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Griff in die Vitrinen der Juweliere

Diebesbande steht in Heidelberg vor Gericht

Das Ziel waren Juweliere, die Masche stets die gleiche. In Heidelberg steht eine Bande vor Gericht, die mit Schmuck und Uhren reiche Beute machte.

07.11.2015
  • ULRICH WILLENBERG

Heidelberg Eine rumänische Bande von Trickdieben soll bundesweit ihr Unwesen getrieben haben. Die Täter hatten es vor allem auf baden-württembergische Juweliergeschäfte abgesehen, darunter in Heidelberg, aber auch in anderen Bundesländern. Den Schaden beziffert die Staatsanwaltschaft auf fast 120 000 Euro. Seit gestern müssen sich mutmaßliche Mitglieder der Bande vor dem Heidelberger Landgericht verantworten. Drei von ihnen haben umfassende Geständnisse abgelegt. Darunter ist eine zweifache Mutter, die weder lesen noch schreiben kann. Eine Mitangeklagte ist allem Anschein nach unschuldig, eine weitere Frau erschien nicht zu dem Prozess.

Es war offenbar immer die selbe Masche, mit der die Bande in den Besitz der Beute gelangte. Während man die Juweliere in Verkaufsgespräche verwickelte, griffen Mittäter zu. So auch am 14. Januar dieses Jahres in dem Heidelberger Geschäft. Dort lenkten vier Männer den Verkäufer ab, derweil sich eine Frau ins Büro schlich, so die Angaben der Anklage. Dort soll sie aus einem ungeöffneten Tresor zwölf Uhren im Wert von nahezu 10 000 Euro und auch 1000 Euro Bargeld erbeutet haben.

Der mit 37 000 Euro höchste Schaden entstand bei einem Juwelier im südhessischen Reinheim. Wenige Stunden später schlug die Bande dann in Köln zu und stahl Schmuck für 17 000 Euro, so die Anklage. Nur vier Tage später ließen die Täter im pfälzischen Ludwigshafen Schmuck im Wert von rund 23 000 Euro mitgehen. Die Staatsanwaltschaft geht von insgesamt zehn Taten aus, die in wechselnder Besetzung begangen wurden. Einige Mittäter seien noch nicht ermittelt.

Ein 23-Jähriger räumte gestern sieben Diebstähle ein. Die Beute sei zu Geld gemacht und dieses geteilt worden. Ein 45-jähriger Landsmann gestand zwei Taten, ebenso eine 37-jährige Frau. Sie sei nie zur Schule gegangen, weil sie bei der Feldarbeit habe helfen müssen. Mit 15 sei sie verheiratet worden. Ihr Mann habe sie 2013 mit den zwei Kindern sitzen lassen. Schließlich habe sie ihren Job als Putzfrau in Rumänien verloren. Das Urteil soll Anfang Dezember verkündet werden.

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07.11.2015, 12:00 Uhr

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