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Ein repräsentatives Gebäude

Die neue Pliezhäuser Musikschule hat Formen angenommen

In Gestalt dreier Modelle stand die neue Musikschule am Dienstag schon inmitten des Pliezhäuser Gemeinderats. Der billigte das Ergebnis des Architektenwettbewerbs einstimmig und schickte sie zur Vervollkommnung ins weitere Verfahren.

23.10.2014
  • Fred Keicher

Pliezhausen. „Wir haben viel zu sehen bekommen“, berichtete Martin Kemmler (FWV), der im Preisgericht mitwirkte und mit der Jury die 24 eingereichten Entwürfe sichtete, die nach der europaweiten Ausschreibung eingingen. „Fassaden, die einer Klaviertastatur nachempfunden waren, Gebäude, die aussahen wie ein Flügel.“ Übrig geblieben waren am Ende drei sehr verschiedene, aber fast gleichwertige Entwürfe, wie der Vorsitzende des Preisgerichts, der Stuttgarter Architekt Michael Röder, dem Rat erläuterte. Der erste Platz sei nur „einen Wimpernschlag“ vom zweiten entfernt.

Nicht unterscheiden würden sich die drei Entwürfe bezüglich der Kosten, sagte Röder. Das Preisgericht habe sehr darauf geachtet, „dass sich nur die nach oben entwickeln, die im Kostenrahmen sind“. Die Gesamtkosten hat der Gemeinderat auf fünf Millionen Euro gedeckelt, für 100 000 Euro sollen aber Instrumente beschafft werden. Für 4,9 Millionen soll an der Kreisstraße von Gniebel her, zwischen Baumsatzstraße und der Greutstraße, ein Haus für Musikschule, Gesang- und Musikverein entstehen. Verlangt war in der Ausschreibung, dass 1000 Quadratmeter des Grundstücks für eine Drittnutzung übrigbleiben.

Prägnanter Würfel am Ortseingang

Einen „prägnanten Würfel“ habe Jürgen J. Hauck aus Grafenrheinfeld an den Ortseingang gesetzt. „Er verkörpert die Rolle der Musik in der Gemeinde“, interpretierte Röder bei der Vorstellung. Man betritt das Gebäude über „einen städtischen Vorplatz“ kommt in ein Foyer, das über drei Stockwerke offen ist. „Man sieht sich über die Stockwerke hinweg.“ Gut gelöst sei die Grundstücksausnutzung. Die Fassadengestaltung vermeide Schallübertragung aus den Proberäumen. „Nobel“ sehe sie aus mit den vorgeschlagenen Klinkern. „Nix Spinniges, sondern wie ein Mercedes.“ Dass der Musikverein in den zweiten Stock muss, ist ein Nachteil. Dass es im Erdgeschoss nur ein Behinderten-WC gibt, monierte Marion Hennig (FWV).

Eher in die Mitte des Grundstücks setzen die Architekten Drescher und Kubina ihren zweigeschossigen Bau. Der sei nicht der markante Baukörper, sondern eher schwer unterscheidbar von den umgebenden Gewerbebauten. Die verlangte Drittnutzung sei schwierig. Der Eingang ist von der Südseite her, das Foyer bekommt Licht durch ein Glasdach. Alle Räume sind hier um das Foyer herum angeordnet.

Der Veranstaltungsraum allerdings habe eine große Glasfront zur Kreisstraße hin. Könnte Probleme mit dem Lärmschutz geben, sagte Röder. Im Obergeschoss sind die Probenräume entlang von „krankenhausartigen Korridoren“ angeordnet, haben aber Bezug nach draußen. „Rigide Anordnung, klare Sache“, kommentierte Röder.

Um einen kleinen Innenhof herum ordnet der „ausdifferenzierte“ Entwurf von Scholl-Architekten Stuttgart das Raumprogramm an, wichtigster Raum ist der Veranstaltungssaal, die übrigen Räume sind in einem abgestuften ein- bis zweigeschossigen Baukörper untergebracht. Schön gelöst sei die Zugangssituation. Weniger schön, dass dieser Entwurf nur wenige Parkplätze vorsieht, statt dessen eine Rampe für eine Tiefgaragenzufahrt. Einer geologischen Karte hätten die Architekten entnommen, dass die Fundamente tief gegründet werden müssten, dann könne man dazwischen auch Autos parken. „Die Argumentation kann man nachvollziehen“, sagte Röder. Die beiden anderen Entwürfe verzichten auf Kostengründen auf eine Unterkellerung. Röder lobte den Scholl-Entwurf: „Da ist schön was los in dem Haus, aber auf ruhige Art, es entsteht Vielfalt.“

Die Entwürfe gehen jetzt in die Überarbeitungsphase. Dabei werden Einzelheiten weiter festgelegt. Nachzuweisen sind dann etwa Fluchttreppen für den Brandschutz. Ein kompliziertes Kapitel, erläuterte Röder die unterschiedliche Genehmigungspraxis: „In Stuttgart brennt es anders als in Esslingen.“ Als Vorprüfer nimmt der Reutlinger Architekt Jürgen Schwille die Entwürfe genau unter die Lupe: Hoher Wert wird auf Klarheit gelegt, was das Budget angeht: „Wenn es nicht eingehalten wird, ist der Entwurf nicht realisierbar.“

Die neue Pliezhäuser Musikschule hat Formen angenommen
Der Siegerentwurf fand auch im Gemeinderat Gefallen. Nun wird er weiter ausgefeilt.Bild: Hjp-Architekten

Das Büro Hjp-Architekten in Grafenrheinfeld plant die neue Pliezhäuser Musikschule. 23 weitere Arbeiten gingen beim Wettbewerb ein. „Wimpernschläge“ hätten den Ausschlag gegeben, erklärte der Vorsitzende Prof. Michael Röder aus Stuttgart jetzt auch noch einmal im Pliezhäuser Gemeinderat.

Das unterfränkische Büro von Prof. Jürgen Hauck und Herbert Osel plant einen dreigeschossigen Klinkerbau (im Bild oben die Südansicht mit der Eingangsseite). Das Gebäude am Rand des Wohngebiets „Baumsatz“ bekommt auf der Westseite einen Saal für bis zu 150 Besucher. Das Atrium reicht über alle drei Geschosse. Im Erdgeschoss ist ein multifunktional bespielbares Foyer vorgesehen.

Weitere Räume sind für musikalische Früherziehung und Musikvereine eingeplant. in den Obergeschossen Lehr- und Probenräume. Umgeben von zwei Baumreihen und 30 Parkplätzen soll der Bau eine neue Quartiersmitte schaffen.

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23.10.2014, 12:00 Uhr

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