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Am Donnerstag informierten sich die neuen Studierenden über die Angebote der Uni und der studentischen Gruppen

Dies Universitatis - für ein Studium ohne Scheuklappen

Hunderte Erstsemester stürmten am Donnerstagnachmittag die Neue Aula: Beim Dies Universitatis konnten sie sich über universitäre und außeruniversitäre Angebote informieren. Von Sport über Kunst bis zu Politik war für jeden etwas dabei – auch für die Kritischen, auf der anderen Straßenseite, beim „Alternativen Dies“.

17.10.2014
  • PHILIPP KOEBNIK

Tübingen. Welche Einrichtungen gibt es an der Universität? Wie kann ich neue Leute kennenlernen? Wie ist es um das kulturelle Angebot an der Uni bestellt? Welche Sportarten kann ich an der Uni ausüben? Und welche Möglichkeiten gibt es, politisch aktiv zu sein? Diese Fragen stellen sich wohl viele „Erstis“. Wenn man neu nach Tübingen kommt und zum ersten Mal eine Universität von innen sieht, ist vieles ungewohnt und erscheint kompliziert.

Im Festsaal wurden die Studenten von Prof. Karin Amos, Prorektorin für Studierende, Studium und Lehre, begrüßt. Sie machte den Erstsemestern Mut, die Uni unvoreingenommen zu entdecken und die vielseitigen Angebote zu nutzen. Die Universität sei „nicht nur eine Stätte der Forschung und Lehre, sondern ein lebendiger Organismus“. Sie biete viele Chancen der persönlichen Entwicklung. Amos regte die neuen Studenten dazu an, quer zu denken und neue Pfade zu beschreiten: „Sie gestalten Ihren Bildungsweg“, so die Prorektorin, auch wenn seit der Bologna-Reform die Studiengänge deutlich verschulter sind als früher.

Auch Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hielt ein Grußwort, wobei er die Erstsemester zu ihrer Wahl Tübingens beglückwünschte. „In Tübingen studieren lohnt sich“, so Palmer. Viele große Denker lebten oder studierten zumindest zeitweilig in Tübingen, die Stadt biete also eine lange Tradition geistiger Betätigung. Heute sei die Uni Tübingen in manchen Forschungsbereichen an der Weltspitze. An dieser Stelle sprach Palmer explizit die umstrittenen Tierversuche in der Hirnforschung an. Diese müsse „gegen unwissenschaftliche Kritik“ verteidigt werden.

Anschließend stellte sich der Studierendenrat vor und berichtete über die verschiedenen Möglichkeiten für Studenten, sich zu engagieren, beispielsweise in den Fachschaften oder im Clubhaus. Anschließend wurde der Lehrpreis der Universität an Tobias Schmohl, Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der „Virtuellen Rhetorik“, verliehen. Die AG Notfallmedizin erhielt von Prof. Amos den Sonderpreis für studentisches Engagement. Auftritte des studentischen Tanzensembles sowie der Big Band der Universität rundeten das Programm ab.

Die Uni – ein „lebendiger Organismus“

Ab 18 Uhr gab es dann in der Wandelhalle der Neuen Aula den „Markt der Möglichkeiten“, auf dem viele verschiedene Gruppen und Einrichtungen sich und ihre Arbeit präsentierten. Darunter waren einige Hochschul-Sportgruppen, das Zeicheninstitut, das Uniradio, der Bach-Chor, aber auch Amnesty International. Auch das Forum Scientiarum, das den interdisziplinären Austausch fördert, sowie das Schreibzentrum, das Hilfe beim Verfassen wissenschaftlicher Texte anbietet, waren vertreten. Einige studentische Verbindungen warben um neue Mitglieder. Ein Vertreter der Landsmannschaft Ghibellinia erklärte auf Nachfrage, man sei „offen für alle – außer Frauen“. Gleichzeitig wehrten sie sich gegen den Vorwurf, sexistisch zu sein.

Aus der Kritik an der Präsenz der Verbindungen am offiziellen Dies wurde vor einigen Jahren der Alternative Dies geboren. Dieser bot zeitgleich im Clubhaus, gegenüber der Neuen Aula, vielen weiteren, darunter einigen linken Gruppen, die Möglichkeit, sich den Neuimmatrikulierten vorzustellen. Auf diesem „Markt der unbegrenzten Möglichkeiten“ gab es zum Beispiel Infotische der GEW, der Antispeziesistischen Aktion, des Offenen Treffens gegen Faschismus und Rassismus (OTFR) oder des Infoladens des Wohnprojekts Schellingstraße.

Gut besucht waren auch die Vorträge, die zur gleichen Zeit gehalten wurden. Der Journalist Robert Andreasch, der seit vielen Jahren über die rechtsextreme Szene recherchiert, referierte über den „NSU-Komplex“. Die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) hielt einen Vortrag zum Thema „Bildung im Kapitalismus“, die Gruppe „Level up“ bot eine „Einführung in die Kapitalismuskritik“ an. Außerdem gab es eine Podiumsdiskussion zur Kritik an Studentenverbindungen. Richtig voll wurde es dann ab 21.30 Uhr beim Clubhausfest des Brecht-Bau-Plenums.

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17.10.2014, 12:00 Uhr

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