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Mitte Juni eröffnet die „Opti-Wohnwelt“

Die neuen Möbler kommen

Lastwagen um Lastwagen rollt derzeit auf der Mössinger Dachtel an. „Stressig!“ Mit einem Wort beschreibt Oliver Föst die Situation für ihn und seine Leute – die auf dem Gelände von Möbel-Vogt eine neue „Opti-Wohnwelt“ einrichten.

27.05.2012
  • Ernst Bauer

Mössingen. Noch ist es mehr eine Großbaustelle. Die neuen Schriftzüge sind allerdings schon angebracht. Für das Mössinger Wohngebiet am Rande des Gewerbegebiets Schlattwiesen und daran vorbeibrausende Bahnfahrgäste eine ganz neue Optik, ein noch ungewohntes Bild. Die neuen „Möbler“ kommen aus Unterfranken. Aus ihrer Sicht stoßen sie jetzt, mit der achten Filiale, erstmals tief in den Süden vor. Schweinfurt ist der Hauptsitz des Familienunternehmens, das 1970 als „PVC-Föst“ in Mellrichstadt gegründet worden war und seit der Wende ungeahnt expandierte – in Thüringen.

Aus einem Zwei-Mann-Betrieb, bei dem die Ehefrau mithalf, ist in nur vier Jahrzehnten ein Handelsunternehmen mit 450 Beschäftigten geworden. Nicht weniger als 80 sollen in Mössingen dazukommen. „Wir wollen am 14. Juni eröffnen“, sagt Oliver Föst – und fügt selber an: „Wenn man es so sieht, glaubt man es nicht!“ Den verkaufsoffenen Sonntag beim Rosenmarkt am 17. Juni will man aber schon mitnehmen. Daher die Eile, der verschärfte Zeitdruck. Schließlich wurden die Vogtschen Möbelhallen, die der alteingesessene Vorgänger altershalber aufgab, komplett renoviert und völlig neu hergerichtet.

Oliver Föst, 35, ist Geschäftsführer der Opti-Wohnwelt Föst GmbH & Co. KG, Juniorchef, wenn man so will, zusammen mit seinem Onkel Michael Föst und seinem Vater Wolfgang Föst, dem Gründer, der „nicht mehr operativ tätig“ ist und dieses Jahr nach über 40 Jahren als Chef des Familienunternehmens ausscheiden wird. Marc Kuropka, ebenfalls 35 Jahre jung, wird der Chef in Mössingen, Verkaufsleiter der neuen Niederlassung – „meine Generäle“, nennt Oliver Föst die örtlichen Filialleiter liebevoll. Kuropka stammt aus Sachsen-Anhalt, ist seit 1995 in der Branche, war schon bei den „großen Händlern in Deutschland“ tätig – ein „erfahrener Mann“, freut sich Föst.

Wie kam die „Opti-Wohnwelt“ – der Name stammt, ganz unspannend, wie der Firmenchef sagt, von einem Verband, in dem man drin war, „der hieß Opti-Form“ – überhaupt nach Schwaben, in die kleine Große Kreisstadt am Albrand? Es sei „ein Stück immer Zufall“, so Föst. Möbel-Vogt habe das Gespräch gesucht. Und man war ja schon in Backnang, hatte dort mit dem 2009 eröffneten Haus an der B 14 bei Waldrems in Baden-Württemberg Fuß gefasst. Exakt 83 Kilometer von Mössingen entfernt.

Die „gefühlte Entfernung“ sei allerdings wesentlich weiter, stöhnen die beiden Redaktionsgäste unisono. Kuropka: „Man redet immer über den Stuttgarter Bahnhof, hat aber keine gute Autobahn-Verbindung!“ Föst blieb bisher stets in den Staus am Stuttgarter Autobahn-Kreuz stecken: „Ich bin noch nie durchgekommen, es war immer ein Drama!“

Man werde deshalb auch für Mössingen eine eigene Logistik aufbauen, selber ausliefern, beschreibt der Firmenchef die Konsequenzen, und sich nicht an Backnang anhängen – wie ursprünglich geplant. „Wir übernehmen auch das Lager in Schlattwiesen“, das bisherige Lager von Vogt. Unter dem Strich, verrät Föst, habe man hier „viel mehr investiert als geplant“ – rund sechs Millionen Euro; denn es sei alles komplett entkernt und erneuert worden, „jede Wand, jeder Boden“; auch die ganze EDV ist neu – und „wir arbeiten mit Tablets“, handlichen PCs, „das ist für Opti einmalig“ und auch sonst in der Branche noch nicht allzu häufig anzutreffen.

Föst und Kuropka sind in Anbetracht ihrer „recht aufwendig“ gestalteten 16 000 Quadratmeter Ausstellungsflächen denn auch einigermaßen stolz aufs neue Haus. Das Untergeschoss wurde ebenfalls „optimiert“; da gibt es künftig den so genannten „Opti-mit“, den Mitnahmemarkt. Und oben die „Opti-Wohnwelt“, konventionelles Wohnen. Man habe da von der Möbelmesse in Köln einiges einfließen lassen, erklärt Kuropka – doch: Das Rad könne man im Möbelhandel natürlich nicht neu erfinden, „die Strategie ist ausgereizt“. Gleichwohl, so betont Föst: „Kein Haus in unserer Gruppe hat modernere Möbel als Mössingen.“ Es werde hier auf jeden Fall das modernste Möbelhaus des Unternehmens bisher entstehen.

Wie schätzen die Wohnweltmänner aus Unterfranken die regionale Konkurrenzsituation ein? „Da wo mehrere sind, ist‘s immer besser“, lautet ihre Erfahrung. Es gebe einen harten Wettbewerb, wie in vielen Branchen. „Grow or go“, so Oliver Föst, heiße es da. Auch in seinem Hause habe man sich gesagt: „Wir müssen schauen, wie wir weiter wachsen.“ Der Mauerfall und die Öffnung der Grenzen zur ehemaligen DDR – Oliver Föst wuchs noch im Zonenrandgebiet auf, „da war ja die Welt zu Ende“ – erwies sich als wahrer Glücksfall. Die „zwei Senioren“ entschieden sich damals auch recht rasch: „Wir gehen nach Thüringen.“

Die kleinen Möbelhändler gibt‘s inzwischen allerdings nicht mehr. Und der Verdrängungswettbewerb „ist anstrengender geworden“, sagt Föst. „Auf uns hat keiner gewartet – aber wir glauben trotzdem, dass wir in der Region für die Region was bieten können.“ Man sehe das Einzugsgebiet, bekräftigt Kuropka, nicht nur im Steinlachtal, sondern darüber hinaus auch in Rottenburg, Hechingen und auf der nahe gelegenen Alb. Da gebe es ja „überhaupt nichts“. Was die Opti-Manager auf jeden Fall bieten können, sind Arbeitsplätze: „Erfahrene Möbelverkäufer“ seien herzlich willkommen, ebenso Schreiner, Monteure – „das ist ja so ’ne Mangelware hier!“ Man suche auch noch Azubis. „Wir wollen bereits in diesem Jahr in Mössingen ausbilden.“

Die neuen Möbler kommen
Der Firmenchef und sein „General“: Oliver Föst (links) und Marc Kuropka in der Steinlach-Redaktion.Bild: Rippmann

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27.05.2012, 12:00 Uhr

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