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Doch kein Bett im Rathaus
In der Dettenseer Straße 94 wird in Zukunft Empfingens Obdachloser leben. Bild: bbm
Notunterkunft

Doch kein Bett im Rathaus

Die Unterbringung von Asylsuchenden ist immer mehr Aufgabe der Gemeinde – genauso wie die Hilfe von Obdachlosen in Not. Jetzt konnte auf den letzten Drücker ein Gebäude gekauft werden, das die Aufgabe erfüllt.

06.10.2016
  • Benjamin Breitmaier

Er wohnt schon seit fünf Jahren in Empfingen. Bisher war sein Zuhause die Notunterkunft in der Mühlheimer Straße 10. Doch hier rollen nächste Woche die Bagger an. Das Gebäude wird am kommenden Montag, 10. Oktober, von der vom Gemeinderat beauftragten Firma Walter aus Nagold abgerissen.

Der Kauf eines Objektes, den Bürgermeister Albert Schindler gestern in trockene Tücher brachte, sichert nun das Dach über dem Kopf des Langzeitobdachlosen. Andernfalls wäre er nach eigener Aussage ins Rathaus eingezogen. Das hat der Gemeinderat nun am Montagabend in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Beschluss zum Kauf eines neuen Gebäudes verhindert. Bürgermeister Albert Schindler wurde sich am gestrigen Mittag mit dem Eigentümer des Gebäudes in der Dettenseer Straße 94 einig. Das heißt: Schon nächste Woche soll der Obdachlose ein Zimmer in seinem neuen Heim beziehen.

Allein wird er dort allerdings nicht bleiben. Das Gebäude dient gleichzeitig als Anschlussunterbringung für Asylsuchende. Das wiederum bedeutet für den Obdachlosen die Einstellung auf ein WG-Leben. Küche und Bad müssen geteilt werden.

Die Unterbringungsmöglichkeit wird von Empfingen dringend gebraucht. Auch wenn die Ankunftszahlen neuer Flüchtlinge seit Monaten zurückgehen, fällt ein immer größerer Teil der Verantwortung den Kommunen – also auch Empfingen – zu.

750 anerkannte und 110 geduldete Asylbewerber muss der Kreis Freudenstadt in den kommenden sechs bis neun Monaten aufnehmen. Diese werden prozentual anhand der Bevölkerungszahl auf die Gemeinden verteilt. Heißt für Empfingen: Es werden bis zu 34 Asylsuchende erwartet, die möglicherweise eine Unterkunft brauchen (die SÜDWEST PRESSE berichtete).

Unterkunft in der Dettenseer Straße 51 geschlossen

Bisher hatte das Landratsamt eine vorläufige Unterbringung in der Dettenseer Straße 51 angemietet. Diese wurde aber nach Aussage von Bürgermeister Albert Schindler zum 31. September geschlossen. Unbestätigten Berichten zufolge wollen aber drei anerkannte Flüchtlinge die Wohnung über das Jobcenter anmieten. Die anderen neun syrischen Flüchtlinge ziehen in die Horber Straße 11 um. Damit hat Empfingen aber weiterhin zu wenig Möglichkeiten zur Anschlussunterbringung. Noch im Oktober will Albert Schindler mit dem Landratsamt klären, wie hoch der Bedarf ist.

Derweil wurde Empfingens Obdachloser darüber informiert, dass ihm die Türen des Rathauses als Übernachtungsmöglichkeit verschlossen bleiben. Vor dem Umzug in die Dettenseer Straße muss allerdings gearbeitet werden. Schindler: „In den nächsten zwei Tagen müssen wir mächtig was machen.“

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06.10.2016, 01:00 Uhr

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