Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Gut versorgt in Würde sterben

Diözesanrat fordert vom Bundestag „Sterbe-Begleitung statt Suizid-Beihilfe“

Der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart fordert den Deutschen Bundestag auf, die palliative Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen umfassend zu verbessern und strukturell abzusichern. Jede Form der organisierten Beihilfe zum Suizid solle unter Strafe gestellt werden, so das Gremium in einer Presseerklärung.

25.06.2015
  • ST

Ergenzingen. Eine klare Absage erteilte der Diözesanrat der von ihm so genannten „organisierten Beihilfe zum Suizid“. Selbstbestimmung im Sterben sei nur gewährleistet, wenn Suizid „nicht zu einem von der Gesellschaft erwarteten Normalfall“ werde. Ärztliche Beihilfe zum Suizid solle weiterhin durch Selbstverpflichtung der Ärzteschaft unzulässig bleiben. „Wer zu seinem Arzt oder seiner Ärztin geht, soll weiterhin sicher sein, Hilfe zum Leben zur erhalten und nicht mit Angeboten der Suizidbeihilfe konfrontiert zu werden“, heißt es in der Stellungnahme des Diözesanrats.

Maßnahmen passiver Sterbehilfe wie der Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen oder Schmerzlinderung mit Inkaufnahme einer lebensverkürzenden Nebenwirkung seien hingegen, wenn sie am Wohl und Willen der Sterbenden orientiert seien, in bestimmten Situationen sogar moralisch geboten.

Diözesanratssprecher Johannes Warmbrunn hofft, dass der Bundestag bei seiner für den Herbst anstehenden Entscheidung über ein Sterbehilfegesetz dieser Linie folgt und gleichzeitig die Weichen für eine umfassende Verbesserung der palliativen Versorgungsstruktur stellt. „Ich freue mich über den Vorschlag der Bundesregierung, die Zuschüsse für die Hospize zu erhöhen. Gleichzeitig braucht es aber eine deutlich verbesserte palliative Versorgung in der Fläche, bei der Fachkräfte und Ehrenamtliche in örtlichen Netzwerken kooperieren.“ Alle Sterbenden und Schwerkranken müssten Zugang zur Palliativversorgung haben.

Mit fünf stationären Hospizen, elf Kinder- und Jugendhospizdiensten, 42 ambulanten Hospizgruppen in katholischer, 50 in ökumenischer Trägerschaft und den Palliativleistungen der kirchlichen Krankenhäuser und Altenhilfe-Einrichtungen engagiert sich die katholische Kirche im württembergischen Landesteil haupt- und ehrenamtlich für sterbende Menschen.

8,2 Millionen Euro hat der Diözesanrat vergangenen November für den Ausbau der Seelsorge in caritativen Einrichtungen in den Jahren 2015 und 2016 freigegeben. „Unser Engagement ist im wörtlichen Sinn eine Frage von Leben und Tod“, erklärte Bischof Gebhard Fürst bei der Sitzung am vergangenen Wochenende auf der Ergenzinger Liebfrauenhöhe..

Berichte von Mitarbeitern belegten die Erfahrung, dass eine gute Begleitung den Wunsch nach Sterbehilfe weitgehend erlöschen lasse. „Die Erfahrung, dass menschliche Nähe und am individuellen Wunsch nach Lebensqualität des Sterbenden orientierte ganzheitliche Betreuung Menschen ermöglicht, ihr Leben in Würde bis zum natürlichen Ende zu leben, motiviert uns in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, unser Engagement in diesem Bereich noch zu verstärken“, erklärte Ordinariatsrätin Irme Stetter-Karp, Leiterin der Hauptabteilung Caritas.

Die Diözese hat zwei neue Netzwerke eingefädelt: Die Initiative „Netzwerk Ethische Fallbesprechungen gibt Fachkräften mehr Sicherheit im Pflegealltag. Das Projekt „LebensFaden“ bietet Orientierungshilfen für die Patientenvorsorge.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

25.06.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball