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Dopfer und das Verletzungspech
Die sportlichen Ziele sind in weiter Ferne: Fritz Dopfer muss den WM-Winter verletzt zuschauen, Olympia 2018 wird nun anvisiert. Foto: Imago
Ski Alpin

Dopfer und das Verletzungspech

Eine harmlose Trainingsfahrt im Zillertal endet für das Technik-Ass böse. Die mit großen Erwartungen gestartete WM-Saison ist bereits zu Ende.

22.11.2016
  • THOMAS GRUBER

München. Hinter einem Oxymoron, einer Unterform des Paradoxon, das ist allgemein bekannt, verbirgt sich in nur einem Wort eine Aussage, die auf einem Widerspruch in sich beruht. Nehmen wir zum Beispiel den Feierabend. Viele sind nach der Arbeit derart müde, dass ihnen gar nicht nach feiern zu Mute ist. Oder: Wenn sich eine Nachtschwester in den Feierabend verabschiedet, so ist es sehr früh morgens, die Tageszeitungen sind ausgetragen und der Bäcker hält schon die frischen Brötchen bereit. Da wäre es also treffender, von einem Feiermorgen zu sprechen, aber wer tut das schon.

So fädeln wir „oxymoronisch“ ein: Fritz Dopfer hat Feierabend – und das bereits, ehe die Saison der Skisport-Asse so richtig begonnen hat. Der 29-jährige feine Techniker hat sich bei einem Trainingssturz im Zillertal einen Schien- und Wadenbeinbruch am linken Unterschenkel zugezogen. Ganz bitter für Dopfer, der neben Felix Neureuther mit großen Hoffnungen in den WM-Winter gestartet war. Der Blondschopf vom SC Garmisch wurde bereits in Innsbruck erfolgreich operiert.

„Die Operation verlief sehr gut“, zeigte sich Professor Christian Fink zufrieden. „Fritz Dopfer wird noch einige Tage stationär behandelt“, so der Arzt, der ihm bei einem günstigen Heilungsverlauf ein Training auf Schnee in etwa einem halben Jahr in Aussicht stellt.

Der Muster-Athlet im Deutschen Skiverband, zuverlässig, diszipliniert und engagiert kann zu seinem Trainingssturz nicht allzu viel sagen: „Es ging alles sehr schnell. Ich habe beim Einfahren die Kontrolle über die Ski verloren und bin gestürzt. Die Folgen dieses Sturzes sind bitter. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich schon so manchen Rückschlag in meiner Karriere überwunden habe. Deshalb werde ich auch jetzt meine Rehabilitation mit großer Disziplin vorantreiben, damit ich in der Olympia-Saison wieder angreifen kann.“

Das Mitgefühl seiner Mitstreiter ist ihm gewiss: „Lieber Fritz, ich wünsch Dir gute Besserung und dass Du bald wieder zurück kommst! Du bist ein Kämpfer und wirst diese Verletzung auch überstehen“, so Neureuther.

Auch Bundestrainer Mathias Berthold meinte: „Es tut mir wahnsinnig leid für Fritz. Er hat extrem viel in die Saisonvorbereitung investiert und wird nun durch diese schwere Verletzung zurückgeworfen. Jetzt geht es aber vor allem darum, die Verletzung vollständig auszuheilen. Wir werden Fritz dann bei seiner Rehabilitation bestmöglich unterstützen und sind zuversichtlich, dass er die Mannschaft in der nächsten olympischen Saison wieder verstärken kann.“

Wer nun denkt, dass der kommende Winter mit dem Höhepunkt WM in St. Moritz zu einer Ein-Mann-Show durch Neureuther verkommt, der muss nicht richtig liegen. Denn auch Berthold macht Mut: „Mit seiner Verletzung sind unsere jungen Aktiven nun gefordert, die Chance zu nutzen, sich in Szene zu setzen.“ Stefan Luitz oder etwa Linus Strasser hatten schon mehrfach im Training gezeigt, dass sie auf Augenhöhe mit Neureuther und Dopfer sind, der nun auf Olympia 2018 fokussiert ist – auf dass es dann Feier-Abende im Wortsinne geben möge.

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22.11.2016, 06:00 Uhr

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