegre. Ganz selbstverständlich hat Senna bei jedem Spiel eine Schutzheilige mit dabei: Nossa Senhora Aparecida, (ungefähr: Unsere Liebe Erschienene Frau). Als Hilfe.

Die deutsch-brasilianische Familie Senna-Ketterl wünscht Brasilien den WM-Sieg
Fan(s) des Tages (von links): Mathias Senna-Ketterl, Leticia Nascente, Jochen Ketterl, Lucia Senna, Denise Nascente und ihre Kinder Maiara und Aleyna.

Die deutsch-brasilianische Familie Senna-Ketterl wünscht Brasilien den WM-Sieg

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08.07.2014, 12:00 Uhr

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