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Die kanadische Trendsportart ist bei der TSG Tübingen im Kommen.
Lacrosse: Heimliche Hochburg

Die kanadische Trendsportart ist bei der TSG Tübingen im Kommen.

Es ist ursprünglich ein Spiel der Indianer, die in Nordamerika so die Streitigkeiten zwischen den Stämmen beizulegen versuchten. In Kanada ist Lacrosse hoch populär. Seit 1994 gibt es eine Meisterschaft in Deutschland, seit 2007 auch Lacrosse in Tübingen.

29.10.2016
  • Moritz Hagemann

Und neun Jahre später hat sich die Abteilung der TSG Tübingen entwickelt: Still und heimlich sind die Frauen in diesem Sommer bereits in die Bundesliga Süd aufgestiegen, die Männer sind an dieser Hürde knapp gescheitert – nehmen aber einen verheißungsvollen neuen Anlauf. Lacrosse boomt. Vor allem in Städten, die über Kurs-Angebote der Universitäten aufmerksam machen.

Rund 80 Mitglieder, schätzt Pressewart Emanuel Hege, hat die Abteilung bei der TSG Tübingen bereits. Dabei leistete der langjährige Bundesligist ABV Stuttgart wertvolle Aufbauarbeit. 2007 bot der ABV ein Schnuppertraining in Tübingen an, daraus entstand zunächst eine Spielgemeinschaft, die als „Neckarnixen“ in der Bundesliga spielte. Mit den Jahren wurde die TSG jedoch eigenständig, fing weiter unten alleine an.

Erst am vergangenen Samstag gab es bei den Frauen das erste Derby gegen den ABV. Endstand: ein schiedlich-friedliches 8:8. Generell sind die Frauen der TSG im ersten, selbstständigen Bundesliga-Jahr forsch gestartet, sind nach zwei Spielen noch ohne Niederlage. Sandra Lauer und Katharina Meier stehen sogar schon im „Development-Team“, dem Unterbau der Nationalmannschaft. Heute (12 Uhr) spielen die Tübinger Frauen auf dem heimischen Platz gegen den HLC Rot-Weiß München. „Ein gewachsenes Team mit vielen Nationalspielerinnen“, sagt TSG-Trainerin Sinja Melchinger. „Da können wir wahrscheinlich noch nicht mithalten.“ Tübinger Ziel, so die Trainerin, sei erstmal der Nichtabstieg.

Dass Tübingen in der Szene mittlerweile bekannt ist, beweist Spielerin Katharina Meier auch anderweitig: Erst im vergangenen Juni wurde sie vom Deutschen Lacrosseverband als Schiedsrichterin des Jahres ausgezeichnet. Es ist eine Besonderheit im Lacrosse, dass selbst in der Bundesliga die Schiedsrichter von weiteren Teams aus der Liga gestellt werden müssen. „Da sagt niemand was dagegen, weil es die einzige Lösung ist“, sagt Hege.

15 Siege aus 16 Spielen

Die Lacrosse-Männer der TSG Tübingen sollen dafür sorgen, dass beide Tübinger Teams künftig in der höchsten Spielklasse dabei sind. Wobei es vier Bundesligen gibt, unterteilt in Nord, Ost, Süd und West. Aktuell führen die TSG-Männer die Landesliga Württemberg (zweite Liga) an, haben am vergangenen Wochenende „den einzigen wirklichen Gegner auf Augenhöhe“ geschlagen, wie Hege sagt. Gegen Freiburg gab’s ein 5:2. Es war der 15. Sieg aus den vergangenen 16 Spielen.

Doch genau diese eine Niederlage brachte die Tübinger um ihr großes Ziel: den Bundesliga-Aufstieg. Souverän hatten sie im Vorjahr die Landesliga Württemberg gewonnen, in den Playoffs die Bayern-Landesliga-Vertreter München B (10:8) und Ingolstadt (7:6) besiegt. Dann aber gegen die SG Mannheim/Heidelberg, den Bundesliga-Letzten, im entscheidenden Relegationsspiel verloren. „Dabei war das der stärkste Kader, den wir in Tübingen bislang hatten“, sagt Hege.

Denselben Weg wollen sie nun wieder gehen. Tübingens Kapitän Maximilian Stalter hat der Landesliga mit seinen zehn Saisontoren in vier Spielen schon jetzt seinen Stempel aufgedrückt. Doch Hege erwartet, dass die TSG vor allem gegen die Teams aus Bayern in den Playoffs wieder „richtig ranklotzen“ müsse.

Frauen und Männer spielen mit unterschiedlichen Regeln

Die Systemfrage stellt sich im Lacrosse nicht wirklich. Neben einem Torwart gibt es jeweils drei Verteidiger, Mittelfeldspieler und Angreifer. Wobei in jeder Hälfte jeweils nur sechs Spieler plus Torwart sein dürfen – zumindest bei den Männern. Die Frauen nämlich spielen Zwölf-gegen-zwölf, das Feld ist in Drittel, nicht in Hälften aufgeteilt. Sieben Frauen jedes Teams dürfen dabei gemeinsam in einer Zone agieren. Auch das Spiel ist bei den Männern deutlich körperlicher, Bodychecks sind erlaubt, Männern tragen auch Helme, Mundschutz und Brustpanzer. Bei den Frauen, bei denen Checks verboten und nur Schläge auf den Stock fernab des Kopfes erlaubt sind, ist lediglich der Mundschutz Pflicht. Die Männer spielen viermal 20 Minuten, die Frauen zweimal 30. Nur das Spielfeld (102 Meter lang, 45 Meter breit) ist bei beiden gleich.

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29.10.2016, 01:00 Uhr

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