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Digitaler Umbau für mehr Wachstum
Jürgen A. Junker ist neuer Konzernchef. Foto: Bildquelle
Wüstenrot & Württembergische

Digitaler Umbau für mehr Wachstum

Der Versicherungs- und Bausparkonzern befindet sich im Umbruch. Der neue Chef steckt sich ehrgeizige Ziele.

29.03.2018
  • HELMUT SCHNEIDER

Ludwigsburg. Der Umbruch, den der Vorstandschef dem Versicherungs- und Bausparkonzern verordnet hat, ist augenscheinlich. Hier ist gerade der erste Bauabschnitt der neuen Zentrale fertig geworden. Wenn der zweite abgeschlossen ist, wird die W&W-Gruppe 490 Mio. EUR in einen Neubau am Standort Kornwestheim investiert haben. In fünf Jahren werden hier 4000 Beschäftigte arbeiten. „Es herrscht eine massive Aufbruchsstimmung bei uns“, sagt Konzernchef Jürgen A. Junker.

Junker ist ein Fachmann in Sachen Digitalisierung. Gerade die Finanzdienstleistungsbranche neige hier zu extremen Einschätzungen. Junker wiegelt ab: Digitalisierung sei weder der „unvermeidbare Untergang traditioneller Geschäftsmodelle“, noch die „heilbringende Antwort“ auf alle Herausforderungen.

Bauspar- oder Versicherungstarife werden natürlich per App online verfügbar gemacht und damit maschinell berechnet. „Am Ende aber braucht es einen Menschen, der einen an die Hand nimmt“, sagt Junker und verweist auf eine Reihe von digitalen Angeboten für die Kundschaft.

Die Transformation in die digitale Welt zeigt sich auch darin, dass die Investitionen in entsprechende Programme und Prozesse, aber auch in die Qualifizierung der Mitarbeiter deutlich gesteigert werden sollen. 820 Mio. EUR sind dafür in den kommenden drei Jahren veranschlagt.

Die Zahl der Mitarbeiter ist bei der Bausparkasse Wüstenrot seit einiger Zeit rückläufig, sagt Vorstand Bernd Hertweck. Auch bei der Versicherung Württembergische werden aktuell 60 Stellen gestrichen (ohne betriebsbedingte Kündigungen), gleichzeitig aber auch neue geschaffen, so dass unter dem Strich rund zwei Dutzend Vollzeitjobs wegfallen.

Der personelle Umbau wird in ähnlicher Weise weitergehen. „Wir nützen die Fluktuation dabei aus“, sagt Vorstandsmitglied Michael Gutjahr. Will sagen: Altersmäßig ausscheidende Mitarbeiter werden auf ihrer Position nicht ersetzt, dafür sollen neue Jobs an anderer Stelle entstehen. Gutjahr rechnet damit, dass der Personalstand deshalb in diesem Jahr nicht nennenswert sinken wird. Betriebsbedingte Kündigungen sollen jedenfalls auch in Zukunft vermieden werden.

Der Umbau zeigt sich auch darin, dass man sich auf das konzentrieren möchte, was zum Kerngeschäft gehört. Die W&W-Pfandbriefbank (1,5 Mrd. EUR Bilanzvolumen) ist diese Woche an die Bremer Kreditbank verkauft worden; zugleich wurde eine Kooperation beim Vertrieb von Finanzprodukten vereinbart. Die 110 Mitarbeiter bleiben am bisherigen Standort Ludwigsburg.

Der neue Chef zeigt sich überzeugt, dass sein Konzern, der sich selber Vorsorge-Spezialist nennt, auch künftig in den jeweiligen Segmenten „über dem Marktdurchschnitt wachsen“ wird. Ein ehrgeiziges Vorhaben, wie er selber einräumt. Vielleicht noch ehrgeiziger ist die langfristige Zielvorgabe: Die Produktivität soll Jahr für Jahr um rund 5 Prozent steigen. Mit den Möglichkeiten der Digitalisierung ist dies für Junker kein unrealistisches Ziel.

Auf die Frage, wo er seinen Finanzkonzern in fünf Jahren sieht, gibt der W&W-Chef eine Antwort, die sich bereits wie ein roter Faden durch die Erläuterungen der Bilanz 2017 zog: Besser als der Markt. Klares Ziel und Anspruch sei es, „als einer der Gewinner aus den Umbrüchen unserer Branche hervorzugehen“. Die bisherigen Ergebnisse zeigten, dass der digitale Umbau funktioniere.

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29.03.2018, 06:00 Uhr

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