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Ract-Festival wieder am Anlagensee

Diskutieren, flanieren, Party feiern

Zurück am Wunschort: Am 7. und 8. Juni steigt wieder das Umsonst-&-Draußen-Festival Ract! am Tübinger Anlagensee. Von Freitagnachmittag bis Samstagnacht stehen mehr als 30 Bands auf drei Bühnen. Dazu gibt es zahlreiche Workshops und politischen Aktionismus zum Thema Bildung – das Ganze bei freiem Eintritt.

30.05.2012

Tübingen. 2010 musste das Festival wegen des Fußball-WM-Public-Viewings auf die „Alte Chemie“ ausweichen, und 2011 wurde es ganz abgesagt.

Doch nun findet die politische Open-Air-Sause zur Freude der rund 40 bis 50 Ract-Organisatoren wieder auf dem angestammten Platz am Tübinger Anlagensee statt: „Das Organisationsteam ist dieses Mal sogar größer als 2010“, freut sich Team-Mitglied Christin Gumbinger ganz besonders auf die Wiedergeburt des Festivals.

Inzwischen ist das Ract eines der bundesweit größten Umsonst-&-Draußen-Festivals, das nicht nur viel Livemusik bietet, sondern auch dem Wunsch nach Orientierung und gesellschaftlichen Alternativen sowie dem Willen nach politischer Gestaltung Rechnung trägt.

Die Veranstalter des Ract!-Trägervereins erwarten mehr als 20 000 überwiegend junge Besucher, die diskutieren und flanieren, sich bei einem der 20 Workshops informieren und natürlich viel Musik hören. Workshops thematisieren etwa die „Rechte und Pflichten von Asylbewerbern“, „Hochschulbildung im Kongo“, „Jugendliche in der Politik“, „Friedensstadt Tübingen“ und „Wissenschaft im Krieg“. Zudem kann man sich am Samstag ab 13 Uhr (Freitag ab 14.30 Uhr) über Verschlüsselungs-E-Mails informieren, es gibt Radio zum Anfassen bei der Wüsten Welle, Graffiti-Künstler in Aktion und einen Schnellsprecher-Workshop für angehende Poetry-Slammer.

Nicht umsonst lautet das diesjährige Festival-Motto „Bildung – Tübingen macht schlau“. So tummeln sich zwischen den Bühnen sowie den Bier- und Essständen zahlreiche Schüler und Studenten, aber auch ältere Semester, die weniger deshalb gekommen sind, um sich von der Musik die Ohren durchblasen zu lassen, sondern wegen des umfangreichen Workshop-Angebots, der politischen Veranstaltungen und des Happenings. Natürlich kommen auch viele Besucher wegen des üppigen Musikangebots. Ab 17 Uhr dröhnt von drei Bühnen Reggae-, Hip-Hop- und Rockmusik. Die Bands lassen den Anlagensee bis 24 Uhr beben. Pünktlich um Mitternacht ist Schluss.

Vor allem vor und auf der Rockbühne (Bühne Mitte) geht es laut und heftig zur Sache. Da spielen am Freitag unter anderen die Headliner „Tune Circus“ und die Indiepop-Überflieger „My Baby Wants To Eat Your Pussy“. Am Samstag stehen zu später Stunde die Bands Polly, The Savants, die Blutjungs und die wunderbare Kleingeldprinzessin auf der Bühne. Die Palette reicht von wüstem Hardcore über fein ziselierten Indie-Rock bis hin zu Diskurspop.

Im Gegensatz zu vielen anderen Rockfestivals setzen die Ract!-Macher auf eher unbekannte deutsche Nachwuchsbands, auf vielschichtige Musik aus den Bereichen Hip-Hop, Deutschrap und verschiedene Spielarten von Rock, Reggae, Dub und Ska.

Während auf der Bühne West der Hip-Hop mit Rappern wie Azumjot, Rockstah (Freitag), Callya und F.R. (Samstag) das Sagen hat, sind auf der Bühne-Ost verschiedene Musikgenres angesagt: Herauszuheben sind hier Lingua Loca und Phrasenmäher am Freitag und Wootakka und Pantasonics am Samstag.

Die Veranstalter rufen vor allem dazu auf, sich die spannenden Workshops am Nachmittag nicht entgehen zu lassen. Schließlich versteht sich das Ract! nicht nur als Musik-, sondern insbesondere als Polit-Festival: Man trifft sich zum Musikhören, doch im Hintergrund steht stets der Wunsch nach einem alternativen Lebensgefühl in der globalisierten Ellenbogengesellschaft. Nicht nur als formulierter Anspruch, sondern als gelebte Alternative.

Jürgen Spieß

INFO: Weitere Infos zum Festival-Programm unter www.ract-festival.de. Wer beim Festival mithelfen möchte, wende sich unter helfer@ract-festival.de ans Organisations-Team. Wer schon weiß, zu welchen Workshops er gehen möchte, kann sich unter workshops@ract-festival.de vorab anmelden. Am Donnerstag, 31. Mai und am Donnerstag, 7. Juni trifft sich jeweils um 20 Uhr das Plenum des Orga-Teams im Clubhaus in der Wilhelmstraße.

Diskutieren, flanieren, Party feiern
Wieder dabei: Pantasonic beim Ract 2010, damals auf dem Parkplatz der „Alten Chemie“ in der Wilhelmstraße. Archivbild: Metz

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30.05.2012, 12:00 Uhr

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