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Dankeföhn: Die Vitrinen der Föhnwelle

Dieter Thomas Kuhn - Die Ausstellung im Stadtmuseum

Tübingen. Er war der Herr der Gänsefüßchen. Die "singende Föhnwelle", der "Papst des schlechten Geschmacks" oder gar die "Lok am deutschen Schlagerzug" – egal, was Journalisten oder Promoter in den vergangenen sieben Jahren zu Dieter Thomas Kuhn gesagt haben, es musste in Anführungszeichen gesetzt werden.

25.04.2011

Oder in Überschriftslettern. Zwei große Stellwände füllen die Presseausschnitte im Tübinger Stadtmuseum, und sie allein sind schon eine Rechtfertigung dafür, dass es von heute Abend, 20 Uhr an, bis zum 2. April dort eine DTK-Ausstellung zu besichtigen gibt. Ein Star, um dessen ganze Person sich Gänsefüßchen ranken, ist ein Kunstwerk. Und Kunst darf ins Museum.

Auch wenn in den meisten Vitrinen nur der Müll liegt, den Kuhn und Crew während ihrer unendlichen Tournee am Wegesrand aufgepickt haben. Leere Haarspraydosen zum Beispiel, gelbstichige Schnappschüsse von Backstage-Gags und Unterwäsche, die Fans auf die Bühnen geworfen haben. Sie haben nie was weggeworfen, erklärt Philipp Feldtkeller, Kuhn-Gitarrist und Ausstellungsmacher, und irgendwann musste dann die unvermeidliche Garage gemietet werden für das ganze Zeug.

So wurde das Phänomen DTK, eigentlich das größtmögliche Symbol modischer Vergänglichkeit, bestens dokumentiert. Die Ausstellung wartete quasi darauf, gemacht zu werden – Kulturbürgermeister Gerd Weimer musste nur noch freundlich die Museumstür öffnen.

Eine große Landkarte mit Blinklichtern zeigt, wo sie überall waren. Ausgewählte Fanpost zeugt mit Zeichnungen und Klebecollagen von den unzähligen Stunden, die Begeisterte daheim am Werktisch verbrachten.

Sogar die Pannen und Verspieler sind im Museum verewigt: "The Worst of Kuhn" wird über Kopfhörer eingespielt. Auch die, denen der ganze DTK-Rummel vielleicht auf die Nerven geht, werden an der Ausstellung ihren Spaß haben. Weil sie liebevoll zusammengestellt ist, weil die meisten Objekte ungeheuer dekorativ sind und sich mit der Zeit viele nette Details auftun. Zum Beispiel das Costa-Cordalis-Autogramm auf einer der E-Gitarren.

Außerdem dokumentiert die DTK-Schau, wie sich das "trällernde Brusttoupet" über die Jahre hinweg verändert hat – nämlich gar nicht. Was schon im Jahr 1992 eine Siebziger-Pastiche war, sah 1999 auch nicht anders aus. Die Jackenmuster haben sich ein wenig gewandelt, sonst war Kuhn immer gleich Kuhn, und das ist konsequent.

Ebenso konsequent ist, dass Thomas Kuhn nicht einmal zur Eröffnung sein Gesangsmikrofon zur Hand nehmen wird. Demnächst wird er im Sudhaus auftreten, dies Mal aber mit Oldies von Neil Young und Jim Croce. Dass man ihm in der Ankündigung wieder den "Dieter" vorangestellt hat, war nur eine redaktionelle Panne.

joh

Dieter Thomas Kuhn - Die Ausstellung im Stadtmuseum
Knapp zwei Monate im Stadtmuseum zu sehen: Dieter Thomas Kuhn Mitbringels aus aller Welt.

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25.04.2011, 12:00 Uhr

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