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Zank um den „Dreimärker“

Dießen verzichtet auf erwünschten Grenzstein um „nachbarschaftlichen Friedens willen“

Der „Dreimärker“ in der Nähe des Aussiedlerhofs von Dettingens Landwirt Bruno Grätzer, der die Stelle markiert, an der sich die Ortsgrenzen von Dießen, Dettingen und Dürrenmettstetten treffen, bleibt, wo er ist. Auch um des „lieben Friedens willen“ gegenüber Dürrenmettstetten. Dies gab Dießens Ortsvorsteher Fridolin Weckerle in der jüngsten Ortschaftsratssitzung bekannt.

23.11.2015
  • Willy Bernhardt

Dießen. Dabei hätten sich die Dießener diesen Stein doch so sehnlichst für ihren von Kunstschmied und Heimatforscher Anton Armburster angelegten „Grenzstein-Garten“ bei der Burgruine „Hohendießen“ gewünscht. Fridolin Weckerle erläuterte seinem Gremium nochmals, was aktuell Sache ist. Er erinnerte daran, dass der Dießener Schwarzwaldverein unter Federführung von Anton Armbruster und in enger Zusammenarbeit mit der Flurneuordnungsstelle den inzwischen fertig gestellten „Grenzstein-Garten“ im ehemaligen Kräuter- und Gewürzgarten der Burg „Hohendießen“ angelegt habe. Die Grenzsteine dienten als Zeugen der geschichtlichen Entwicklung Dießens und sollten der Bürgerschaft und der Nachwelt erhalten bleiben, „da sie Zeugnis geben über wechselnde Besitzer der Ortschaft und der angrenzender Gemeinden“, erklärte Dießens Ortsvorsteher.

Genau aus diesem Grunde hätten es sich der örtliche Schwarzwaldverein und insbesondere Kunstschmied und Heimatforscher Anton Armbruster zur Aufgabe gemacht, „gefährdete Grenzsteine“ zu sichern. Deshalb sei Anton Armbruster vor Monaten auf die Dießener Ortschaftsverwaltung zugekommen mit der Bitte prüfen zu lassen, ob eine Sicherung des „Dreimärkers“, der beim „Gräzer-Hof“ steht auf der Hochebene zwischen Dettingen und Dürrenmettstetten, gäbe. Dieser so genannte „Dreimärker“ markt die drei Grenzen zwischen Dettingen, Dießen und Dürrenmettstetten ab. Anton Armbruster hätte diesen Grenzstein gerne für seinen steinernen Geschichtsgarten nach Dießen geholt. Doch daraus wird nun nichts.

Ortsvorsteher Weckerle hatte sich den Stein gemeinsam mit Kollege Josef Nadj aus Dettingen und Anton Armbruster angeschaut. Nichts wurde dabei dem Zufall überlassen. Es wurde abgeklärt, welche Behörden eingeschaltet werden und was beachtet werden müsse. Davon sind auch die Landkreise Rottweil und Freudenstadt direkt betroffen. Das Trio Armbruster, Nadj und Weckerle empfahl zudem eine Standort-Einmessung durch ein Vermessungsbüro sowie eine Begutachtung durch das Denkmalamt wegen einer Entscheidung über die Sicherungsfrage des Dreimärkers. Zudem wollte insbesondere Fridolin Weckerle die Ratsbeschlüsse aus Dettingen, Dießen und Dürrenmettstetten abwarten. Während Dettingen und Dießen grundsätzlich nichts gegen eine Verlegung des Steins zur Burg „Hohendießen“ haben, sieht dies in Dürrenmettstetten anders aus. Dort lehnte der Ortschaftsrat das Ansinnen ab.

Derweil luden Dießen und Dettingen zu einem gemeinsamen Ortstermin mit Vermessungsamt, Stadt Horb, Denkmalamt und den drei Ortsvorstehern Josef Nadj, Fridolin Weckerle und Robert Trautwein (Dürrenmettstetten). Aus Sicht des Denkmalamtes erschien „eine nachhaltige Sicherung des Dreimärkers sinnvoll“, so Weckerle. Diese könnte „im Dießener Grenzsteingarten erfolgen“. Als „Ausgleichsmaßnahme“ müsste am bisherigen Standort ein Duplikat oder eine Kopie erstellt werden. Ortsvorsteher und Bildhauer Josef Nadj würde auf die Herstellungskosten verzichten und nur das Material berechnen, was er auf einen Betrag zwischen 1000 und 1500 Euro bezifferte. Der Dettinger Ortschaftsrat habe zudem nichtöffentlich in seiner Sitzung vom 31. Juli der Sicherungsmaßnahme im Dießener Grenzstein-Garten zugestimmt. Hingegen, so bedauerte Fridolin Weckerle, habe der Ortschaftsrat Dürrenmettstetten die „Sicherungsmaßnahme“ in Dießen meherheitlich abgelehnt. Der Dießener Ortschaftsrat hatte in nichtöffentlicher Sitzung am 14. August der Stein-Verlegung nach Dießen „grundsätzlich“ zugestimmt“ mit der Vorgabe, „die endgültige Entscheidung nach Vorlage der Kosten und eventueller Kostenbeteiligung durch den Schwarzwaldverein und die Ortschaftsrats-Beschlüsse der tangierten Nachbargemeinden öffentlich zu beschließen. Dießens Schwarzwaldverein habe inzwischen eine finanzielle Zusicherung gegeben.

Die große Frage war nun, wie es weitergeht. Weckerle: „Ich denke aus Sicht der Ortschaft macht eine Standortsicherung nur Sinn, wenn sie einvernehmlich zu Stande kommt. Um das gute Miteinander nicht zu strapazieren schlage ich vor, den Antrag des Schwarzwaldvereins nicht weiter zu verfolgen.“ Doch so ganz hat auch Weckerle die Hoffnung doch noch nicht aufgegeben, indem er folgendes anfügte: „Eine Option wäre, dass im Grenzsteingarten ein Duplikat erstellt wird. Ob dies zulässig ist und einer Genehmigung bedarf, müsste noch abgeklärt werden.“

Dießen verzichtet auf erwünschten Grenzstein um „nachbarschaftlichen Friedens willen“

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23.11.2015, 12:00 Uhr

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