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Niemand will zurück in die Sofahaltung

Die „glorreichen Sieben“ nach zwei Monaten

Die ersten haben das große Ziel des TAGBLATT-Laufprojekts schon erreicht: Sie schaffen zehn Kilometer am Stück. Doch was ist mit den anderen?

27.07.2012
  • ulrich Janssen

Tübingen. Es ist das letzte Treffen vor den Ferien, der Erbe-Lauf ist gefährlich nahe gerückt, doch die „glorreichen Sieben“ wirken ziemlich angstfrei. Tatendurstig stehen sie am Rand der blauen Bahn im SV 03 Stadion, scherzen ein wenig, und warten auf ihn, „den Dieter“, ihren Coach, auf den sie die allergrößten Stücke halten.

Gemeinsam mit „dem Marc“ (womit Erbe-Lauf-Mitorganisator Marc Oßwald gemeint ist), und den ebenfalls sehr beliebten und kompetenten Sportstudentinnen der Tübinger Uni hat er die kunterbunte Gruppe all die Wochen zusammengehalten. Das ist nicht selbstverständlich: „Sie haben es“, lobt die Gruppe ihre Trainer, „wirklich super gemacht.“

Tatsächlich haben die ersten das große Ziel schon erreicht: Von null auf zehn Kilometer. Andreas Lapp-Zens und Josef Kittel laufen die Distanz mittlerweile dreimal die Woche. Auch Dagmar Sinner und Annette Sauter sind gut unterwegs und schaffen regelmäßig eine volle Stunde am Stück. Trotzdem beteuern alle: „Ohne das Training hätten wir das nie geschafft.“

Andreas Lapp-Zens hatte wegen seiner schmerzenden Knie zu Anfang große Probleme mit dem Laufen. Dank des individuellen Aufbautrainings mit vielen Gehpausen konnte er seinen Körper langsam auf Touren bringen: „Das war sehr wichtig.“ So rutschte er wie die meisten in der Gruppe nicht in eine persönliche Krise ab.

Ganz anders Edith Uhlig und Sona Hannaleck. Hannaleck kämpft tapfer mit ihrem Gewicht („das muss ich halt immer mitschleppen“) und Uhlig bekam wegen einer Sehnenreizung von ihrem Arzt ein Laufverbot erteilt. „Da wurde ich richtig depressiv.“ Für beide heißt es deshalb beim letzten Training: Sehr, sehr langsam laufen. Streng achtet Baumann darauf, dass die vorgeschriebenen Gehpausen des Trainingsplans eingehalten werden: „Nicht drei, nicht sechs, sondern exakt fünf Minuten laufen, dann zwei Minuten gehen.“

Der unterschiedliche Leistungsstand ist ein Problem in der Gruppe. Die „guten“ Läufer (speziell die Männer) schauen mit wachsendem Interesse auf die Uhr, wollen schneller werden, den „Wettkampf“ angehen. Die „schlechteren“ zweifeln, ob sie es überhaupt schaffen und verfolgen ein bisschen neidisch, wie ihnen die anderen davon laufen.

Für Dieter Baumann ist diese Entwicklung völlig normal. „Es gibt immer drei Gruppen bei solchen Trainings“, hat er beobachtet. „Die erste Gruppe könnte es im Prinzip auch ohne Trainer schaffen, die zweite braucht nur ein bisschen Struktur, und die in der dritten tun sich schwerer, weil der Körper nicht immer so mitmacht.“ Hier sind die Motivationskünste von Dieter Baumann, Marc Oßwald und den Studentinnen besonders gefragt.

Bei Sona Hannaleck und Edith Uhlig hat es bislang gut funktioniert. Auch wenn die Selbstzweifel noch immer groß sind: Es macht ihnen Spaß, sie wollen dabei bleiben und nicht zurück aufs bequeme Sofa. Hannaleck möchte sogar nach dem ERBE-Lauf eine eigene Laufgruppe anbieten für Frauen, die sich ähnlich schwer tun wie sie. Das letzte Training vor den Ferien ist für die beiden aber ein großer Einschnitt. Hannaleck reist in die Türkei: „Dort ist es viel heißer als hier“, stöhnt sie. Wird sie sich ohne die Gruppe aufraffen?

Zum Glück gibt es auch außerhalb der Gruppe Motivationshelfer. Freundinnen und Freunde machen Komplimente, loben die Disziplin der „glorreichen Sieben“. Und manche lassen sich sogar anstecken. „Vier Leute habe ich schon gewonnen“, meint Lapp-Zens, „die haben sich gleich für den Erbe-Lauf angemeldet.“

Info: Anmelden kann man sich unter: www.tuebinger-erbe-lauf.de

Die „glorreichen Sieben“ nach zwei Monaten
„Nicht drei, nicht sechs, sondern exakt fünf Minuten“: Akribisch bereitet Dieter Baumann die Laufgruppe aufs Training vor. Von links (neben Trainerin Elina) Sona Hannaleck, Annette Sauter, Dagmar Sinner, Josef Kittel (von hinten) und Edith Uhlig (verdeckt), Andreas Lapp-Zens, Dieter Baumann, Moritz Astfalk. Bild: Janßen

Die „glorreichen Sieben“ nach zwei Monaten

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27.07.2012, 12:00 Uhr

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