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Schulen

Die schillernde Verlockung

Zwei Jugendliche sind im Dezember auf dem Eis des Tälesees eingebrochen. Seither wurden die Kinder in der Grundschule nochmal für die Gefahren sensibilisiert.

14.01.2017

Von Maik Wilke

Schön sieht der gefrorene Tälesee in Empfingen ja aus, doch das Eis ist trügerisch und darf nicht betreten werden. Bilder: Wilke

Mitte Dezember konnten ein 12-jähriger Junge und ein 13-jähriges Mädchen nunr dank schneller Hilfe vor dem Ertrinken gerettet werden, nachdem sie auf dem dünnen Eis des Tälesee eingestürzt waren. Noch immer sind große Teile des Sees wegen des starken Frosts in der vergangenen Woche gefroren. Für die Kinder der nur hundert Meter entfernten Grundschule durchaus eine Verlockung. „Aber der Vorfall hat auch die Kinder verschreckt und ihnen die Risiken bewusst gemacht“, sagt Rektor Rudolf Linsenmann auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE. Bereits vor den Weihnachtsferien hätten alle Klassenlehrer ihre Schüler gewarnt, dass das Eis nur nach Freigabe durch das Rathaus sicher sei. Bis dahin gilt: Betreten strengstens verboten. Diese Botschaft sei nochmal an die Schulkinder herangetragen worden.

Eine Freigabe wird es aber definitiv nicht geben, sagt Adelinde Hellstern von der Gemeindeverwaltung Empfingen. Grundsätzlich sei das Rathaus zwar für eine solche zuständig, doch: „Uns fehlt da die Expertise. Wie sollen wir beurteilen können, ob das Eis dick genug ist?“, fragt Hellstern. Diese Einschätzung müsste ein Experte übernehmen, der dann auch die Verantwortung übernimmt. Hellstern ist aber nicht bekannt, ob der Tälesee jemals zum Spielen oder gar Schlittschuhlaufen freigegeben worden sei. „Es fehlt auch jeder Bedarf, auf diesem See Schlittschuh zu laufen oder sich überhaupt auf dem Eis zu bewegen. Wer das machen möchte, soll in eine Halle gehen.“

Generell dürfen die jungen Mädchen und Buben das Schulgelände während der Unterrichtszeit nicht verlassen, betont Linsenmann. Damit auf dem kurzen Weg zum Sportunterricht in der Tälesee-Halle keine unerlaubten Abstecher erfolgen, werden die Kinder stets von einem Lehrer begleitet. Dazu ist die Grundschule sogar verpflichtet, denn im Gegensatz zum Schulweg ist hier die Grundschule für die Sicherheit der Kinder verantwortlich: „Auf dem Weg vom Schulgelände
zur Halle haben wir die Aufsichtspflicht, weil der Weg als
Unterrichtsweg gilt“, erklärt Linsenmann.

Zusätzliche Schilder, wie sie vor wenigen Wochen auch am Horber Neckar von der Stadtverwaltung aufgestellt wurden, sind in Empfingen nicht geplant, sagt Hellstern. „Wir haben schon im Herbst an beiden Längsufern des Sees Schilder aufgestellt, auf den auf die drohende Lebensgefahr hingewiesen wird.“ Eines davon steht sogar unweit vom Unfallort, an dem die zwei Jugendlichen in den See eingebrochen sind. Schule und Gemeinde erfüllen folglich ihre Pflicht, um einen ähnlichen Vorfall zu verhindern.

Die zugefrorene Oberfläche des Tälesees kann eine Verlockung für Kinder und Jugendliche sein. Wer die dünne Schicht betritt, begibt sich jedoch in Lebensgefahr.

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Erstellt:
14. Januar 2017, 01:06 Uhr
Aktualisiert:
14. Januar 2017, 01:06 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2017, 01:06 Uhr

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