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Die letzte Sau

Die letzte Sau

Satirische Komödie um einen schwäbischen Bauern, der unfreiwillig eine Revolte gegen die Macht der Agrarkonzerne anzettelt.

Die letzte Sau

Deutschland 2016

Regie: Aron Lehmann
Mit: Golo Euler, Rosalie Thomass, Thorsten Merten

86 Min. - ab 12 Jahren

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02.05.2016
  • Klaus-Peter Eichele

Mit den Hühnern aus den Federn, spätabends erschöpft ins Bett; dazwischen im Schweiß des Angesichts Schweine füttern, Ställe ausmisten, Gülle aufs Feld bringen. So sieht der Alltag des schwäbischen Kleinbauern Huber (Golo Euler) aus. Der Ertrag der Plackerei reicht nicht einmal für die überfällige Zahnbehandlung. Zu erdrückend ist die Konkurrenz der Agrarfabriken und Mästereien, die, anders als Huber, ohne Rücksicht auf Vieh und Natur zu Werke gehen. Als dann auch noch ein Meteorit seinen Hof platt macht, hat der junge Landwirt die Schnauze voll.

Zusammen mit seiner letzten verbliebenen Sau macht er sich im Motorrad-Gespann auf die Suche nach einem besseren Leben. Auf seinem zunächst ziellosen Trip trifft Huber überall Leidensgenossen, etwa einen Imker, dem wegen des Gifts auf den Feldern die Bienen wegsterben. So sieht er schließlich als einzigen Ausweg, der industriellen Landwirtschaft und dem Kapitalismus den Krieg zu erklären. Die Befreiung von Schweinen aus einem Viehtransporter ist nur der harmlose Anfang seiner Revolte.

Man merkt: Vom konservativen Landlust-Idyll des Blockbusterles „Die Kirche bleibt im Dorf“ ist dieser im Nördlinger Ries (also politisch in Bayern) angesiedelte Schwabenstreifen (Regie: Aron Lehmann) meilenweit entfernt. Hier wird nicht heiter gekabbelt, sondern vor laufender Kamera ein Ferkel kastriert, sich aus Verzweiflung das Hirn weggepustet und buchstäblich auf das Schweinesystem geschissen. Beinharter Realismus verschmilzt mit grotesker Komik, anarchischem Furor und einer Prise Romantik zu einem grundsympathischen Film, der, wiederum anders als „Die Kirche bleibt im Dorf“, auch beim Dialekt den authentischen Ton trifft.

Kleinbauer zieht mit Wut und Witz in den Krieg gegen den Kapitalismus. Saugut.

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02.05.2016, 17:11 Uhr

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