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Museum

Die realen und die fiktiven Ahnen

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach rückt seine Bildbestände in den Fokus: mit einer Ausstellung über Familie.

25.01.2017
  • KATHRIN LÖFFLER

Marbach. Künstler-, Dichter- und Gelehrtenfamilien: Sie förderten das Zustandekommen von Kunst und Literatur – oder verhinderten und zerstörten es. Dem widmet sich vom 21. September an eine Ausstellung im Marbacher Literaturmuseum der Moderne. Es geht dort aber nicht nur um reale Familien: Manche Autoren erfanden fiktive Abstammungslinien. Und es geht um das poetische Potenzial und die Darstellung von Familien in der Literatur.

Dafür sind in der Ausstellung neben Text-Exponaten aus den Marbacher Beständen auch Bilder zu sehen: Ahnentafeln, Stammbäume, Fotos, die die von Familien geschaffenen Ordnungen dokumentieren. „Wir wollen aber nicht nur die Sichtbarkeit von Familie zeigen“, sagt Ellen Strittmatter (40). Sie hat die die Ausstellung konzipiert. Spannend sei vielmehr das Wechselspiel von Leben und Fiktion – wie die Übersetzung von Familienbildern vom einen ins andere.

Strittmatter folgte zum Jahresbeginn auf Heike Gfrereis und leitet nun das Literaturmuseum der Moderne und das Schiller-Nationalmuseum. Sie möchte den Marbacher Bildbeständen verstärkt Aufmerksamkeit widmen: Die Bilder seien oft Teil von Texten gewesen und wirkten nicht nur illustrierend.

Ellen Strittmatter hat Kunsterziehung und Germanistik studiert und in Mediävistik promoviert. Von 2007 bis 2013 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Marbacher Literaturmuseen und kuratierte alle dortigen Ausstellungen mit. Zuletzt leitete Strittmatter das Forschungsprojekt „Bildpolitik“ im Forschungsverbund Marbach-Weimar-Wolfenbüttel.

Am 3. Mai ist im Literaturmuseum der Moderne Eröffnung der Ausstellung „Rilke und Russland“. Rilke reiste zwei mal nach Russland. „Er hat Russland als seine Heimat bezeichnet, erst dadurch hat er sich als Dichter gefunden“, sagte Thomas Schmidt, künstlerischer Leiter der Ausstellung, gestern bei der Vorstellung des Marbacher Jahresprogramms. „Rilke und Russland“ zeigt 280 Exponate: Tagebücher, Rilkes russische Bibliothek und Ikonen aus seinem Besitz. Die Schau ist eine trinationale Kooperation und ab dem 15. September in der Nationalbibliothek Bern und im Strauhof Zürich, ab Februar 2018 in Moskau zu sehen.

Zu den Neuerwerbungen des Literaturarchivs gehört der Nachlass von Peter Urban, einem der wichtigsten Übersetzer slawischer Literaturen. Er umfasst unter anderem einen Briefwechsel mit Paul Celan, insgesamt 700 Bände und 110 Manuskriptordner. „Wir werden zunehmend ein mehrsprachiges Archiv“, sagte der stellvertretende Archiv-Leiter Jan Bürger. Kathrin Löffler

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25.01.2017, 06:00 Uhr

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