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Ziel 100 Prozent

Disput um Gebühren in Walddorfhäslach

Die Auslagerung der Abwasserversorgung in einen Eigenbetrieb und eine Anhebung der Gebühren mit dem Ziel einer hundertprozentigen Kostendeckung sorgten im Walddorfhäslacher Rat für Diskussionen.

29.10.2014
  • fk

Walddorfhäslach. Mit dem Eigenbetrieb Wasserversorgung, der 2008 eingerichtet worden ist, sei man „sehr gut gefahren“, sagte Bürgermeisterin Silke Höflinger zum Auftakt der Debatte. Jetzt wolle die Verwaltung dies auch fürs Abwasser haben. Sie erinnerte daran, dass im beschlossenen Investitionsplan für das Kanalnetz im Zeitraum von 2010 bis 2028 Gesamtbaukosten von 5,5 Millionen Euro anfallen, für den gesamten Tiefbereich (Wasser, Abwasser und Straßen) im selben Zeitraum 13 Millionen Euro. Eine völlige Kostendeckung zu erreichen, sei aufgrund der örtliche Verhältnisse schwierig, meinte die Bürgermeisterin. Wegen der zwei Ortschaften gebe es ein großes Kanalnetz und zwei Kläranlagen. Seit 2010 gilt in Walddorfhäslach eine gesplittete Abwassergebühr.

Eine kleinere Einheit könne leichter gesteuert werden, sagte auch Kämmerer Fabian Schäufele. Die Schulden belasten nicht den gesamten Haushalt. Vor allem behalte aber der Rat auch bei einem Eigenbetrieb die grundsätzliche Entscheidungsbefugnis. Jener beschloss denn auch einstimmig den Eigenbetrieb zum 1. Januar 2015.

Teils heftige Debatten lösten allerdings die vorläufig Gedankenspiele bleibenden Berechnungen über Gebührenerhöhungen in den nächsten Jahren aus, die für die Verwaltung unausweichlich sind. Denn im Mittel der letzten vier Jahre decken die Abwassergebühren die Kosten der Abwasserbeseitigung in Walddorfhäslach nur 93,7 Prozent – eine Unterdeckung von 73 000 Euro im Jahr.. Um dieses Defizit auszugleichen wäre nach Schäufeles Beispielrechnung eine Erhöhung der Schmutzwassergebühr um 24 Cent pro Kubikmeter, der Niederschlagsgebühr um sieben Cents je Quadratmeter notwendig – bei einem Modellhaushalt mit vier Personen, 150 Kubikmeter Schmutzwasser, 100 Quadratmeter versiegelter Fläche 43 Euro mehr im Jahr.

je weniger Wasser, desto teurer wird‘s

Die von der Verwaltung für notwendig erachteten Gebühren in den nächsten fünf Jahren fallen noch höher aus, bei der Niederschlagsgebühr ergäbe sich eine Verdoppelung. Grund dafür sind höhere Kläranlagengebührern, allgemeine Preissteigerungen und Einsparungen beim Wasserverbrauch insgesamt: „Je weniger Wasser verbraucht wird, je teurer wird es. Das ist ein Widerspruch in sich“, sagte die Bürgermeisterin.

Frank Baude (Grüne) wollte einen Anreiz zu Wassersparen geben und die Schmutzwassergebühr deutlicher erhöhen. Jürgen Stoll (SPD) wollte den Bürgern „die Botschaft ersparen: Wer Wasser spart, wird durch Gebührenerhöhung belohnt.“ Olfert Alter (FWV) kritisierte scharf,, dass sich die Niederschlagsgebühr in vier Jahren verdoppele. „Im Prinzip ist das nur eine Umverteilung“, sagte er und plädierte, nur die Schmutzwassergebühr zu erhöhen.

Es gehe ja nicht um hohe Beträge, wandte die Bürgermeisterin ein. „Das Gewerbegebiet hat kaum Schmutzwasser, aber viel Regenwasser. Man muss das Thema sehr sensibel besprechen. Aber irgendeine Erhöhung muss kommen“, so Höflinger. In der nächsten Sitzung des Gemeinderats will sie Beispielrechnungen vorlegen.

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29.10.2014, 12:00 Uhr

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