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Modern-offen und zugleich regional

Die frisch gestylte Baiersbronner Gäste-Info repräsentiert auch das Zukunfts-zugewandte Tourismusdenken

Die Tourismusgemeinde Baiersbronn geht konsequent ihren Weg: Eigenständig und auf Authentizität bedacht, symbolhaltig und bildmächtig. Augenscheinlich und regelrecht mit Händen greifbar wird das Trendsetting im Erlebnistourismus neuer Prägung in der regional und modern zurecht gestylten Tourist-Info am Rosenplatz.

25.02.2012
  • Siegfried Schmidt

Baiersbronn. Fast ein bisschen schleichend und unterschwellig – der offizielle Eröffnungstermin steht nämlich erst demnächst an – hat dort eine neue Leitkultur auch im Einrichtungs-Stil Einzug gehalten. Vorbei die Sperrigkeit und vollgestellte Enge der alten Gäste-Info, wo vor lauter Barrieren und Infoständern kaum ein Durchkommen war. Jetzt, nach dem dreimonatigen Umbau (Kostenpunkt: 200 000 Euro) dominieren luftige Leichtigkeit, angenehme sanfte Farben, klares Möbeldesign und – unübersehbar – eine den Raum durchmessende Holzbeig mit 8000 übereinander gestapelten Holzscheiten. Was könnte es in Baiersbronn auch anderes sein, als unbehandeltes Weißtannenholz aus dem heimischen Hirschkopf-Revier, geschnitten, getrocknet und gehobelt im Sägewerk Züfle? Kaum eine andere Gemeinde im Land, die in und vom Wald und der Natur-Ressource Holz so sehr lebt wie Baiersbronn. Die Idee mit der überdimensionalen Holzbeig im zentralen Gästeempfang ist deshalb so eingängig wie beschlagend. Ausgestattet mit Info-„Fenstern“ und Prospekthaltern und nächtens sogar in warmem Farbenspiel hinterleuchtet bildet die Holzbeig nicht nur eine ästhetische Zier, sie repräsentiert auch das neue, sinnstiftende Markenverständnis Baiersbronns als Urlaubsdestination.

„So regional wie möglich, so natürlich wie möglich“, benennt Tourismusdirektor Patrick Schreib verkürzt die Zielgruppenstrategie. Die „Wanderhimmel“-Gemeinde will sich gleichwohl „modern und zukunftsorientiert“ aufstellen, aber nur mit Hilfe der „zentralen Elemente“, für die Baiersbronn immer schon stand und steht: Holz, Natur, Erlebnis-betont. Ein Gefühl dafür soll aber nicht erst draußen auf den Wander- und Genussrouten erzeugt werden. Schon wer sich in dem neuen, satt-grünen Lese-Lounge-Bereich am Rosenplatz niederlässt, im Ferienkatalog blättert oder sich entspannt vom Info-Screen berieseln lässt, erhält eine Sicht auf die „Landkarte der Emotionen“. Das touristische Marketing Baiersbronns hat ganz aktuell einen kreativen Relaunch durchlaufen. Tourismusdirektor Patrick Schreib kann davon eine Stunde Minimum referieren, und schüttelt dabei einen bunten Strauß hipper Werbe-Begrifflichkeiten aus dem Ärmel: Stimulanz, Thrill, Themenmarketing, Naturechtheit, Originalität und Genuss für die Seele – die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. Jedoch gefällt sich die Murgtalgemeinde nicht in Beliebigkeit, sondern setzt generös und schlagfertig ein Profil ans andere. Und das unter Bezug auf „globale“ Trends und fein gerasterte Gästebedürfnisse. Seit es den schon legendären „Wanderhimmel“ gibt, werden Ideen nicht mehr von außen importiert oder irgendwelchen Agenturen abgekauft, sondern „aus dem Ort heraus entwickelt“ (Schreib). Schon liegt damit ein anderer Kulturbegriff auf der Hand: „Kultur bedeutet hier eben der Umgang mit der Natur.“ Vom Wanderparadies mit seinen Themen- und Genusspfaden war es b nur einen knappen (gedanklichen) Schritt zum geplanten „Waldkino“, einer Rauminstallation in freier Natur fürs sommerliche Kino-Erlebnis, oder zur barrierefreien, einzigartigen Aussichtsplattform über dem Ellbachsee, einer 30 Meter Holzrampe, die wie ein sinnliches Sprungbrett ins beinahe unermessliche Wäldermeer wirkt.

Bedingung für all diese Neuheiten, die „wie Mosaiksteine“ 2012 das Gesamtkunstwerk Baiersbronn ausbauen und vervollständigen sollen: Sie müssen zu Baiersbronn authentisch, ja auch organisch passen. Fremdkörper in der Landschaft werden nicht geduldet. Wenn‘s sein muss, werden gewachsene Bäume nicht beseitigt, sondern schonend umbaut. So soll auch der neue kulinarische Wildkräuterpfad keine Botanikanlage sein, sondern nur natürliche Vorkommen verknüpfen und erlebbar machen.

Die frisch gestylte Baiersbronner Gäste-Info repräsentiert auch das Zukunfts-zugewandte
Tourismusdirektor Patrick Schreib in der neu gestylten Baiersbronner Touristinfo: 8000 Weißtanne-Holzscheite als Wandteiler mit viel Symbolkraft.Bild: sis

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25.02.2012, 12:00 Uhr

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