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Sportler des Jahres

Die lange Nacht der Gewinner

Strahlende Ballköniginnen und feierwütige Olympiasieger: Die deutschen Spitzenathleten genießen das ausgelassene Miteinander im Festsaal von Baden-Baden.

20.12.2016
  • HELEN WEIBLE

Baden-Baden. Fabian Hambüchen standen die Tränen in den Augen. Nachdem der lang anhaltende Applaus der ohne Ausnahme stehenden Gäste im stimmungsvoll beleuchteten Kurhaus ausgeklungen war, gab der Turner von seinen Emotionen total überwältigt zu: „So schlimm war es echt noch nie, bis jetzt habe ich eigentlich noch nicht realisiert, was ich da eigentlich geschafft habe. Es ist unheimlich gut, das hier zu erleben!“

Der Sportler des Jahres 2016 zeigte stolz seine goldene Auszeichnung her, die er von Mannschaftskamerad Fabian Lotz überreicht bekommen hatte, und genoss den Moment in vollen Zügen. Selbst, als es weit nach Mitternacht in Baden-Baden war, feierte Hambüchen mit den Kumpels aus der Nationalmannschaft auf der Tanzfläche des mittlerweile in Discolicht eingehüllten Bénazetsaals.

Dabei war dem Reck-Spezialisten eine solche Ehre schon einmal zuteil geworden. Im Jahr 2007 wählten die rund 3000 Sportjournalisten den Weltmeister Hambüchen zu ihrem liebsten Sportler. Doch damals war es ein komplett anderer Zeitpunkt in dem Leben des deutschen Spitzenathleten. „Putzig“ fand ZDF-Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein den damals noch Brille tragenden Hambüchen. „Das ist neun Jahre her. Es hat sich viel verändert“, lachte Hambüchen. „Hach, wie wenn es in einem anderen Leben gewesen wäre!“

Ohne große Erwartungen sei er an dieses Jahr herangegangen, wohl wissend, dass er gesundheitlich möglicherweise zu viel riskieren würde. Doch seine Schulter hielt. Die Übung in Rio war perfekt. Gold am Reck. Nach Bronze in Peking und Silber in London war der Höhepunkt seiner Karriere erreicht. Jetzt zieht sich der smarte 29-Jährige aus Bergisch-Gladbach aus dem Profigeschäft zurück, konzentriert sich auf sein Studium in Köln und turnt höchstens ein wenig in der Bundesliga. Zudem braucht der weiße Geißbock noch einen Platz. „Meine Freundin freut sich über die Deko, das wird Wahnsinn“, scherzte der eingefleischte Fan des 1. FC Köln.

Zu den ersten Gratulanten Hambüchens zählte neben seiner Freundin Marcia Ev auch Nico Rosberg. Der Formel-1-Weltmeister, der mit Tennis-Ass Angelique Kerber am Tisch saß, umarmte Hambüchen fest. Rosberg, auch so einer, der dieses Jahr seinen Kindheitstraum wahr gemacht hat und gleich darauf eine Karriere-Vollbremsung hinlegte. Nach unzähligen Feiern ließ Rosberg sich selbst als Drittplatzierter (hinter Ironman-Triumphator Jan Frodeno) in Baden-Baden blicken – was dem Abend zusätzliche emotionale Momente bescherte. Hambüchen: „Jetzt kannst du im Straßenverkehr ja wieder Gas geben!“ „Erst geht's mal von 3000 auf 0“, meinte Rosberg. Ruhe hat sich der 31-Jährige verdient.

Weniger entspannt in die Zukunft sieht dagegen die Sportlerin des Jahres, Angelique Kerber. Obwohl sie an den Festtagen bei deftigem polnischen Gerichten, Keksen und Kuchen „sündigen“ wolle – „ohne das geht es nicht“ – hat die Vorbereitung der Weltranglistenersten höchste Priorität. Und da gleich im neuen Jahr in Brisbane und Sydney die Tour beginnt, wirkte die in engen goldglänzenden Stoff gehüllte Tennis-Königin nicht ganz so locker wie etwa Laura Ludwig und Kira Walkenhorst.

Die Beachvolleyballerinnen, beide in geschmackvoller schwarzer Abendgarderobe, feierten ihre Wahl zur Mannschaft des Jahres ebenso ausgelassen wie Hambüchen. Nicht einmal die große Stütze am Arm von Laura Ludwig oder unbequemes Schuhwerk stoppten die Feierwut des Gold-Duos der Copacabana. Für Sprüche gut war auch die Drittplatzierte, Goldmedaillengewinnerin im Bahnrad, Kristina Vogel. In dem engen, ihre Muskeln betonenden weißen Kleid erzählte sie noch einmal gerne die Geschichte von dem schwarz-rot-goldenen Sattel, den sie in Rio verlor. Mit Hambüchen und Co. auf dem Parkett war die Party-Nacht am Ende fast ein bisschen zu kurz.

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20.12.2016, 06:00 Uhr

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