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Die echte Polizei warnt vor falschen Polizisten
So sieht der echte Dienstausweis der Polizei im Land aus. Bild: Polizei
Bei Anruf Betrug

Die echte Polizei warnt vor falschen Polizisten

Kriminelle geben sich am Telefon als Kripobeamte aus, um Diebstähle vorzubereiten. Am Sonntag versuchten sie es in Tübingen.

05.12.2016
  • Jonas Bleeser

Die Polizei genießt in der Bevölkerung weithin hohes Ansehen. Das versuchen Kriminelle auszunutzen. Sie suchen in Telefonverzeichnissen nach Namen, bei denen die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sie ältere Leute an den Apparat bekommen. Dann geben sie sich als Kripobeamte aus, um sich das Vertrauen ihrer Gesprächspartner zu erschleichen. So wollen sie lohnende Ziele für Einbrüche finden – oder die Opfer gleich an der Haustüre abzocken.

Am Sonntagabend versuchten die Telefon-Betrüger ihr Glück in Tübingen. In der Zeit zwischen 21.30 Uhr und 23.45 Uhr gingen beim Polizeirevier Tübingen 14 Hinweise besorgter Bürger auf diese Masche ein. Immer hatte sich ein angeblicher Polizist namens Thielmann gemeldet. Zunächst verunsicherte er die Angerufenen: Man habe gerade zwei Einbrecher festgenommen, zwei weitere wären aber noch in der Stadt auf der Flucht. Man solle unbedingt die Türe abschließen. Damit der Anruf glaubwürdig erschien, sorgte er mit einem technischen Trick dafür, dass im Display des Telefons die Vorwahl für Tübingen und die Notrufnummer 110 angezeigt wurden. Dann fragte er nach, ob und wo im Haus Wertsachen zu finden sind.

Die falschen Polizisten behaupten auch gerne, sie bräuchten Hilfe bei der Fahndung nach Verbrechern. Es handele sich um geheime Ermittlungen, über die man mit niemandem sprechen dürfe. Oder sie behaupten, sie hätten bei Verdächtigen eine ominöse Liste gefunden: Da stünde auch die Adresse des Angerufenen drauf. Dann kundschaften sie durch geschickte Fragen aus, wann der nicht zuhause ist, ob er alleine lebt, was er an Wertvollem daheim hat, wo er es aufbewahrt und wie es gesichert ist. In früheren Fällen boten die Betrüger auch schon mal an, das Vermögen sicher zu verwahren: Es käme dann gleich ein Beamter vorbei, der Bargeld oder Schmuck abhole.

Eine weitere Masche ist, dass die angeblichen Kriminalbeamten in Zivil direkt an der Haustüre klingeln. Man müsse da eine sensible Sache besprechen, das ginge nicht vor der Türe. Dann zücken sie ganz kurz einen angeblichen Dienstausweises. Drinnen verschaffen sich die falschen Polizisten dann einen Überblick über die Wohnung. Wenn etwas offen herumliegt, nutzen sie bereits einen kurzen Moment der Unaufmerksamkeit, um Geldbeutel, Uhren oder Schmuck mitgehen zu lassen. Häufig sind die Bewohner allein zu Hause und wurden von den Tätern im Vorfeld ausgespäht.

Die Polizei rät deshalb:

Seien Sie misstrauisch, wenn Sie einen derartigen Anruf oder einen Besuch eines angeblichen Kriminalbeamten erhalten. Geben Sie keinesfalls Informationen über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse oder Angewohnheiten preis.

Notieren Sie die angezeigte Telefonnummer, den angeblichen Namen und die angegebene Dienststelle des Anrufers und legen Sie auf. Rufen Sie anschließend bei der nächsten Polizeidienststelle an. Das geht auch über die Notrufnummer 110.

Lassen Sie sich bei Besuchen immer den Dienstausweis zeigen. Sollten Sie zweifeln, ob die Polizisten echt sind, vergewissern Sie sich beim nächsten Polizeirevier, ob die Namen dort bekannt sind.

Lassen Sie Unbekannte nicht in die Wohnung. Sie sind grundsätzlich nicht verpflichtet, jemanden unangemeldet in Ihre Wohnung zu lassen. Jeder echte Polizeibeamte hat Verständnis für Ihre Vorsicht.

Die Polizei weist außerdem daraufhin, dass sie niemals bei Leuten zuhause auftaucht, um sie nach Wertgegenständen und Bargeld zu fragen. Betroffene können sich bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Reutlingen kostenlos zum Thema Einbruchschutz und Sicherungstechnik beraten lassen – von garantiert echten Beamten. Termine gibt es unter der Telefonnummer 07121/9421202.

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05.12.2016, 17:37 Uhr

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