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Handball: Das Telefon steht kaum still

Dieter Königs Einstand als Manager beim TV Neuhausen

Ein Fußballer soll die Handballer des TV Neuhausen wirtschaftlich neu organisieren: Dieter König, Lehrer am Mössinger Firstwaldgymnasium, ist heute beim Gastspiel des HSV Hamburg (20.15 Uhr) erstmals als TVN-Manager in der Tübinger Paul-Horn-Arena.

17.10.2012
  • Hansjörg Lösel

Tübingen. Wie die ersten Tage in neuer Funktion beim TV Neuhausen waren? „Heftig, das Telefon steht kaum still“, berichtet der 41 Jahre alte Dieter König, „ich muss mich in viele Dinge einarbeiten und einlesen“. Der TV Neuhausen ist die erste Station im Handball-Geschäft für den ehemaligen Verbands- und Landesliga-Fußballer unter anderem beim SV Hirrlingen, TSG Balingen und SV Wachendorf. „Ich habe mich aber schon immer für Handball interessiert, war schon in der Regionalliga oft bei den Balingern in der Halle“, sagt König, der in Tübingen Sportwissenschaft und Geografie auf Lehramt sowie später Sport-Management studiert hat. Seit der Studienzeit kennt er TVN-Trainer Markus Gaugisch. König ist seit 2002 Lehrer im Mössinger Firstwald-Gymnasium – zum 1. Februar wird er seine Stelle dort auf 50 Prozent reduzieren. Bereits aufgegeben hat König, der in Haigerloch wohnt, den Trainer-Posten bei seinem Heimatverein Heiligenzimmern in der Fußball-Kreisliga.

Das drängendste Projekt beim TV Neuhausen: Bis 1. Dezember muss der Profi-Handball aus dem Hauptverein in eine GmbH ausgegliedert sein. Die Verträge liegen derzeit auf der Geschäftsstelle aus zur Einsicht für die Mitglieder, am 30. Oktober muss eine Außerordentliche Hauptversammlung das Okay geben. „Wir sind von den Strukturen her momentan kein Bundesligist, auch nicht bei den Etat-Zahlen“, sagt König. Bekanntlich hat der TV Neuhausen mit einem Jahres-Haushalt von etwa 900.000 Euro die schlechtesten Rahmenbedingungen aller 18 Teams in der stärksten Handball-Liga der Welt – allerdings ist der TVN als eines von nur vier Teams schuldenfrei. Königs Ziel für diese Saison ist deshalb nicht in erster Linie sportlicher Erfolg, sondern wirtschaftliche Konsolidierung: „Wir müssen gestärkt aus diesem Jahr heraus gehen, müssen Strukturen schaffen, auf der Geschäftsstelle, im Umfeld, damit es irgendwann gelingt, längerfristig oben zu bleiben.“

Der ehemalige TVN-Manager Jürgen Zepf hatte Unprofessionalität kritisiert – die Manager-Aufgaben werden künftig auf zwei Schultern verteilt. König ist für den wirtschaftlichen Bereich zuständig, ein noch zu benennender Kollege soll sich um die sportlichen Belange kümmern.

Dieter Königs Einstand als Manager beim TV Neuhausen
Erstliga-Handball in der Paul Horn Arena: Gegen den HSV hofft Neuhausen wieder auf ein volles Haus.

Dieter Königs Einstand als Manager beim TV Neuhausen
Dieter König

In der vergangenen Woche berichteten mehrere Zeitungen, dass der TV Neuhausen auch im Falle eines Abstiegs seine Heimspiele in der Tübinger Paul-Horn-Arena austragen müsse. Offenbar könnte das Team in der Zweiten Liga aber doch in der angestammten Hofbühlhalle antreten. „Diese Möglichkeit ist grundsätzlich noch nicht vom Tisch“, sagt Dieter König. Der neue Manager hat Kontakt zu den Verantwortlichen der Handball-Bundesliga (HBL) aufgenommen und sich über die Auflagen informiert. Klar ist: Eine Rückkehr nach Neuhausen wäre nur ein Provisorium, im derzeitigen Zustand genügt die Hofbühlhalle mittelfristig den Ansprüchen nicht. Das Gastspiel in Tübingen hat für den TVN bisher zwei Seiten: „Die Paul-Horn-Arena bietet uns super Vermarktungsmöglichkeiten“, sagt König, „aber jedes Heimspiel bedeutet für unsere ehrenamtlichen Helfer einen Riesen-Aufwand.“ Am Mittwoch will der Neu-Manager schon um 17 Uhr in die Halle kommen und sich den Ablauf im Detail anschauen. Dass die Fans dem TVN im Falle einer weiteren hohen Niederlage gegen den HSV den Rücken kehren könnten, befürchtet der Neu-Manager nicht. „Nach dem Kiel-Spiel hat es stehende Ovationen gegeben. Das Publikum hat ein feines Gespür für die Gegebenheiten – die Leute sehen, dass wir eine charakterstarke Truppe hier haben“.

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17.10.2012, 12:00 Uhr

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