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Großstädte

Die meisten pendeln zur Arbeit

Im Stau zum Arbeitsplatz, das nervt. Doch die Zahl der Fahrer zwischen Wohnort und Job steigt und steigt.

03.04.2017
  • DPA

Bonn/München. Die Zahl der Pendler in Deutschland ist 2016 auf einen Rekordwert gestiegen. Das geht aus einer Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor. 2016 pendelten bundesweit 60 Prozent aller Arbeitnehmer zum Job in eine andere Gemeinde – im Jahr 2000 waren es 53 Prozent. Die meisten Pendler gibt es in München, wo rund 355 000 Menschen außerhalb der Stadtgrenze wohnten – 21 Prozent mehr als im Jahr 2000.

Auf Platz zwei folgt Frankfurt mit 348 000 Pendlern, 14 Prozent mehr als 2000. In den Büros dort stellen auswärtige Arbeitnehmer die Mehrheit, ebenso wie in Düsseldorf und Stuttgart: Zwei Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in diesen Städten kommen von außerhalb. Den größten Zuwachs aber verzeichnet Berlin. Hier ist die Zahl der Pendler um 53 Prozent gestiegen.

Vom Wachstum der wirtschaftsstarken Großstädte profitierten vor allem deren Umlandgemeinden, sagte Institutsdirektor Harald Herrmann. Die Entwicklung löst bei vielen Fachleuten keineswegs Begeisterung aus, bei Verkehrs- und Siedlungsplanern ebenso wenig wie in den Krankenkassen. „Der Flächenverbrauch und die Verkehrsbelastung steigen“, sagt Herrmann.

Pendler sind häufiger genervt als Menschen mit kürzeren Arbeitswegen. So haben Pendler laut einer Studie ein höheres Risiko, psychisch zu erkranken.

In den Großstädten wird es auch immer enger, weil immer mehr Menschen dorthin ziehen. Paradebeispiel ist die Pendlerhauptstadt München. In den vergangenen 30 Jahren ist die Bevölkerung von 1,2 auf 1,5 Mio. gestiegen. Derzeit kommen monatlich etwa 2000 Neu-Münchner hinzu.

Doch der Trend zum Wohnen in der Stadt wird die Pendlerzahlen nicht mindern. Christian Breu, Geschäftsführer des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München, sagt: „Die Leute sind bei der Arbeitsplatzwahl flexibler als bei der Wahl des Wohnorts.“ In den Ballungsräumen entsteht ein größerer Anteil der neuen Arbeitsplätze in den Kernstädten als im Umland.

Die Änderungen im Arbeits- und Familienleben haben ebenfalls Auswirkungen, wie Bevölkerungsforscher Pfaff erläutert. „Paare sind unflexibler bei der Wohnortwahl, vor allem, wenn Kinder im Haushalt leben.“ dpa

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03.04.2017, 06:00 Uhr

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