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Kirchenbänke wurden Brennholz

Die innere Erneuerung der Stiftskirche

Tübingen. Innenerneuerung der Stiftskirche von 1962 bis 1964: Eine Planierraupe räumt den Schutt und Dreck im August 1962 aus dem spätgotischen Tübinger Wahrzeichen.

22.04.2011

Seit dem Baubeginn zehn Wochen zuvor hatten Motorsägen, Kompressoren und andere Maschinen ganze Arbeit geleistet und die Stiftskirche von ihren neugotischen Einbauten aus dem 19. Jahrhundert befreit.

Nun ließ man die Gräben für die neuen Heizkanäle ausheben. Heute wie damals glaubt man beim Anblick dieses Fotos seinen Augen nicht zu trauen. Es steht stellvertretend für die Modernisierungswut zu Beginn der sechziger Jahre und die denkmalpflegerischen Wertungen dieser Zeit.

Nach eigener Aussage rang Architekt Heinrich Otto Vogel aus Trier auch weniger um das Werk des alten Baumeisters, als vielmehr um die Bewahrung des Genius loci. Sein Ziel war die Aufhellung des Innenraums. Dies gelang mit neuer Farbe, neuen Fenstern und einer neuen Empore.

Durch das neue Gestühl konnte auch der Altarraum umgestaltet werden. Die spätgotische Kanzel wurde um einen Pfeiler versetzt, ein neuer Altar vor dem Lettner aufgemauert. Vom Werk Christian Friedrich Leins aus dem 19. Jahrhundert blieben allein die neugotischen Gewölbe erhalten. Sie wurden vom Architekten als „Konstruktionsdenkmal“ positiv gewertet.

Die alten Kirchenbänke standen zum Verkauf, viele davon gingen jedoch als Brennholz an Großwäschereien. Ein Teil des früheren Prinzenstuhls (Fürstenloge) mit dem württembergischen Wappen ist heute im großen Sitzungssaal des Rathauses zu besichtigen.

Eine Planierraupe räumt den Schutt und Dreck aus dem spätgotischen Tübinger Wahrzeichen.

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Erstellt:
22. April 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
22. April 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. April 2011, 12:00 Uhr

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