Horb im Netz (500)

Die vollen 500 – was hat sich seit dem 12. August 2000 verändert?

Wollte man ein Zwischenfazit ziehen, nach nun 500 in „Horb im Netz“ diskutierten Webseiten, würde das wohl lauten: „Das Web wurde erwachsen – und kaum ein Mensch hat es bemerkt.“ Während sich das Netz gewandelt hat, findet man heute immer noch viele Webauftritte, die im Grunde aufgebaut sind wie im Jahr 2000, als diese Serie gestartet wurde. Lediglich ein Redaktionssystem ist vielleicht hinzu gekommen, das die Pflege erleichtert. Dementsprechend findet man heute mehr Inhalte und oft auch einen optisch klareren Aufbau. Manche Seite gibt es aber auch schon gar nicht mehr – wie eben die, mit der alles begann: die Horber Band „That Will Do! & The Horny Shakers“ waren die ersten, deren Online-Präsenz in „Horb im Netz“ vorgestellt wurde. „Ausbaufähig!“ war damals das Fazit.

29.05.2010

Wollte man ein Zwischenfazit ziehen, nach nun 500 in „Horb im Netz? diskutierten Webseiten, würde das wohl lauten: „Das Web wurde erwachsen ? und kaum ein Mensch hat es bemerkt.? Während sich das Netz gewandelt hat, findet man heute immer noch viele Webauftritte, die im Grunde aufgebaut sind wie im Jahr 2000, als diese Serie gestartet wurde. Lediglich ein Redaktionssystem ist vielleicht hinzu gekommen, das die Pflege erleichtert. Dementsprechend findet man heute mehr Inhalte und oft auch einen optisch klareren Aufbau.

Manche Seite gibt es aber auch schon gar nicht mehr ? wie eben die, mit der alles begann: die Horber Band „That Will Do! & The Horny Shakers? waren die ersten, deren Online-Präsenz in „Horb im Netz? vorgestellt wurde. „Ausbaufähig!? war damals das Fazit. Nach und nach wurde die Website erweitert, etwa um Musikstücke zum Download und das „Horny-Girl?, das nach jedem Auftritt auf der Website gekürt wurde. Ein geschickter Schachzug, wurden doch dadurch Online- und Offline-Welt miteinander verbunden.

Heute ist das Netz ein integriertes Etwas. Die Grenzen zwischen Technologien und Webauftritten verschwimmen. „Den? Webauftritt gibt es so nicht mehr, vielmehr besteht die eigene Online-Präsenz aus verschiedenen Bausteinen, die sich mehr oder weniger ergänzen. Neben der eigenen Website betreibt man ein Profil auf Xing, publiziert selbst in „Blogs?, kommuniziert mittels Facebook und hält Freunde mittels Twitter auf dem Laufenden. Wer heute die Website www.horb.com besucht, wird genau dorthin verwiesen. Oder man surft gleich zu http://twitter.com/horbamneckar, um über die Neckarstadt auf dem Laufenden zu bleiben.

Die Fotos der Enkelkinder erreichen die Verwandtschaft über Flickr, Videos werden bei Youtube bereitgestellt. Dass die Kinder Videokonferenzen mit der Oma machen, ist vielerorts schon normal. Ebenso, dass all diese Funktionen auch unterwegs vom mobilen Endgerät aus genutzt und gepflegt werden. Das Foto, eben noch im Zoo geschossen, erreicht die Großeltern nur Minuten später, während die Rasselbande noch das nächste Gehege inspiziert. Wer aktuelle Fotos über Horb abonnieren will, kann das problemlos über www.flickr.com tun. So entsteht im wahrsten Sinne des Wortes auch ein Bild in den Köpfen.

Als Nutzer besucht man oft nicht mehr die Website eines Vereins oder einer Firma, man sucht lediglich eine bestimmte Information. Egal woher diese stammt. Für die Seriosität einer Website bürgen eigene Freunde oder schlicht die Anzahl derer, die der jeweiligen Quelle ebenfalls vertrauen. Wer bei der Suchmaschine Google vorne dabei ist, hat somit große Chancen, den Besucher auf die eigene Website zu lenken. Dann beginnt die nächste Herausforderung: viele Benutzer lesen den Inhalt und stöbern dann weiter. Lediglich der Inhalt bleibt dabei im Gedächtnis hängen, nicht jedoch der Anbieter. Das verändert die Medienlandschaft gewaltig, hat doch jeder die Chance, selbst zu publizieren und gefunden zu werden.

Darin liegt auch ein großer Teil des Nutzens, den diese Entwicklung stiftet: die Möglichkeiten der vielen kleinen Anbieter sind enorm größer geworden. Man braucht heute keine Werbeagentur mehr, um sein Publikum zu finden. Vorausgesetzt, man kennt die Spielregeln im Netz und ist bereit, ein wenig seiner Zeit zu investieren. Selbst ausgefallene Hobbys und Themen haben die Chance, ihre Fangemeinde zu finden. Allerdings scheinen diese Möglichkeiten nur wenig bekannt zu sein.

