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Digitale Bibliothek

E-Book-Reader ersetzen auf kleinstem Raum das heimische Bücherregal. Wer sich ein Gerät zulegen möchte, muss sich zwischen zwei Systemen entscheiden.

15.05.2021

Von DPA

E-Book-Reader lassen sich auch im Freien und bei vollem Sonnenlicht gut bedienen. Foto: Jens Kalaene/dpa

Der Roman „Krieg und Frieden“ von Leo Tolstoi hat mehr als 1500 Seiten. Leichter wird der Roman als E-Book auf einem E-Reader. „Die Geräte sind klein, leicht und handlich“, sagt Benjamin Barkmeyer von der Stiftung Warentest. „Auf einem E-Book-Reader lassen sich tausende Bücher speichern. Dadurch fallen ganze Bücherregale weg. Auch für den Urlaub sind solche Geräte eine wunderbare Investition.“

Viele Reader sind wasserfest und haben eine eingebaute Beleuchtung, mit der sich selbst nachts ohne Lampe schmökern lässt. Die Preise starten bei rund 70 Euro. Die Schrift lässt sich beliebig vergrößern, was auch bei nachlassender Sehkraft praktisch ist. Selbst in der Sonne sind die E-Paper-Displays der Reader noch gut lesbar. Doch nach einer Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom liest nur knapp ein Drittel der Menschen hierzulande E-Books.

Wer in die Welt der E-Books starten möchte, muss eine grundlegende Entscheidung treffen. Denn es gibt zwei Ökosysteme: Eines von Amazon rund um seine Kindle-Reader und das offenere System um die Geräte von Tolino, Pocketbook oder Kobo. Wer einen Kindle wählt, ist im Amazon-System gefangen, erklärt Alexander Spier vom Fachmagazin „c‘t“. „Amazon hat ein eigenes Buchformat, das sich nicht auf anderen Gerätetypen lesen lässt. Und andere Buchformate funktionieren wiederum nicht auf dem Kindle.“ So können Kindle-Nutzer ihre E-Books nur bei Amazon kaufen. Vorteile habe das System dennoch: „Die Nutzerführung ist gut und der Einkauf sehr bequem. Wer englische Literatur sucht, hat bei Amazon außerdem eine größere Auswahl ohne Buchpreisbindung“, sagt Spier.

Gegen das Amazon-Gefängnis

Freier sind Leser, die sich für einen E-Book-Reader von Tolino, Kobo, Pocketbook & Co. entscheiden. Auf ihnen lassen sich unter anderem Bücher im gängigen Epub-Format lesen, die es überall zu kaufen gibt. An einen Händler sind Besitzer solcher Geräte nicht gebunden. Dadurch haben sie Zugriff auf das gesamte Sortiment der Buchhandlungen.

Tolino ist das Produkt einer Buchhändler-Allianz. Dazu zählen unter anderem die großen Ketten Weltbild, Thalia und Hugendubel, aber auch die Plattform Buchhandlung.de. Dort lassen sich lokale Händler finden, die E-Books verkaufen. Auf dem Gerät selbst ist in der Regel der Shop des Händlers installiert, bei dem der Tolino oder das Pocketbook gekauft worden ist. Bei Kobo ist es der Kobo-Shop.

„Auch am Computer gelingt der Kauf einfach und schnell“, erklärt Barkmeyer. „Die Bücher liegen anschließend in der Cloud und können auf das Gerät geladen werden.“ An die Tolino-Cloud lässt sich jeder Onlineshop der Händler-Allianz anbinden. Bücher von weiteren Händlern lassen sich per USB-Kabel vom Computer auf den Reader übertragen.

Beim Preis gibt es bei deutschen E-Books keinen Unterschied. Sie unterliegen wie gedruckte Werke der Preisbindung, sind aber meist etwas günstiger. Ein Spartipp ist die „Onleihe“ der Bibliotheken, über die sich Nutzer E-Books ausleihen können. Voraussetzung ist ein Epub-fähiger Reader. Kindle-Besitzer können die Bücher nicht öffnen.

Anders als gedruckte Bücher waren E-Books ursprünglich nicht zur Weitergabe in der Familie oder an Freunde gedacht. Leser erwerben mit dem Kauf nur ein Nutzungsrecht. Doch immer mehr Verlage verzichten darauf, ihre Publikationen mit einem harten Kopierschutz zu sperren. Stattdessen sind viele E-Books heute nur noch mit einem unsichtbaren Wasserzeichen versehen. „Damit lässt sich immer nachvollziehen, wer das E-Book ursprünglich gekauft hat. So wird verhindert, dass jemand in großem Stil E-Books weiterverbreitet. Aber Privatkopien in kleinem Umfang sind möglich“, erklärt Alexander Spier. Allerdings gilt das nur bei Epub-E-Books.

Bei Amazon ist der Kopierschutz hingegen hart: E-Books lassen sich nur auf Geräten lesen, die auf den Account des Käufers registriert sind. Immerhin gibt es bei Amazon eine Familienbibliothek (Zwei Erwachsene und vier Kinder). Auch Tolino bietet diese Funktion: Bis zu sechs Personen können Bücher teilen. dpa

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Erstellt:
15. Mai 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
15. Mai 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2021, 06:00 Uhr

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