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Metallindustrie

Diskussion über die Arbeitszeit

Die Arbeitgeber fordern einen flexibleren Einsatz der Mitarbeiter, die IG Metall mehr Mitsprache für sie.

24.12.2016
  • DPA

Frankfurt. In der Metall- und Elektroindustrie dürfte in den kommenden Jahren um die Arbeitszeit der Beschäftigten gestritten werden. Die Tarifpartner haben das Thema als wichtigstes Diskussionsfeld ausgemacht. Während der Arbeitgeberverband Gesamtmetall eine Abkehr vom starren Achtstundentag anregt, schwebt der IG Metall eine neue Arbeitszeitkultur vor, in der die Belange der Beschäftigten weit wichtiger genommen werden als bislang. Beide Seiten zeigen sich offen, Details über Tarifverträge zu gestalten.

„Der Achtstundentag kann nicht mehr so starr sein wie bisher“, sagte Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger. „Es muss einfach möglich sein, dass ein Mitarbeiter nachmittags um vier heimgeht, das Kind aus der Kita abholt, abends um 21 Uhr ins Bett bringt und sich dann noch mal zwei Stunden an die Arbeit setzt.“

An der Wochenarbeitszeit von 35 Stunden beziehungsweise 38 Stunden in den neuen Bundesländern will Gesamtmetall nicht rütteln. Es gehe ihm um Flexibilisierung, „es geht darum, dass sie in bestimmten Lebensphasen ein paar Jahre 40 oder 42 Stunden arbeiten können.“

Die IG Metall verfolgt hingegen das Ziel, das Vollzeitarbeitsvolumen für Beschäftigte in besonderen Lebenslagen zumindest zeitweise absenken zu können. Mehr Schichtarbeit für immer weitere Beschäftigtenkreise, zu prall gefüllte Arbeitszeitkonten, ständige Erreichbarkeit und wenig Rücksicht auf private Belange seien drängende Probleme.

Nach gewerkschaftlicher Einschätzung wird die Schichtarbeit auch in die Angestelltenbereiche ausgeweitet. Starre, häufig mit falschen technischen Begründungen durchgesetzte Arbeitszeitregeln schafften eine Vielzahl von Problemen bei den Beschäftigten. „Mit Arbeitszeitmodellen, die mehr Selbstbestimmung erlauben, können auch hier viele Alltagsprobleme gelöst werden. So funktioniert auch Gleitzeit in der Produktion“, sagte der Erste Vorsitzende Jörg Hofmann.

Keinen Änderungsbedarf sieht der IG-Metall-Chef bei dem von den Arbeitgebern angegriffenen Arbeitszeitgesetz. Es schütze vor Überforderung, regele die notwendigen Pausen und ermögliche sehr zeitgemäß auch das „Recht auf Abschalten“, sagte Hofmann. dpa

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24.12.2016, 06:00 Uhr

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