Gäbe es den Webauftritt von „That will do!? heute noch, wäre wohl mindestens eine „Gefällt mir!?-Schaltfläche integriert, über die man den eigenen Freunden mittels Facebook mitteilen kann, dass man an eben einer Seite Gefallen gefunden hat. Von Konzerten würde man Videos finden. Auf Events würden neben der eigenen Website auch Twitter-Meldungen, Xing-Einladungen und Facebook-Einträge aufmerksam machen. Dabei spricht man vor allem die eigenen „Freunde? an, die sich bereit erklärt haben, „Freunde? zu sein. Das sind Personen, die diese Nachrichten ausdrücklich lesen wollen.

So weit gehen bisher allerdings nur wenige Webseiten.

Die Macher des Mini-Rock-Festivals nutzen die Möglichkeiten des Web 2.0, wie der aktuelle Entwicklungsstand bezeichnet wird, mit am intensivsten. Bereits die Vorgängerversionen der Website waren darauf aus, die Nutzer mit einzubeziehen. Kommunikation ist keine Einbahnstraße mehr, im Gegenteil, gute Websites leben davon, dass die Besucher mitmachen. Darüber hinaus ist es ganz normal, auf Facebook über den aktuellen Planungsstand auf dem Laufenden gehalten zu werden. Über 1500 Personen „gefällt? die dort installierte Mini-Rock-Festival-Seite. Das ist jedoch nicht nur Werbung. Dank dieser Seite erfahren die Macher live, was ihr Publikum bewegt: wer Fragen hat fragt. Die Antwort ist dann, direkt neben der Frage, öffentlich zu finden. So ist allen geholfen.

Auch Ex-OB Michael Theurer nutzt aktuelle Technologie, um für seine Sache zu werben: bald 500 Menschen interessieren sich auf Facebook, was er zu sagen hat, und sein Video bei Youtube zu Griechenland und der Finanzkrise hat fast ebenso viele Aufrufe. Sucht man bei Google nach Michael Theurer, belegt der FDP-Europaparlamentarier gleich die ersten elf Einträge in der Liste. Und diese Plätze sind nicht käuflich, die erwirbt man sich nur, wenn man von vielen anderen Seiten mit Links vernetzt wird. So schlägt sich das Vertrauen von vielen in der Platzierung nieder.

Wer diese Entwicklung als Spielerei abtut, sitzt einem gewaltigen Irrtum auf. Google, der Konzern, der uns unter anderem kostenlos im Netz suchen lässt, gilt als die wertvollste Marke der Welt, wie die Financial Times Deutschland kürzlich meldete. Einnahmen werden mit Werbung verdient und alle Webseitenbetreiber können daran mitverdienen.

So spielt heute so mancher Betreiber eines Web-logs mehr als dessen Betriebskosten wieder rein. Die mediale Reichweite von Youtube ist inzwischen vergleichbar mit der Reichweite der Fernsehsender, meldete kürzlich die Initiative D21. Über 70 Prozent der Deutschen sind heute online, Tendenz weiter steigend. Bei der Gruppe der 14 bis 29 Jahre alten Personen waren es 2009 nahezu 95 Prozent.

Facebook, lange als Geldvernichtung belächelt, meldete Ende 2009 erstmals, dass Einnahmen und Ausgaben sich die Waage hielten. Andere Seiten verdienen schon lange am Nutzer und die Nutzer mit ihnen. So haben eBay und Amazon vielen Menschen zu zusätzlichen Einnahmen verholfen. Der Marmorwerk-Verein hat vor Jahren dieses System genutzt, um die Vereinskasse etwas aufzubessern. Der Zugang zu einer Gruppe von Menschen und das Wissen, wie man den richtigen Link in die eigene Website einbindet, genügen.

Geschäftsmodelle, die das Internet integrieren, sind bei traditionellen mittelständischen Unternehmen dagegen selten. Das gilt sowohl für den Handel, der sich an Endkunden richtet, wie auch dort, wo zwischen Unternehmen Geschäfte gemacht werden. Oft arbeitet man noch mit der falschen Fragestellung, ob man entweder traditionell oder online Geschäft machen will. Diese Frage stellt sich so nicht mehr.

Internet-Technologie ist nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Vor allem, wenn man an diejenigen denkt, die morgen an den Schalthebeln sitzen werden. Es gilt die Geschäftsprozesse an neue Verhaltensmuster anzupassen und die Internet-Technologie sinnvoll in den Geschäftsablauf zu integrieren. Erfolgreich sind dabei meist die, die mittels dieser Technologie das Leben ihrer Kunden vereinfachen.

Die bessere Frage lautet deshalb, wie man das Web für das eigene Geschäft, den eigenen Verein oder einfach nur für sich selbst nutzen kann. Gerade die kleinen Gruppen, Unternehmen und Institutionen haben jetzt große Chancen.

Fazit: Nicht mehr wegzudenken.

Holger Zimmermann

Info

Seite über Horb entdeckt?

E-Mail an: nc@neckar-chronik.de

Holger Zimmermann Bild: Kuball

„Horb im Netz“ von der ersten Seite (links oben) bis zur Serienfolge 450 (rechts unten) in 50er-Schritten.

„Horb im Netz“ von der ersten Seite (links oben) bis zur Serienfolge 450 (rechts unten) in 50er-Schritten.

Holger Zimmermann Bild: Kuball

Zum Artikel

Erstellt:
29. Mai 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
29. Mai 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2010, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen